Dieser Earthcache beschreibt neben den außergewöhnlichen geologischen Fakten über das Bleierz und deren lokale Vorkommen auch die Geschichte des Bleierztagebaus und die Auswirkungen des Erzbergbaus auf die nahen Gewässer. Auf Grund des speziellen Lagerstättentypes konnte das Erzfeld in der Neuzeit im Tagebau erschlossen werden. Im Gegensatz dazu wurde im benachbarten Mechernich der gleiche Lagerstättentypus im Tiefbau aufgefahren. Der Bleierzabbau hat eine wechselhafte Geschichte. Zuletzt hatte die Grube eine Jahreskapazität von 25.000 t Konzentrat, woraus sich ca. 18.000 t Metall erschmelzen ließen.
Geschichte der Abbaustätte
Vor- und frühgeschichtliche Zeit
Es kann vermutet werden, dass den Römern diese Lagerstätte bekannt war, da am Rande des Tagebaus ein römisches Brandgrab angeschnitten wurde.
Mittelalter
Erste schriftliche Nachweise der Förderung von Bleierz lieferten Zehntlisten der damaligen Bergbaubetreibenden in der frühen Neuzeit aus dem Jahre 1525. Im 16. Jahrhundert wurde das Bleierz entweder vor Ort auf einfache Weise gelöst oder ab ca. 1550 in der Bleihütte Kreuzau aufbereitet. Im 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts muss ein lebhafter Bleierzbergbau stattgefunden haben. Durch Erbstreitigkeiten, Zerstörung der Kreuzauer Bleihütte, durch ein Hochwasser der Rur sowie durch den Ausbruch des dreißigjährigen Krieges kam die Bergbautätigkeit zum Erliegen und geriet in Vergessenheit.
19. und 20. Jahrhundert
Erst 1848 begann wieder die Suche nach Bleierz. 1861 wurden mehrere Felder zu dem Konzessionsfeld "Maubacher Bleiberg" zusammengefügt.

In den folgenden Jahren kam es zu diversen Wechseln der Besitzverhältnissen. Im Jahre 1874 bzw. 1877 erwarb die in London ansässige Firma “Anglo-Rhenish-Lead Company” den Bergwerbsbesitz in Maubach. Durch ungewöhnlich reiche Erzvorkommen bedingt entschloss man sich, den Stollenbetrieb durch einen Tagebaubetrieb zu erweitern. Die erzführenden Schichten hoben fast bis zum Tagesniveau. Beim weiteren Abbau stiess mach auf umfangreiche alte Abbaue aus unbekannter Vorzeit, in denen das Erz bereits abgebaut war. Dies und die sinkenden Bleipreise auf dem Weltmarkt führt dazu, dass die englische Firma keinerlei weitere Investitionen mehr genehmigte. So wurden im Jahre 1878 / 1879 die Arbeiten erneut eingestellt.

1901 erwarb die Firma “AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation” aus Stolberg den Bergwerksbesitz in Maubach. Aus dieser Firma ging die spätere Stolberger Zink AG hervor. Erst ausgiebige Prospektion durch Bohrungen und Schächte mit Untersuchungsstrecken in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts brachten den Durchbruch für den Tagebau. Im Jahre 1944 teufte man den Voigt-Schacht, ein Untersuchungsschacht ab. Bedingt durch die Kriegseinwirkungen und die dadurch näherrückende Front wurden die Abteufarbeiten bei einer Teufe von ca. 60 m eingestellt. Nach dem Krieg wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und der Tagebau wurde 1955 aufgeschlossen. Zeitweise hatte die hiesige Bleiausbeute einen Anteil von 25% an der bundesweiten Fördermenge. Schließlich wurde der Erzabbau im März 1969 wegen der Erschöpfung des Erzvorkommens eingestellt. Die Stillegung 1969 bedeutete das Ende für den jahrhunderte währenden Bergbau am Maubacher Bleiberg.
Geologie
Die Lagerstätte ist eingebettet in Buntsandsteinformationen, die sich in Form eines Dreieckes zwischen Kall, Satzvey, Gey erstrecken. Die Blei- und Zinkerze des Maubacher Bleiberges finden sich in den Schichten des mittleren Buntsandsteins, aus denen auch die Felsformationen des Rurtales gebildet sind. Vererzt ist der ca. 20m mächtige mittlere Buntsandstein der vom oberen Buntsandstein mit einer Mächtigkeit von ca. 70m als Deckgebirge überlagert ist.
Im Gegensatz zu den üblichen Gang-Vererzungen handelt es sich bei dem Maubacher Bleiberg um eine Lagerstätte mit großflächiger Ausdehnung u. einer Mächtigkeit in voller Höhe des mittleren Buntsandsteins. Die Erze sind allerdings mit einem Metallgehalt von insgesamt ca. 3.5% relativ arm. Es enthält Blei, Zink, Kupfer und untergeordnet auch Pyrit. Die Vererzung besteht aus Bleiglanz, Zinkblende und Kupferkies. Die Vererzung liegt in Form einer Imprägnation der Sandsteine und Konglomerate vor.

