An den Parkingkoordinaten könnt ihr euer Cachemobil abstellen (der Bauer würde noch gerne mit dem Traktor daran vorbei kommen). Wenn ihr das Kreuz ausreichend begutachtet habt und vielleicht auch noch die dahinterliegende Norbertuskapelle, findet ihr die Dose an den Listingkoordinaten (von der Kapelle aus ca. 100m Richtung Allee laufen).
Zum Roggenburger Sühnekreuz vermerkt www.suehnekreuz.de:
Das spätmittelalterliche Steinkreuz steht unweit des ehemaligen Galgenstandortes. Die Skizze bei Groß (1895) zeigt ein Kreuz in ausgeprägter Malteserform. Es kann nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden, dass er das hier beschriebene Steinkreuz meinte, zumal seine Standortbeschreibung auf den entgegengesetzten Ortsausgang verweist.
Am Ortsausgang, an der Straße nach Ingstetten bei der Kapelle, Fl.-Nr. 492. Sandstein (H=98; B=87; D=30). Auf der Vorderseite Grübchen. Einst stand das Kreuz im Norden des Dorfes in einem Anger. Eine alte Standortskizze findet sich bei Groß (1895). Das Sühnekreuz wird auch "Schwedenstein" genannt. In Denkmalliste eingetragen. (Wischebarth 2007)
In Roggenburg am Nordausgang der Straße nach Weißenhorn abseits in einem Anger ein halb liegendes Kreuz aus Muschelkalkstein, Schweden-, Franzosen-, auch Sühnekreuz genannt, 0,84m groß, 0,96m breit. (Ernst 1934)

Sühnekreuze sind mittelalterliche Steinkreuze. Der wahre Aufstellungsgrund ist nur von den wenigsten bekannt. Sicher ist nur, dass ein Großteil zwischen dem 13. Jahrhundert und der Zeit um 1530 aufgestellt wurde. Die meisten von ihnen stehen im Zusammenhang mit Totschlagsdelikten, bei den wenigsten ist jedoch der unmittelbare Anlass schriftlich bezeugt oder es lassen sich überlieferte Sühneverträge nicht mit Sicherheit einem erhaltenen Steinkreuz zuordnen. Oftmals sind bei diesen Steinkreuzen Waffen eingeritzt, die als Mordwerkzeuge gedeutet werden. Wurde jemand im Streit oder anderweitig ohne Absicht getötet, musste der Schuldige mit der Familie des Opfers einig werden. Es wurden zwischen beiden Parteien privatrechtliche Sühneverträge abgeschlossen.
Der geistesgeschichtliche Hintergrund ist der, dass in katholischer Zeit die Vorübergehenden angehalten werden sollten, Fürbittgebete für den ohne Sterbesakramente zu Tode gekommenen zu halten. Deswegen gibt es in evangelischen Gegenden schlagartig etwa ab 1530 keine Steinkreuzsetzungen mehr. Gleichermaßen wichtig ist jedoch die Einführung der Peinlichen Halsgerichtsordnung, der so genannten Carolina durch Karl V. im Jahre 1532. Damit wurden die privatrechtlichen Sühneverträge durch ein landesherrliches Gerichtswesen abgelöst. Auch dies ist durch das plötzliche Aussetzen der Sühneverträge in den frühneuzeitlichen Akten gut nachvollziehbar.
Beide Dinge gemeinsam - die Einführung der Reformation in den entsprechenden Gegenden und die Einführung der Carolina hatten zur Folge, dass künftig keine Sühnekreuze mehr gesetzt wurden. Jüngere Steinkreuze in katholischen Gegenden können durchaus noch dem mittelalterlichen Fürbittgedanken folgen; in evangelischen Gebieten handelt es sich aber nunmehr um einfache Gedenksteine (Nach Mord, Totschlag, Unfall, Pest usw.), die allerdings wesentlich seltener gesetzt wurden.
Ab 1300 soll es deshalb üblich gewesen sein, am Tatort oder dort wo es die Angehörigen wünschten, ein steinernes "Sühnekreuz" aufzustellen. Es sind Oberpfälzer und sächsische Sühneverträge erhalten geblieben, in denen ausdrücklich die Setzung eines Sühnekreuzes vereinbart wird.
Es ist sicher falsch, von den Steinkreuzen generell als "Sühnekreuzen" zu reden. Sie konnten auch von Angehörigen nach einem tödlichen Unfall - oder wie in Zittau im Jahre 1392 schriftlich bezeugt - als Dank für eine mildtätige Stiftung eines Kuttenberger Bürgers zur Ausbesserung einer gebirgsüberschreitenden Fernstraße nach Gabel gesetzt werden.
Man glaubt aber auch, dass einige als Grenzzeichen, Richtungsweiser, Freisteine, Pestkreuze oder als Gerichtskreuze dienten. Über interessante und merkwürdige Zusammenhänge zwischen Steinkreuzen und anderen weltlichen und kirchlichen Denkmälern schreibt Karl Bedal in einer 1986 erschienen Schrift. Trotz verschiedener Meinungen und intensiver archivarischer Forschungen umgibt diese groben und massigen Kreuze aber immer noch ein Hauch des Geheimnisvollen und Rätselhaften.
Wir bedanken sich bei den Administratoren der Web-Site www.suehnekreuz.de, die der Verwendung der Web-Daten explizit zustimmen und sich über die Bereitstellung von GPS-Koordinaten und anderen Ergänzungen freuen.