Der ca. 2 km langer Spaziergang durch das südliche Gerresheim führt euch zu wichtigen Orten der ehemals größten Flaschenfabrik der Welt: der Gerresheimer Glashütte. Es handelt sich nicht um einen Rundgang. Es ist aber eine Strecke, die gut mit dem ÖPNV erschlossen ist (Linie 703, relevante Haltestellen sind: Dörpfeldstraße, Morperstraße, D-Gerresheim-S). Wer dennoch mit dem Cachermobil fahren möchte, der nutze insbesondere für die Stationen 3, 4, 5 und das Final den im Listing angegebenen Parkplatz.
Alle Stationen sind rollstuhl- und kinderwagentauglich.
Ferdinand Heye gründete 1864 in Gerresheim eine Glashütte. Die Hütte hat die Entwicklung Gerresheims in vielfältiger Weise (kulturell, sozial, politisch) stark beeinflusst. Die Bewohnerstruktur des ehemals katholischen Städtchen Gerresheim änderte sich schon früh durch den Zuzug der evangelischen Heye-Familie und der Zuwanderung evangelischen Fachpersonals aus den östlichen Provinzen Preußens, den bisherigen Zentren der Glasherstellung. Zur damaligen Zeit empfand man den Unterschied zwischen katholisch und evangelisch mindestens genauso stark wie heute zwischen christlich und muslimisch. Wer es nicht glauben mag, befrage seine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern (d.h. die Generation 70+). Später rekrutierte die Hütte ihre Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern. Besonders geprägt wurde das südliche Gerresheim durch Italiener; dies ist auch heute noch teilweise sichtbar.
Das Traditionsunternehmen schloss leider am 31.08.2005 für immer seine Tore. Dennoch findet man in Gerresheim viele Orte, die an die einst größte Flaschenfabrik der Welt erinnern.
Station 1: Sportverein
N 51.13.806 E 06.51.667
Die 1890 gegründete Turn- und Sportvereinigung Glashütte e.V. bot den Hüttenmitarbeitern diverse Möglichkeiten der sportlichen Betätigung. 1945 entstand aus dem SV Glashütte, dem Rasensport 08 und der Freien Turnerschaft die Turn-und Sportgemeinschaft Gerresheim und Glashütte mit den Abteilungen Fussball, Handball, Boxen, Ringen, Tischtennis und Schach.
Die Karrieren von Klaus und Thomas Allofs begannen hier und führten über Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga.
In der Abteilung Ringen holt Dominikanerpater Wolfgang Sieffert (der erste und meines Wissens einzige Pater, der in der Bundesliga gerungen hat) weiterhin Punkte für den TUS. Anfangs im Papiergewicht, später dann im Fliegengewicht und nun in der Klasse bis 120kg. Die meisten Düsseldorfer werden ihn aber eher als sozial besonders engagierten Pater, Leiter der Armenküche in der Altstadt und als Gefängnisseelsorger kennen (wenn nicht persönlich so denn doch aus der Presse).
Hier findest Du die Koordinaten für die 2. Station. Falls Du Dich nicht verrenken möchtest oder keinen flachen Spiegel mit Gelenkarm dabei hast:
Im Logo des Sportvereins versteckt sich ein Buchstabe.
An wievielter Stelle im Alphabet steht der Buchstabe.
Stelle im Alphabet = A.
Station 2 findet ihr bei:
N 51° 13.[A-1][6][0] E 006° 51.[A-1][9][0]
Auf dem Weg zur nächsten Station seht ihr an der Ecke Heye-/Dreifaltigkeitsstraße das Haus Strunk. Es wirkt mit seiner an spätmittelalterliche Formen erinnernden Gestaltung (gestufter Schweifgiebel, Pfeiler, Kapitelle, verzierte Bogenfelder im Fenster- und Portalbereich) wie eine Burg. Dr. med. Carl Strunk war Leibarzt der Familie Heye und ab 1900 Werksarzt der Gerresheimer Glashütte. Heye richtete übrigens bereits 16 Jahre vor der Bismarckschen Sozialgesetzgebung 1867 für die Mitarbeiter der Glashütte eine Krankenkasse ein. So wie die Ärzte heute war Strunk verpflichtet "bei der Ausschreibung der Recepte bzw. der Anwendung der Heilmittel die größte Sparsamkeit - ohne jedoch das Nötige zu unterlassen - walten zu lassen." Freie Arztwahl gab es für die Glasbläser nicht. Allerdings konnte auch der Arzt sich seine Patienten nicht aussuchen.