Die Erze sind als vollständige oder partielle Ausfüllung ehemaliger Hohlräume im Sandstein bzw. im Konglomerat verteilt. Die Größe der einzelnen Erzkörner (Knotten - siehe Bild am rechten Rand) hängt entscheidend von den Volumina der Hohlräume ab, die bei der Abscheidung der Erze zur Verfügung standen. Daher sind die einzelnen Knotten im feinkörnigen Sandstein erheblich kleiner ausgebildet als die Vererzungen, die sich in den aus groben Geröllen bestehenden Konglomeraten bilden konnten. In letzteren ist bei nur partieller Ausfüllung des Porenvolumens häufig eine idiomorphe Ausbildung der Erze zu beobachten.
Auswirkungen des Bergbaus auf die umliegenden Gewässer
In Flusseinzugsgebieten mit altem Bergbau sind historische Auensedimente mit Schwermetallen angereichert. Heute stellen diese Sedimente die Hauptquellen der Schwermetallbelastung für die betroffenen fluvialen Systeme dar.
Da Schwermetalle persistente Schadstoffe sind und nicht durch natürliche Prozesse abgebaut werden können, ist in solchen Gebieten auch heute noch eine potenzielle Gefährdung für Pflanzen, Tiere, Boden, Grund- und Oberflächengewässer gegeben. In diesem Zusammenhang kommt den Fließgewässern als Haupttransportadern und den Auensedimenten als Speicher dieser Stoffe eine wichtige Bedeutung zu. Diese speichern einerseits Informationen über historische Umweltveränderungen und -belastungen im jeweiligen Einzugsgebiet und können andererseits über Jahrhunderte als bedeutende sekundäre diffuse Schadstoffquellen fungieren. Dies gilt in besonderem Maße für historische Erzbergbaugebiete auf Bunt- und Edelmetalle.
So sind innerhalb des Teileinzugsgebiets Rur im Raum Stolberg die erhöhten Schwermetallkonzentrationen für Blei und Zink im Vichtbach und Inde teilweise auf die abgebauten und verarbeiteten Erze zurückzuführen. Teilweise können auch die über dem Schwellenwert von 1 mg/l liegenden Cadmiumkonzentrationen in beiden Gewässern darauf zurückgeführt werden, dass Cadmium als Begleitelement von Zink in diesen Erzen vorkommt.
Die Schwermetallkonzentrationen durch Bergbau belasteter Gerinne- und Hochflutsedimente nehmen in der Regel flussabwärts schnell ab. In einigen Fällen sind die Schwermetallanreicherungen jedoch auch über Entfernungen von mehr als 100 km festzustellen.
Logbedingungen
Um den Earthcache loggen zu dürfen, beantwortet mir bitte kurz folgende Fragen. Die Antworten findet Ihr an den angegebenen Koordinaten.
1. In welchen Konzentrationen kommen die drei wichtigsten Metalle im Gestein vor?
2. In welchem Verfahren wurden die Metalle aus dem Erzgestein gewonnen?
3. Wie wurde der Tagebau nach der Stilllegung der Erzgewinnung genutzt?
Direkt nach dem Versand der Antworten dürft Ihr loggen. Wenn etwas grundlegend falsch sein sollte, so werde ich Euch kontaktieren.
Ich wünsche Euch viel Spaß und Interesse an den Informationen!