Die oben angegebenen Koordinaten sind nicht das Versteck !!
Der letzte Vorhang
„ Oh N…..“ schrie RALF ARBEN und nahm seine eigentlich perlweißen Zähne aus dem Glas, die nun grauoliv glänzten. „Null Ahnung, wie das passieren konnte“, erwiderte Peggy erschrocken, als RALF seine Zähne mühsam wieder säuberte. Eigentlich wollten RALF und Peggy in das Central Theater gehen. Heute wurde mal wieder „Romeo und Julia“ gespielt. Peggy liebte Shakespeare. Vor allem aber den Hauptdarsteller Olivier Beauvoire. Dieser hatte es ihr angetan. Er sah aber auch einfach verdammt gut aus in seinem grünbeigen Samtanzug. Seine opalgrünen Augen faszinierten sie, seit er denken konnte. Jedes Mal, wenn Peggy ins Schwärmen kam, konnte RALF sich nur schwer zurückhalten. Seine Gesichtsfarbe wechselte dann in sekundenschnelle in ein sattes signalviolett. Wie sehr er Olivier hasste. Er musste ihn loswerden. Nur wie? Nun gingen sie erst einmal ins Theater und er musste seine Wut zügeln. Sein Smoking zwickte. Er war eben auch nicht mehr der Jüngste. Aber was tut man nicht alles aus Liebe. Peggy und er saßen in der vordersten Reihe mit freier Sicht auf die Bühne. RALF wusste noch nicht, wie er die Zeit überstehen sollte. Das Licht wurde dunkel und der saphirblaue Vorhang öffnete sich. Olivier Beauvoir trat auf, ein gewinnendes Lächeln auf den Lippen. Peggys Augen versuchten seinen Blick einzufangen. Ihr Herz schien einen Takt schneller zu schlagen. Ralf beobachtete sie verschämt von der Seite und seine Eifersucht wuchs. „O“ stöhnte Peggy leise und RALF konnte sich kaum noch beherrschen. Am liebsten würde er Olivier die Gurgel umdrehen. In Gedanken lag dieser leblos auf dem Boden, sein Gesicht genau so grünbeige wie sein Samtanzug. RALF hatte null Bock mehr auf dieses Theater – in jeder Hinsicht. Auf der Bühne war ein großer Kamin. Olivier schritt davor auf und ab und hielt einen nahezu endlosen Monolog. Er blieb stehen und blickte versonnen in die gelborangen Flammen. Doch was geschah nun? RALF wusste nicht, was geschah. Mehrere Male hatte er sich, Peggy zu Liebe, dieses Stück schon mit ihr gemeinsam angesehen, aber noch nie blieb Olivier an dieser Stelle stehen. Nun fasste er sich an die Brust. RALF sah, wie Olivier signalrot anlief, taumelte und stürzte. Sein Gesicht wechselte zu einem trüben zeltgrau, die Augen verdrehten sich. Das Publikum wurde unruhig, eine Frau schrie und der Vorhang fiel. Peggy saß bestürzt neben RALF, Tränen rannen ihr über die Wangen. Er konnte sie nur in den Arm nehmen und trösten. Insgeheim war er erleichtert, endlich war Olivier tot – die Vorstellung war aus – und er musste noch nicht einmal selbst tätig werden. Es stand … zu null für ihn. Jetzt würde er allein für Peggy da sein, sie stützen und ihr Trost spenden und sie auf Händen tragen. Nur noch ein schwerer Gang stand ihm bevor, aber auch hier würde er für sie da sein. Er würde Gerbera in leuchtorange auf sein Grab legen und frei sein!
