Schenkung des Marcharius im gleichen Dorf. Im vierten Jahre des Königs Pippin, unter der Verwaltung des heiligen Rutgang.
"Wenn wir etwas von unserem Vermögen für die Stätten der Heiligen oder den Unterhalt der Armen aufwenden, so wird uns das ganz sicher in der ewigen Seligkeit von Gott vergolten werden, wie wir zuversichtlich glauben. Aus diesem Grunde mache ich, Marcharius, um der Liebe unseres Herren Jesus Christus und um der Verzeihung meiner Sünden willen, damit ich für würdig befunden werde, künftig Nachlass meiner Vergehungen zu erlangen, eine Vergabung.
Mit dem Wunsche, dass meiner Gabe ewige Dauer beschieden sei, schenke ich der Basilika des heiligen Petrus, die im Dorfe Hepphenheim errichtet ist, meinen Besitzanteil, nämlich meinen Kleinhof im Dorfe Winenheim, mit jener Hube*, die Wolfinus innehat."
*(Hube oder Hufe - altes Flächenmass,entspricht sechs bis achtzehn Hektar)
Dies stellt die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Weinheim im Jahr 755 dar, die als Dokument im Kloster Lorsch nach dessen Gründung 764 aufbewahrt wurde.
Es war zu dieser Zeit üblich, durch Spenden den Nachlass der Sündenstrafen zu erkaufen, was direkt der Kirche zu Gute kam, die dadurch Landbesitz und Einfluss gewann. Auch in den folgenden Jahren wurden im Bereich Winenheim der Kirche weitere Ländereien übereignet, z.B. durch Adalind 767 oder Willibald und Heio 773.
Das Dorf Winenheim lag wohl im Bereich der heutigen Weinheimer Nordstadt nördlich des Flusses Wisscoz (Weschnitz), ohne dass man heute noch eingrenzen kann, wo genau sich diese Ansiedelung befand.
Vom Cache aus hat man einen schönen Ausblick über die Weinheimer Nordstadt und andere Stadtteile.