Der komplette Dorfplatz wurde 2010 saniert und erstrahlt in
neuem Glanz. Auch die alte Gedenksäule wurde neu hergerichtet. Von
diesem Platz hat man eine gute Sicht auf die Kirche "Zum
Heiligen Kreuz"
Die Kirche wurde durch viel Angagement und Hingabe im Jahr 2010
komplett saniert. Voraus geht eine lange Geschicht (Quelle:
www.ev-kirche-reichenbach-meuselwitz.de):
Bereits im Jahr 1346 wurde erstmalig in der Matrikel des Bistums
Meißen eine Kirche in Meuselwitz urkundlich erwähnt. Darin ist zu
erfahren, dass diese Kirche zum Erzpriesterstuhl Reichenbach
zählte. Das wahrscheinliche Aussehen dieser im romanischen Baustil
erbauten Kirche, die sehr der heutigen Kirche in Arnsdorf ähnelt,
ist auf einem Diorama dargestellt, das sich im Besitz der Gemeinde
befindet.
In einer Urkunde aus dem Jahre 1238 wird erwähnt, dass das
Kloster Sankt Marienthal die drei Güter Muslawitz (Meuselwitz),
Gorch und Parode für 230 Mark (Taler) käuflich an sich gebracht
hat. Damit standen der Ort und auch seine Kirche bis 1866 unter der
Patronatsherrschaft dieses Klosters. Mit der Patronatsherrschaft
verbunden waren Rechte und Pflichten. Die Rechte bestanden aus
Schutz- und Unterhaltsleistungen, auch was den Kirchbau und die
Alimentation des Pfarrers betraf. Zu den Pflichten zählten
jährliche Abgaben aus den Ernteerträgen oder aus
Finanzerträgnissen, sowie Hand-, Spann- und Kriegsdienste. Im Jahre
1525 erfolgte in der Oberlausitz die Einführung der Lehre Martin
Luthers. Dieses Ereignis ging auch am Kloster in Ostritz nicht
spurlos vorüber. Dazu ein Zitat aus dem Buch "Die Oberlausitz als
besondere Abteilung von Sachsens Kirchen-Galerie, Bericht über die
geschichtliche Entwicklung des Kloster Sankt Marienthal", Dresden
1837, (S. 357): "Schon waren jetzt die Bewohner der Städte und
meisten Dörfer zum Protestantismus übergetreten, auch die große
Mehrzahl der Stiftsunterthanen; und selbst im Kloster zeigten sich
von jetzt an Spuren protestierenden Geistes. Sämtliche Klöster in
Meißen waren aufgelöst, mehrerer Conventualinnen Aeltern in den
benachbarten Orten protestantisch geworden; kein Wunder, wenn im
Kloster selbst manche Bewegung entstand, welche der Reformation
ihren Ursprung zu danken hatte. Selbst durch die That beurkundeten
mehrere Äbtissinnen ihr Vorliebe für den Protestantismus, und
wahrscheinlich würde das Kloster sich aufgelöst und dadurch die
umliegende noch katholische Bevölkerung ihren letzten Stützpunkt
verloren haben, wenn nicht selbst mit Gewalt die kirchlichen Obern
des Klosters den Katholiscismus aufrecht erhalten hätte."
Im Jahre 1547 wurde der erste Schullehrer in Meuselwitz erwähnt.
Das Relief dieser ersten Schule, zu finden in der Schulchronik
Meuselwitz, soll von Pfarrer Wiegand (1853-1862 Pfarrer in
Meuselwitz) sein. Schulbücher waren die Bibel, das Gesangbuch, ein
ABC-Buch und Luthers Kleiner Katechismus. Der Schulhalter wurde von
der Gemeinde und den Ortsrichtern gewählt und betrieb in der Regel
nebenbei noch ein Handwerk.
Der erste evangelische Pfarrer, Johannes Conradus Konradus, nahm
im Jahre 1549 seine Arbeit in der Kirchengemeinde Meuselwitz auf.
