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RAD-Lager "Auf der Haardt" Multi-Cache

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Die Geocräsher: Hier ist schluss!

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Hidden : 4/12/2011
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Kleiner Multi auf dem Gelände des ehemaligen Reichsarbeitsdienstlagers "Auf der Haardt".


Der Reichsarbeitsdienst (abgekürzt RAD) war eine nationalsozialistische Organisation im Deutschen Reich von 1933–1945. Jeder junge Mann musste eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht im Rahmen eines Arbeitsdienstes ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auch auf die weibliche Jugend ausgedehnt. Der Reichsarbeitsdienst war ein wichtiger Bestandteil des nationalsozialistischen Erziehungssystems.

Die Ableistung der Arbeitsdienstpflicht war Voraussetzung für die Zulassung zum Hochschulstudium. Ein für die NS-Diktatur erfreulicher Nebeneffekt war, dass zuvor arbeitslose RAD-Angehörige nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik erfasst wurden.


RAD-Lager "Auf der Haardt" 1939/1940

Der Reichsarbeitsdienst wurde für verschiedene Aufgaben eingesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befasste er sich mit Forst- und Kultivierungs- sowie Deichbau- oder Entwässerungsaufgaben und Tätigkeiten in der Landwirtschaft. Im Hinblick auf einen drohenden Konflikt mit den Westmächten wurde ab 1936 auch an militärischen Objekten wie dem Westwall und dem Ostwall gebaut.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der RAD immer mehr zu kriegswichtigen Bauaufgaben im Umfeld der kämpfenden Truppen herangezogen. Gegen Kriegsende sollten auch Einheiten des männlichen RAD im Rahmen des Volkssturms eingesetzt werden. Bekannt wurden drei RAD-Infanteriedivisionen, die im Endkampf um Berlin eingesetzt werden sollten, aber wegen hoher Verluste im Aufstellungsraum und sehr schlechter Bewaffnung keinen wesentlichen Einfluss auf die Geschehnisse um Berlin nehmen konnten.

Der weibliche RAD wurde als Ersatz für fehlende männliche Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und als sogenannter Kriegshilfsdienst (KHD) in Ämtern und Schreibstuben, in der Rüstungsproduktion und im öffentlichen Nahverkehr verwendet. Ab 1944 wurden „Arbeitsmaiden“ des RAD für die weibliche Jugend auch für die Besetzung von Flak-Scheinwerfer-Batterien und zur Lenkung von Nachtjagd-Einheiten der Luftwaffe herangezogen.

0Die wichtigste Einheit beim männlichen RAD war die Abteilung, die in einem geschlossenen Barackenlager untergebracht war. Theoretisch bestand eine Abteilung aus 216 Arbeitsmännern und Führern. Aus diesen Abteilungen bildeten sich die RAD-"Gruppen" mit 5 bis 15 Abteilungen. Aus 4 bis 12 Gruppen wurden wiederum die Arbeitsgaue zusammengesetzt. Dieser Cache zeigt euch ein solches RAD-Lager. Die meisten dieser Lager sind heute vollständig verschwunden. Die Behausungen waren im Regelfall einfache Holzbaracken mit einem Ofen. Massivbauten gab es in der Regel nur selten, meist waren dies dann Küchen, Waschhäuser und Verwaltungsgebäude.

In RAD-Lager "Auf der Haardt" war die RAD Abteilung 5/193 Mettlach / Saar untergebracht, welche vor allem für den Bau der zahlreichen Westwallanlagen in der Umgebung herangezogen wurde. Der genaue Name des RAD-Lagers ist nicht bekannt. Viele Lager wurden nach regionalen Gönnern benannt. Schon 1935 wurden im Bereich Merzig die ersten RAD-Lager gebaut, wie etwas das RAD-Lager "Eugen von Boch" in Brotdorf, das RAD-Lager "Wilhelm von Fellenberg" oder das RAD-Ostarbeiterinnen-Lager auf dem Gelände von V&B. Dazu ein Zeitzeugenbericht:


"Zumindest ein Lager in Mettlach war im Bereich der Fabrikanlagen von Villeroy & Boch. Das Lager wurde im Spätjahr 1944 über Britten, Bergen, Waldhölzbach Richtung Hermeskeil evakuiert. Die Familie Boch selbst profitierte auch privat von den Sklavenarbeitern aus dem Osten. Selbst ein polnisches Kind befand sich unter ihren 'Bediensteten'. Da Frau von Boch (Anm. des Owners: gemeint ist hier höchstwahrscheinlich die kürzlich verstorbene Beatrice von Boch-Galhau) 'guten Kontakt zu den Behörden' hatte, durften ihre privaten Ostarbeiterlinnen auch schon einmal 'ohne Ostzeichen' in die Stadt gehen."


0Mit zunehmender Dauer des Krieges stieg auch die Zahl der Zwangsarbeiter beim Reichsarbeitsdienst an. Dies betraf vor allem die sogenannten "Ostfrauen", weibliche Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten im Osten. Viele dieser Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen kamen in den Lagern des RAD ums Leben. Davon erzählt auch dieser Zeitzeugenbereicht über das "Lager Vilbo" für sowjetische Zwangsarbeiter auf dem Gelände von Villeroy&Boch in Merzig:


"Schon von 1935 hatte die Betriebsführung der Firma Villeroy & Boch starke Hoffnungen in die Rückgliederung des Saarlandes gesetzt. Der Betrieb wurde stramm nationalsozialistisch ausgerichtet. Nach Aussagen ehemaliger Arbeiter versprach sich die Firma große Aufträge im Kasernenbau und Rüstungsgeschäft. So sollte auch nicht verschwiegen werden, dass im Merziger Zweigwerk ein 'Lager VILBO' für sowjetische Zwangsarbeiter bestand, getrennt in ein Männerlager im Bereich der Terrakottafertigung und ein Frauenlager im Bereich Rohrebau. Ab 1943 wurden auch italienische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt. Aus den Totenlisten ist zu schließen, dass es sich um männliche und weibliche Gefanagene gehandelt hat. Auffällig ist, dass die Gräberliste Besch (Anm. des Owner: größte Kriegsgräberstätte des Saarlandes) nur unbekannte Tote nennt, die alle 1944 gestorben sind. Handelt es sich um Opfer bei der Evakuierung der Lager im November 1944? Die Namensliste der Stadt Merzig gibt für vier Sowjetbürger Todesdaten im November 1944 an: Nadja Safanow (gest. 9.1.1944), Dimitri Morokin und der 18jährige Lewko Huba (beide gest. 19.11.1944), sowie Ignaz Dytuck (gest. 26.11.1944). Der Letzte wird in der Bescher Liste als Pole mit dem Todesdatum 26.11.1944 geführt."


Hierraus ist ersichtlich, zu was die in Ihren Grundzügen "sauberen" RAD-Lager (sofern man in diesem Zusammenhang überhaupt von "sauber" sprechen kann und darf) mit zunehmender Kriegsdauer umgewandelt wurden. Aus der "Freiwilligkeit" der Heranwachsenden wurde Zwangsarbeit für Menschen, deren Heimat von der NS-Diktatur besetzt wurde.


Sucht an den Listingkoordinaten den PETling!
Dort findet ihr die Final-Koordinaten.
Bitte beachtet die Terrainwertung und passt auf wo ihr hintretet.


Viel Spaß beim Suchen wünschen

Die Geocräsher

Quelle: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 71. sowie eigene Recherche



Additional Hints (Decrypt)

Svany: Orgbaclenzvqr

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)