Selbst als Einwohner der Stadt haben wir 7 Jahre gebraucht, um sich
die Kirche und die Gassen drum herum mal anzuschauen. Bitte geht
auch in die Kirche, sie hat eine interessante Geschichte und wurde
2005 als Denkmal des Monats ausgezeichnet.
Die Kirche ist das älteste Gebäude der Stadt Kremmen, die
schon 1298 das Stadtrecht erhielt. Der aus Feldsteinen erbaute
Chorraum aus dem 13. Jahrhundert zeigt die ursprüngliche Größe der
Kirche. Später wurde das dreischiffige Langhaus angebaut. Die
Erhöhung des Chores und der Einbau von zwei Emporen waren die
letzte Erweiterung. Über dem erhaltenen Apostelchor existierte ein
Sternchor, der hinter dem Altar herum führte. Der ursprünglich mit
einer hölzernen Ampel gekrönte Turm brannte durch Blitzschlag 1917
ab. Er wurde 1928 etwas niedriger fertig gestellt. An der Stelle
der drei Bronzeglocken, die im ersten Weltkrieg abgeliefert werden
mussten, gibt es seit 1928 drei Stahlglocken mit einem elektrischen
Geläut.
Die "neue" Innenausstattung wurde notwendig, nachdem ein
Stadtbrand 1680 auch die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört
hatte. Der Platz um die Kirche war bis 1812 Friedhof. Dann wurde er
zu klein. An der Südseite des Außenmauerwerks fallen zahlreiche
kreisrunde oder längliche Ausschabungen auf. Sie werden
Fieberlöcher genannt. Der ausgeschabte Ziegelstaub diente als
Medizin bei mancherlei Erkrankungen. Eine alte Sonnenuhr mit
gotischen Ziffern stammt aus der Zeit, als um die Kirche noch keine
hohen Bäume wuchsen.
Quelle: www.kremmen.de