Station 2: Schule
N 51° 13.[A-1][6][0] E 006° 51.[A-1][9][0]
Im katholischen Gerresheim gab es zunächst weder eine evangelische Kirche noch eine evangelische Schule. Die Glasmacher kamen jedoch überwiegend aus evangelisch geprägten Gegenden. Um den Glasmachern einen attraktiven Arbeitsplatz bieten zu können, finanzierte die Familie Heye u.a. den Neubau einer evangelischen Schule und einer evangelischen Kirche. Sie ist die älteste denkmalgeschützte Schule in Düsseldorf, in der ohne Unterbrechung unterrichtet wurde. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite residierte im Haus Poggfred ab 1896 der populäre Rektor der Heyeschule, Gustav Kneist. Wieviele Fenster mit ockerfarbenen Stichbogen hat die Schule auf der Seite an der Heyestraße?
Anzahl der Fenster = B.
Hinweis: Als Bogen bezeichnet man in der Architektur eine Konstruktion zum Überbrücken von Öffnungen im Mauerwerk, die hohe Belastungen aufnehmen kann. Beim Rundbogen - auch Kreisbogen genannt ist die Bogenlinie kreisförmig und nimmt den kompletten Halbkreis (180°) ein. Beim Stichbogen liegt der Stichpunkt für den Bogen auf der Mittelsenkrechten unterhalb der gedachten Linie, die die beiden Bogenenden miteinander verbindet. Die oberen Fenster der Schule haben einen deutlich flacheren Stichbogen als die übrigen Fenster.
Die nächste Station befindet sich bei: N 51° 13.[3][60+B] E 006° 51.[A][A+1][4]
Wer will kann kurz vor der 3. Station nach rechts einen kleinen Abstecher zur Nachtigallstraße 5 machen. Hier war der Standort der glashütteneigenen Posthalterei. Innerhalb der Giebelverzierung erkennt ihr noch ein Posthorn.
Station 3: Heyebad
N 51° 13.[3][60+B] E 006° 51.[A][A+1][4]
Da die Hüttenhäuser keine Badezimmer besaßen wurde 1902 eine große Badeanstalt, das Heye-Bad, gebaut. Obwohl Heye viele soziale Einrichtungen (Schule, Kirche, Volksgarten, Vereinshaus, Altenheim, Volksbibliothek...) schuf, versuchte er - entsprechend seiner konservativ-patriachalischen Einstellung - seine Arbeiter unmündig zu halten. Ansätze von betrieblicher oder politischer Mitbestimmung wurden rigoros unterdrückt. Dennoch entwickelte sich der Bereich um die Hütte zu einer "kommunistischen Hochburg" (bei den Reichtagswahlen am 5. März 1933 wählten 60 % der Hütte die KPD). Die Nazis kämpften mit allen Mitteln hiergegen an. Am 5. Mai 33 fand die berüchtigte Großrazzia von Gerresheim statt. 3.000-3.500 Mitglieder der SA, der SS, des Stahlhelms, der Politischen Polizei, der Schutz- und Hilfspolizei sowie der Feuerwehr waren daran beteiligt. Die Festgenommenen wurden im Heye-Bad misshandelt und anschließend ins Polizeipräsidium abgeführt. Zu Ehren der Opfer des Naziregimes wurde rechts neben dem Haupteingang eine Gedenktafel angebracht.
In der Nähe befindet sich ein gläserner Aushangkasten. Hier findet Ihr - allerdings nur zu den Öffnungszeiten des Jugendheims - die Koordinaten zur nächsten Station. Alternativ:
Wieviele Zeilen hat die Tafel?
Anzahl der Zeilen = C
Die nächste Station befindet sich bei: N 51.13.[C][2][6] E 06.51.885.
Auf dem Weg dorthin könnt ihr bereits die Aufgabe von Station 4 lösen.
Station 4: Wasserturm
N 51.13.[C][2][6] E 06.51.885
Hinter Bäumen versteckt seht ihr den seit 2008 denkmalgeschützten aus halbdurchsichtigen Glas bestehenden Wasser- und Reklameturm aus dem Jahr 1966 mit dem 1938 eingeführten Markenzeichen "G mit Krone".G steht für den Markennamen Gerrix. Einerseits diente der Wasserturm dazu, Brauch- und Löschwasser bereitzuhalten, andererseits hatte er aber auch Werbefunktion.
Wieviele Zacken hat die Krone?
Zahl der Zacken = D
Falls Eure Augen zu schwach oder der Baumbewuchs zu stark sein sollte, findet ihr bei den o.g. Koordinaten die Zahl.
