Ihr müsst nicht auf ein Privatgrundstück suchen. Bleibt einfach auf dem befestigtem Weg
Weil die Gemeinde Edewecht im damaligen Großherzogtum Oldenburg beim Bau der Eisenbahnen bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nicht an das Schienennetz angeschlossen worden war, bemühte sich der Gemeinderat seinerzeit um einen eigenen Anschluss an die Hauptbahn Oldenburg–Leer in Zwischenahn.
Bau und Betrieb wurden von der Gemeinde der Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahn übertragen. Am 15. Dezember 1912 konnte auf der normalspurigen eingleisigen Bahn von sieben Kilometern Länge der Betrieb eröffnet werden. Sie sollte vor allem dem Abtransport von Torf, der damals auch als Brennstoff für Lokomotiven verwendet wurde, sowie der Beförderung von Vieh dienen.
Wegen des Krieges konnte die Verlängerung um fünf Kilometer bis Edewechterdamm erst am 1. Oktober 1920 vorgenommen werden. Einen Monat später wurde ein Gleis für Güterzüge über den Küstenkanal hinweg bis zum Hafen geführt. Nach Gründung der Deutschen Reichsbahn übernahm diese die Betriebsführung, die 1949 auf die Deutsche Bundesbahn überging. 1977 übernahm die Gemeinde selbst die Betriebsführung ihrer Bahn.
Der stets schwache Personenverkehr endete am 13. Mai 1950, obwohl im Kursbuch für den Sommer 1950 noch eine Fahrplantabelle abgedruckt ist. Der letzte Fahrplan hatte werktags vier und sonntags zwei Zugpaare enthalten. Omnibusse der Kraftpost traten an die Stelle der Bahn. Trotz der offiziellen Stilllegung des Personenverkehrs fuhren bis zur Einstellung des Bahnbetriebs regelmäßig Personensonderzüge auf der Strecke.
Der jahrzehntelang ertragreiche Güterverkehr blieb bis Ende der 1970er Jahre relativ stabil bei 50.000 t und 65.000 t. Erst in der Folgezeit nahm er bis auf 17.100 t 1986 ab und wurde am 30. September 1991 eingestellt, im letzten Betriebsjahr wurden noch einmal 37.800 t befördert. Die Gleisanlagen wurden abgebaut und an ihrer Stelle ein Rad- und Wanderweg, der Reiherweg, angelegt.
