k. u. k. Artillerieschießplatz
Dieser Cache befindet sich an der Grenze des ehemaligen k. und k. Artillerie-Schießplatzes inmitten des Steinfeldes. Das Wort „Artillerie“ leitet sich wahrscheinlich von „ars tollere“ ab, was so viel bedeutet wie: die Kunst des Werfens.
Ab welchem Zeitpunkt das Steinfeld östlich von SOLLENAU als Schieß- und Versuchsplatz verwendet wurde, lässt sich nicht mehr genau eruieren, allerdings lassen sich ab 1853 solche Versuche nachweisen. Man kann allerdings nicht ausschließen, daß auch schon davor geschossen wurde. Das erste Beschwerdeschreiben (tja, die Leute haben damals schon gemeckert!) von Anrainern und Gemeinden an die k. k. General-Artillerieinspektion lässt sich auf das Jahr 1861 datieren, in dem auf Schießversuche seit zumindest 1853 hingewiesen wurde. Bereits von Anfang an war „die Haide“, wie dieses Gebiet auch immer noch genannt wird, nicht nur ein „reiner“ Schießplatz, sondern auch ein Versuchsplatz, an dem Versuche und Erprobungen verschiedenster Waffen, Munition und Kampfmittel stattgefunden hatten. So befanden sich zwischen SOLLENAU und dem WR. NEUSTÄDTER KANAL Versuchsstellungen der Küstenartillerie (Ja, wirklich, so etwas haben wir auch einmal besessen!), deren Überreste der Fundamente und Pivotzapfen heute noch vorhanden sind. Außerdem sieht man auch heute noch die Überreste der ehemaligen Schmalspurbahn (Spurweite ca. 70cm) entlang der Großmittlerstraße. Dort zieht sich nämlich, direkt neben der Straße, der noch heute sichtbare Bahndamm entlang. Weiters ist direkt neben der Brücke über die Großmittlerstraße - an der Kreuzung mit der Kanalstraße - eine Brücke der Schmalspurbahn über den WR. NEUSTÄDTER KANAL klar und deutlich erkennbar. Durch diese Schmalspurbahn war es ohne größere Anstrengung möglich, die schießenden Truppen mit Munition etc. zu versorgen. Außerdem wurde mit dieser „Militärschleppbahn“, wie sie eigentlich hieß, eine direkte Verbindung zwischen den Pulverfabriken in BLUMAU, dem Schießplatz und zu der Feuerwerksanstalt in WÖLLERSDORF geschaffen. Am Ende des Ersten Weltkrieges besaß das Schienennetz dieser Bahn eine Gesamtlänge von sage und schreibe 216 Kilometern! Offiziell wurde diese Schmalspurbahn 1899 in Betrieb genommen (betrieben wurde die Bahn aber schon wesentlich früher) und die letzten Schienenteile wurden erst in den 1980’er Jahren abgetragen.
Ich möchte auch noch ein paar Worte zur Entstehung des Namens „GROSSMITTEL“ verlieren. Mit diesem Namen ist für einen Teil der hiesigen, männlichen Bevölkerung das Panzergrenadierbatallion35 in der JANSA-Kaserne nahezu untrennbar verbunden.
Entlang der heutigen Großmittlerstraße (die Verbindungsstraße zwischen SOLLENAU und EBENFURTH) befanden sich, sowohl südlich als auch nördlich davon, insgesamt 3 Wachhütten, 4 Munitionsmagazine und 4 Pulvermagazine sowie ein Dynamitmagazin, die sternförmig angeordnet waren. Das „Kleine Mittel“, die Wachhütte mit der Nummer 3 befand sich nördlich der Verbindungsstraße, die größte der drei Wachhütten, die Wachhütte Nummer 2, befand sich auf dem Areal der heutigen HMunA (Heeres-Munitions-Anstalt) und wurde „Das Große Mittel“ genannt – daher der heutige Name.