Letzter katholischer Priester scheint 1528 Bartholomäus Stuer
gewesen zu sein. Durch Staatsvertrag vom 30. Mai 1635 zwischen
Böhmen und Sachsen wurde die Lausitz während des 30jährigen Krieges
zu Sachsen geschlagen. Damit ging auch das Kloster Sankt Marienthal
in Ostritz samt all seinen Besitzungen (u.a. Meuselwitz, Borda und
Gurig) zu dem Domstift Sankt Peter zu Budisin über. So wurde auch
die Patronatsherrschaft des Klosters Sankt Marienthal über den Ort
Meuselwitz wieder gefestigt, wobei man die Protestanten jedoch
tolerierte. Dieser ungewöhnliche Umstand zeigte sich auch darin,
dass das evangelisch geprägte Meuselwitz durch das katholische
Kloster weiterhin finanziell unterstützt wurde, wie es sich im
Folgenden noch oft nachweisen lässt.
Die alte Kirche von Meuselwitz erhielt im Jahr 1697 eine neue
Orgel. Über diese Orgel wird in einem Schreiben vom 29. November
1811 an die damalige Äbtissin des Klosters Ostritz erwähnt, dass im
Jahr 1810 eine kleine Reparatur von 30 Talern von Nöten gewesen
wäre. Diese Reparatur konnte erst 1811 durchgeführt werden und das
Kloster würde gebeten sich anteilig an den Kosten zu beteiligen. Am
7. November 1841 untersuchte der bedeutende Orgelbaumeister Carl
Friedrich Ferdinand Buckow aus Hirschberg (1801-1864) die Orgel und
gab ein vernichtendes Urteil ab. In dem Gutachten bot Buckow der
Gemeinde für insgesamt 657 Taler die in seinem Besitz befindliche
alte Orgel der Görlitzer Frauenkirche an, die er durchgreifend
überholt und teilweise erneuert und modernisiert hatte. Das Angebot
von Buckow wurde von der Kirchengemeinde abgelehnt. Am 26. April
1849 bat Pfarrer Conrad das Kloster St. Marienthal um Genehmigung
einer Orgelstimmung durch Orgelbauer Naumann aus Weißenberg, die
höchstens 6 Taler kosten sollte. Im Kostenanschlag zum
Kirchenneubau vom 20. Januar 1855 schreibt Bauunternehmer Julius
Neumann: "Die alte Orgel ist der Ersparnis wegen noch zu verwenden,
nachdem sie eine bedeutende Reparatur erhalten hat", und
veranschlagte die Abnahme und Aufstellung der alten Orgel und
Ausführung der bedeutenden Reparatur auf 50 Taler. Der
Patronatskommissarius Justizrath Sattig in Görlitz (ab 1. August
1856 Oberbürgermeister von Görlitz) genehmigte am 15. November 1855
sechs Taler zur Umsetzung der Orgel aus der Kirche in die Scheune.
In der Endabrechung des Kirchenneubaus vom 7. Oktober 1857 heißt
es: "Die Aufstellung der Orgel ist nicht erfolgt." Vermutlich wurde
die Orgel zum Baubeginn der Kirche am 1. März 1856 in der
Pfarrscheune eingelagert. Über das weitere Schicksal der alten
Orgel ist derzeit nichts bekannt.
Im Jahr 1706 wurde der Bau des über der Sakristei der alten
Kirche von Meuselwitz befindlichen Betstübchens durch Kasper von
Nostitz begonnen. Die Kirchengemeinde Meuselwitz erhielt 1728 von
der Äbtissin des Klosters Sankt Marienthal einen Abendmahlskelch
gestiftet. Auf dem Kelchfuß findet sich folgende Gravur: " Des
Klosters St. Mariental Clara Aabbatis und Dom 1728" (Des Klosters
St. Marienthal's Clara, Äbtissin und Herrin).
Zu der Situation nach der Napoleonischen Zeit schrieb am 09.