Station 5: Bahnhof
N 51° 13.[D-1][C][A] E 006° 51.[A+1][3*D][0]
Der Gerresheimer Bahnhof ist ein bedeutender Ort der Industrie- und Eisenbahngeschichte. Gerresheim erhielt weit außerhalb der Stadt auf der grünen Wiese einen Bahnhof an der 1838 gebauten, ersten Westdeutschen Eisenbahnlinie zwischen Düsseldorf und Erkrath, dem Ausgangspunkt der Industriealisierung Gerresheims. Nach dem Tod seines Vaters, der mehrere Glashütten besaß, gründete Ferdinand Heye in Gerresheim 1864 eine eigene Glashütte. Die Lage in Gerresheim war ideal: nahe an der Eisenbahnlinie und am Rhein, um die notwendigen Rohstoffe frachtgünstig herbeizuschaffen und die Weinbau- und Mineralbrunnengebiete mit Glasflaschen zu beliefern, aber auch weit genug von dem Einzugsbereich seiner Brüder, die ebenfalls Glashütten betrieben, entfernt.
Hier findet ihr die Zahl E. Z.Zt. steht hier ein Baustellenzaun. Da ich niemanden verführen möchte, den Baustellenzaun zu umgehen o.ä.: E=6.
Nun geht die Heyestraße auf der anderen Straßenseite wieder ein Stück zurück. Über die Owensstraße, benannt nach dem Erfinder einer Blas-Saugmaschine, die in Gerresheim zum Einsatz kam, kommt Ihr in die älteste noch erhaltene Düsseldorfer Arbeitersiedlung.
Um die hochspezialisierten - ursprünglich als Wanderarbeiter tätigen - Glasmacher sesshaft zu machen und langfristig an die Hütte zu binden, stellte Heye ihnen mietfreie Wohnungen zur Verfügung. Eine Besonderheit eines Teils der Glasmacherwohnungen waren die sogenannten Dunkelkammern: fensterlose, lichtgeschützte Räume.
Aber - wozu dienten die Dunkelkammern?
Dienten sie als Lagerräume, um lichtempfindliche Lebensmittel wie Kartoffeln oder Zwiebeln zu lagern? (F=1)
Waren es licht- und lärmgeschützte Schlafzimmer der Glasmacher, die - je nach Produktionsablauf- auch nachts arbeiten mussten? (F=2)
Dienten sie einer der Fotogruppe der Glashütte, die Heye eingerichtet hat, damit die Arbeiter ihre Freizeit nicht bei den Kommunisten verbrachten und ggf. "aufmüpfig" wurden? (F=3)
Falls ihr diese Frage nicht vorher im Internet oder in Reiseführern, Fachliteratur ....recherchiert habt, findet Ihr die Lösung auf einer Infotafel in der Siedlung. Bitte befragt nicht die Anwohner (außer koebes 1, wenn er denn gerade durch die Siedlung schlendert und Ihr ihn erkennt). Wer in einer historisch bedeutenden Gegend mit vielen Denkmälern wohnt, wird häufig genug gestört, nicht zuletzt durch diverse Filmaufnahmen.
Final: Arbeitersiedlung Neustadt
N.51.13.[D][2*B] E 6.51.[4*F+1][E+3][0]
Die Nachbarn sind über die Dose informiert, dennoch solltet Ihr Euch nicht allzu auffällig verhalten.
Geht mit der gläsernen Dose und dem Verschluss sehr sorgfältig um. Sie ist wohl nicht denkmalgeschützt, aber ein Original. Verschließt sie immer vorsichtig und nutzt das Einmachgummi als Dichtung und versteckt das Glas wieder gut.
Bitte: fair tauschen, mindestens ein Trackable sollte immer im Cache verbleiben.
Shuttleservice
Hier könnt ihr TB`s oder Coins deponieren, die in die in die Schweiz, Österreich, Liechtenstein oder die USA sollen. Alferic und ich werden alle 2-4 Wochen die TB`s und Coins mit in die Schweiz bzw. Österreich und Liechtenstein nehmen. Der Shuttle-Service in die USA wird von HansHaus durchgeführt.
Hinweis: Vom 28.10.19-17.11.19 ist im Kulturbahnhof die Ausstellung "Vorsicht Industriekultur! Das industrielle Erbe Düsseldorfs" zu sehen. Öffnungszeiten mittwochs und freitags 16-20 Uhr, samstags und sonntags 14-18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Viel Spaß wünscht
Zugvogel-am-Rhein