
Der Neumarkttunnel in 2 Jahren?
Dieser schöne Aphorismus aus dem Griechischen, der „alles fließt“ bedeutet, wird heute rückwirkend schon mit dem Philosophen Heraklit in Verbindung gebracht, der in seinen Arbeiten mehrfach behauptet hat, man könne nicht zweimal in densselben Fluss steigen. Damit will er sagen, dass die Dinge (und auch wir) in ständigem Wandel sind.
Geocachern ist dieser Wandel vielleicht noch bewusster, da sie sich öfter mal mit dem Vergangenen auseinandersetzen; in Form von Rätseln, Lost-Places oder Caches die Geschichtsstunden beinhalten. Diese Geschichte des Wandels handelt vom Neumarkt in Osnabrück.
Die Innenstadt ist der zentrale Stadtteil Osnabrücks mit etwa 8.300 Einwohnern. Sie besteht aus der mittelalterlichen Altstadt und der mittelalterlichen Neustadt, die 1306 vereinigt wurden. Die Altstadt entstand um drei Kirchen: St. Marien, St. Kattharinen und dem Dom St. Peter als Bischofskirche. Die Neustadt entstand um die Kirche St. Johann. Die Gymnasialkirche und die Herz-Jesu-Kirche zählen ebenfalls zur Innenstadt, auch befindet sich dort das Schloss Osnabrück, heute Hauptsitz der Universität Osnabrück.
Der Neumarkt in der Innenstadt liegt 64m ü. NN. Die Große Straße und der vordere Teil der Johanniesstraße bilden die Haupteinkaufsstraße Osnabrücks, die damit das wirtschaftliche Zentrum ist. Neben dem Einzelhandel finden sich auch Gastronomie, Hotels und Verwaltungen sowie Bildungseinrichtungen in der Innenstadt. Der Neumarkt befindet sich zwischen Alt- und Neustadt. Modernere Gebäude dominieren hier, da nur wenige Häuser den Krieg überstanden haben – 94% der Altstadt wurden damals zerstört. Früher fungierte der Neumarkt als zentraler Marktplatz.
Während das Überqueren des Neumarktes bis 2001 nur unteriirdisch durch den Fußgängertunnel möglich war und dort auch viele Geschäfte angesiedelt waren, wurde für Fußgänger der ebenerdige Weg über eine Ampel vor zehn Jahren geöffnet. 2005 wurde der Tunnel zu seinem heutigen Erscheinungsbild umgebaut.
Die Innenstadt besaß allerdings auch einmal Anbindung an drei Straßenbahnlinien. 1906 wurden diese eröffnet, dann nach und nach ausgebaut und schließlich zwischen 1958 und 1960 wieder geschlossen. Die Linien liefen vom Hauptbahnhof zum Hegger Friedhof, vom Schölerberg nach Haste und vom Martiniplatz (H.-Lübke-Platz) in den Schinkel. Momentan wird in der Stadtplanung diskutiert, die Innenstadt wieder mit Straßen- bzw. Stadtbahnen zu versehen.
Heute ist der Neumarkt der Haupt-Bus-Bbahnhof Osnabrücks. Die Innenstadt ist noch mit den Bahnhöfen Hauptbahnhof und Altstadt (vormals Hasetor) an den Bahnverkehr angebunden. Seit nunmehr 20 Jahren wird darüber diskutiert, auch am Johannistor, bzw. Rosenplatz eine Bahnstation einzurichten.
Eine ganz eigene Geschichte hat der Tunnel unter dem Neumarkt. 2005 erst zu seiner heutigen Form umgebaut, fehlte dem Einzelhandel im Tunnel mit der Zeit einfach die Laufkundschaft, nachdem vier Jahre zuvor der ebenerdige Weg über die Ampel freigegeben wurde. Nach und nach liefen in den letzten Jahren die Mietverträge aus und die Geschäfte verschwanden. Seitdem wird viel über eine passende neue Nutzung diskutiert. Eine Weile ernsthaft im Gespräch war ein unterirdischer Fahrradkeller. Den halten die Politiker allerdings für eine Totgeburt, da viel umgebaut werden müsse und Fahrradfahrer ihr Rad am liebsten direkt am Geschäft abstellen.
Vorschläge wie eine Diskothek oder Archiv für das Landgericht wurden wegen der Raumhöhe verworfen. Die Neue Osnabrücker Zeitung sammelte Ideen von Lesern, die sehr kreativ vorschlugen einen Countdown an der Ampel anzubringen, der dann vielleicht Passanten dazu bewege, den Tunnel zu nehmen, wenn es noch sehr lange dauern werde, bis die Ampel umspringe. Weitere Vorschläge waren eine Anlaufstelle für Obdachlose sowie ein Depot für alte und unfähige Politiker.
Alle Vorschläge bislang bedeuteten hohe Umbaukosten und geringe Erfolgsaussichten. Ein Investor wurde bis Ende 2010 nicht wie geplant gefunden. Nun scheint als einzige Lösung das Verschütten zu bleiben. Doch Tiefbauer berechnen dafür einen Kostenaufwand von sage und schreibe 5,5 Millionen Euro! Eine neue innovative Idee hat allerdings ein Osnabrücker Künstler vorgebracht: Den Tunnel mit Lichtkunst umgestalten. In Wiesbaden gab es ähnliche Diskussionen um die Unterführung vor dem Bahnhof und dort hat der Künstler gute Erfahrungen gemacht. Sieben Tonnen Glas und 142 regelbare Sparlampen sorgen dort für wellenförmige Lichteffekte.
Das dunkle Blau weckt bei Passanten das Gefühl, ins Wasser einzutauchen. Seit der Wiedereröffnung vor über einem Jahr habe es keinen Vandalismus gegeben. Die Kosten für die Sanierung werden auf eine knappe Million Euro geschätzt. Stromkosten müssten jährlich etwa 8600 Euro aufgewendet werden. Günstiger als die Verschüttung ist das allemal!
Obenstehende Informationen sind dem Sinn nach von Wikipedia und der Webseite der neuen Osnabrücker Zeitung entnommen. Der Cachebehälter ist ein Nano. Es ist verdammt muggelig, also würde ich an Eurer Stelle das Attribut "empfohlen bei Nacht" beherzigen ;) Die Listingkoordinaten sollten eigentlich direkt auf den Tunnel am Neumarkt zeigen, aber dieser Platz ist schon besetzt, daher etwas weiter nördlich =) Sollte die Schwierigkeit unangemessen sein, nehmen wir diesbezüglich gern Hinweise entgegen ;) Alle Informationen die man zum Finden des Caches benötigt finden sich im obigen Text =)
Happy Hunting!
Eigentlich ist die Lösung eindeutig. Aber weil so viele das gern hätten, könnt Ihr hier nachprüfen.