Juli 1817 der damalige Pfarrer von Meuselwitz, Johann Traugott
Buchwald, über die Kirche: "Da schon vor mehreren Jahren eine
Reparatur und Dachung des Turmes notwendig geworden, und damals
schon gnädige Bewilligung erfolgt war, so wurde im Monat Juni 1817
dazu geschritten. Der Zimmermeister war Traugott Richter aus
Weißenberg, der Kirchvater Donath, Häusler und Schneider in
Meuselwitz, führte die Aufsicht. Der Knopf ist halb auf Kosten der
Gemeinde vergoldet, die Fahne aber auf Kosten des jetzigen Erb- und
Lehnrichters Schenker, des Georg Noack und des Gerichtsschöffen
Gottfried Schlenker. Sehr viel hat sich in den 50 Jahren, seitdem
derselbe Turm ausgebessert worden, geändert. Ein Krieg der einige
und zwanzig Jahre dauerte, hatte ganz Deutschland, ja die ganze
kultivierte Welt in Aufruhr, Uneinigkeit, Sittenlosigkeit und
Verarmung gebracht, und das Ende dieses Krieges fiel Sachsen fast
allein zur Last. Mehrere Retierenden (Zurückziehenden A.d.V.) der
preußischen und verbündeten russischen Armee, sowie der ihnen auf
Fuß folgenden französischen Heere gingen durch alle fünf Dörfer des
Kirchspiels und trafen vorzüglich auch Meuselwitz, so dass die
meisten Einwohner mehrer Tage von ihren Häusern entfernt leben
mussten. Die Kirche Meuselwitz wird hierbei ihres silbernen
Kelches, dergleichen Oblattenschachtel und Tellers beraubt, auch
stahl ein französischer Offizier die eine Kerze vom Altar. [...]
Schulhalter ist gegenwärtig Jakob Burkhardt, Häusler in Meuselwitz;
Organist der Schulmeister zu Melaune Herr Lorenz, Pfarrer der
Unterschriebene. Meuselwitz den 09. Juli 1817. Johann Traugott
Buchwald."
Im Jahr 1841 stiftete, wahrscheinlich aus Anlass seiner
Pensionierung, Pfarrer Johann Traugott Buchwald zwei
Altarkerzenständer für den Altar, die noch heute dort stehen. Im
Jahr 1853 wird Carl Heinrich Wiegand Pfarrer in Meuselwitz. Er war
hier bis 1862 Pfarrer. In seiner Amtszeit erfolgte der Neubau der
Kirche in Meuselwitz. Danach wurde er als Pfarrer und späterer
Oberpfarrer nach Reichenbach versetzt, wo er am 13. September 1901
verstarb.
Im Jahre 1866 erfolgte die Abgabe des Patronats von Meuselwitz
des Klosters Sankt Marienthal zu Ostritz an den Liegnitzer
Regierungsbezirk. Damit endete eine lange Geschichte einer
katholischen Herrschaft über eine Evangelische Kirchengemeinde. Zu
erwähnen bleibt nun noch aus der neueren Geschichte, dass es immer
wieder pfarramtliche Verbindungen zu Nachbarorten gab, die aber
häufig wechselten. Melaune und Reichenbach waren die meist mit
Meuselwitz verbundenen Pfarreien. Deshalb sind heute auch noch
Kirchbucheintragungen aus dem Kirchspiel Meuselwitz in Melauner
Büchern zu finden.
Meuselwitz gehörte bis 1997 zu der Superintendentur von
Reichenbach und hatte zu der Zeit auch den amtierenden
Superintendenten Christoph Werner zum Pfarrer. Mit der Auflösung
dieses Kirchenkreises Ende 1997 wurde die Pfarrstelle von dem
Reichenbacher Pfarrer Christoph Wiesener in Personalunion versorgt.
Das Pfarrhaus wurde aufgelöst und samt seinen Nebengelassen
(Pfarrscheune - beides Am Sportplatz 1 gelegen und nebst Straße
Eigentum der Kirchengemeinde) an den Landwirt Eberhard Glück
verkauft. Als Ersatz für den Verlust dieser Anlaufstellen in der
Gemeinde tauschte die Gemeinde mit der Kommune Reichenbach ein
Bauhofgelände, das in ihrem Eigentum stand, gegen das unmittelbar
daneben platzierte Schulgelände, auf dem und in dem die Gemeinde
schon seit 1994 eine Kindertagesstätte betreibt. In dieser KiTa
wurden Gemeinderäume eingerichtet und so auch Platz für eine
Winterkirche und Gemeindeveranstaltungen geschaffen.
Im Jahre 2004 dann vereinigten sich die beiden Kirchengemeinden
Meuselwitz und Reichenbach zu der "Evangelischen Kirchengemeinde
Meuselwitz-Reichenbach/OL". In demselben Jahr vereinigte sich auch
die kleine Landeskirche Ev. Kirche der schlesischen Oberlausitz,
die Nachfahrin der großen Schlesischen Landeskirche, zu der
Meuselwitz seit 1815 gehörte, mit der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg
zu der neuen Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische
Oberlausitz.
Viel Spaß und über Bilder an eurem Log würde ich mich
freuen!

Organisator