Als Namensgeber der Kirche gilt vermutlich Severus von Ravenna, ein katholischer Heiliger, dessen Gebeine heute in der Erfurter Severikirche liegen. Die ursprünglich katholische Vorgänger-Kapelle St. Gallus wurde im 15. Jahrhundert im Zuge der thüringischen Reformation evangelisch. Die heutige gotische Kirche wurde dabei vermutlich auf dem Fundament der Kapelle errichtet, die bis 1537 existierte. Ein Hinweis hierzu ist die Jahreszahl 1580, die in einen Türgewändesturz im Erdgeschoss des Turms eingemeißelt ist. Am Vormittag des 28. April 1722 vernichtete ein Großbrand in nur zwei Stunden 41 Häuser nebst Scheunen und Stallungen in Kleinrettbach. Auch die Kirche mit dem vierglöckigen Geläut fiel den Flammen zum Opfer. In den Jahren 1733 bis 1736 erfolgte der Neubau der Kirche. Sie besteht nun aus einem in Ost-West-Richtung gebauten Langhaus mit dreiseitigem Chorschluss im Osten und einem eingezogenen Turm mit Laterne im Westen. Der Neubau wurde finanziell unterstützt mit einer Spende von 50 Talern (entspricht etwa der Kaufkraft von 3500 Euro) vom Kurfürst von Mainz, Philipp Karl von Eltz-Kempenich, dem damaligen Herrn über Erfurt, zu dem Kleinrettbach damals gehörte. Hieran erinnert das im nördlichen Türsturz enthaltene „Erfurter Rad“, dem Wappen der Stadt, mit der Jahreszahl 1734. Auch Herzog Friedrich III. von Gotha beteiligte sich mit einer Spende von 12 Talern am Neubau.
In der jüngeren Vergangenheit wurde 1987 eine „Winterkirche“ an der Westseite eingebaut, um die Kirche auch in der kalten Jahreszeit nutzen zu können. Allerdings hatten Geld- und Materialmangel zur Folge, dass für 15 Jahre an der Kirche keine Arbeiten mehr vorgenommen wurden. Neuerdings kümmert sich der 2002 gegründete Verein zur Erhaltung der Dorfkirche „St. Severi“ e.V. um die Sanierung des Bauwerks. Dabei wurde 2006 mit staatlichen und kirchlichen Fördermitteln nach einer Notsicherung durch Einbau einer Zwischendecke (Herbst 2002) das gesamte Kirchendach neu gedeckt. Auch Teile des Dachstuhls wurden saniert und eine neue Dachentwässerung montiert. Anfang April wurde die aus Ziegelsteinen bestehende Stützmauer an der Turmwestseite abgerissen. 2010 wurde ein großer Teil der Kirchhofsmauer mit Dachziegeln neu gedeckt und die Mauer neu verfugt.