Von den vorhin erwähnten Wachhütten und Magazinen sind heute bestenfalls noch Überreste vorhanden, es sei allerdings eindringlich davor gewarnt, diese zu suchen, da man sich dadurch auf militärisches Sperrgebiet begibt! Faktum ist, und auch das sei hier in aller Deutlichkeit erwähnt, daß sich, obwohl immer wieder Suchaktionen stattfinden, auf diesem Gebiet NACH WIE VOR eine nicht unbeträchtliche Anzahl an BLINDGÄNGERN (da meine ich jetzt Granaten, Bomben, Munition etc. und keine leicht umnachteten Persönlichkeiten) befinden, die eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Deshalb: Hände weg von Dingen, die unbekannt sind, sehr alt ausschauen, von denen Drähte wegstehen, halbmotiviert aus dem Boden ragen, etc. Wenn man damit hantiert und/oder keine Ahnung von der Materie hat (und ich bezweifle jetzt einmal, daß die Mehrzahl der Bevölkerung eine Ahnung davon hat) kann das tödlich ausgehen!! Generell gilt: wenn man so etwas, egal wo, findet – Bitte der nächsten Polizeidienststelle melden!!!
Jetzt zum Cache selber:
Aufgrund der Tatsache, daß wir uns am Rande eines militärischen Schieß- und Versuchsplatzes befinden, sind natürlich auch die Fragen dementsprechend „angehaucht“. Aber mit ein wenig Recherche sind die Lösungen des Rätsels und in weiterer Folge das Heben des Caches kein Problem. Dieser Cache liegt entlang meiner Laufstrecke (ja, wieder einmal, aber diesmal ist die Strecke als solche erkennbar), man kann ihn aber natürlich auch spazierenderweise und radfahrenderweise erreichen. Man kann auch mit dem Auto direkt bis zum Cache fahren. Allerdings, auch das sei erwähnt, ist, wie bei einem Teil meiner bisherigen Caches, etwas Geschick, Mut und Findigkeit erforderlich.
Natürlich ist, wie immer, jeder Cacher/jede Cacherin für sich selber verantwortlich!
So, jetzt zu den Fragen des Rätsel:
1. Das Kaliber des StG77 beträgt laut NATO Bezeichnung 5,56 x 45mm. Wie lautet eine weitere, übliche Bezeichnung für dieses Kaliber? Der Zahlenwert sei Alpha.
2. Das Kaliber des MG74/StG58/SSG69 beträgt laut NATO Bezeichnung 7,62 x 51mm. Wie lautet eine weitere, übliche Bezeichnung für dieses Kaliber? Der Zahlenwert sei Bravo.
3. Das Kaliber für das üsMG beträgt laut NATO Bezeichnung 12,7 x 99mm. Wie lautet eine weitere, übliche Bezeichnung für dieses Kaliber? Der Zahlenwert mal 10 sei Charlie.
4. Wie lautet das Kaliber des PAR66/79 (in mm)? Der Zahlenwert sei Delta.
5. Wie lautet das Kaliber des sGrW (in mm)? Der Zahlenwert sei Echo.
6. Wie lautet das Kaliber der M109 (in mm)? Der Zahlenwert sei Foxtrott.
7. Wie lautet das Kaliber des mGrW (in mm)? Der Zahlenwert sei Golf.
Die Koordinaten des Doserls errechnest Du jetzt folgendermaßen:
ND = NUrsprung – A – C – E – F – G – 18
ED = EUrsprung + B -19
Schreibzeug bitte selber mitnehmen! Ach ja, bevor ich es vergesse: Fotos sind gerne willkommen, solange dabei nicht zuviel gespoilert wird! Leute, die Angst vor Ratten haben, sollten schnell sein!!
An den Ursprungskoordinaten findet ihr erstens nichts (außer unter der Woche mich vielleicht), das euch weiterhilft, und zweitens dürft ihr da sowieso nicht hinein ;-).
Viel Spaß beim Rätsel und Recherchieren, viel Spaß am Hin- und Rückweg sowie Spaß beim Suchen!
Euer Parzival37
Deine Lösung für die Koordinaten dieses Rätsels kannst du auf geochecker.com überprüfen. Geochecker.com.