
Zur Geschichte:
Eine Öl-Heizung, die über einen 30-Meter-Schornstein in den Himmel
ragt - das war die Idee vom Entwurfsbüro für Hochbau Schwerin Ende
der 50-er Jahre für die Beheizung der Kongresshalle. Der
Schornstein steht seit 38 Jahren sorgfältig verpackt im ältesten
Hochhaus der Stadt.
Mit dem Bau der Sport- und Kongresshalle 1962 musste ein Heizhaus
mit einem mehr als 30 Meter hohen Schornstein her. Das hätte nun
aber wirklich nicht in die beabsichtigte städtebauliche Gestaltung
gepasst. Man kam auf die Idee, ihn in den Bau eines entsprechend
hohen Hauses einzubeziehen und somit zu kaschieren. So entstand das
erste Hochhaus im damaligen Bezirk Schwerin.
"Doch es gab einige Probleme bei der Umsetzung dieses Projektes",
erklärt Günther. "Die Höhe des Wohnhauses musste auf zehn Geschosse
beschränkt werden, um die Kosten für die technische Ausrüstung wie
Aufzüge und Druckerhöhungsanlagen für Wasser nicht unvertretbar
wachsen zu lassen."
Also wurden nur 78 Ein- und Zweiraumwohnungen mit Kochnische,
Küche, Dusche oder Bad gebaut. Die Unterbringung der technischen
Räume und Mietkeller im Kellergeschoss brachte ebenfalls Probleme
mit sich. "Sie haben dann den Hofbereich zusätzlich unterkellert,
aber das war noch nicht alles. Das dicke Ende kam erst noch."
Die Dienststelle der Lufthygiene erhob Einspruch: Der Schornstein
muss zehn Meter über Dach geführt werden, damit die
schwefelhaltigen, ziemlich aggressiven Rauchgase nicht in den
oberen Geschossen durch die Fenster eindringen können.
Für die Planer war dies gestalterisch nicht zu akzeptieren, also
wurden an der Technischen Universität Dresden Windversuche unter
Wasser gemacht. In München gab es schließlich ein Heizkraftwerk, wo
Rauchgase oberhalb eines zweiten Daches über eine "Strömungsplatte"
abgeführt wurden.
Nachdem der Schornstein nicht mehr genutzt wurde, gab es die Idee,
auf dem Dach ein Café zu bauen. Dies wurde aber zugunsten des
`Panorama-Cafés' gleich in der Nachbarschaft verworfen. Nun steht
"Der bewohnte Schornstein von Schwerin" wie ein Wahrzeichen in der
Weststadt. Bis auf die Dachsanierung und die Erneuerung der
Rohrleitungen konnten noch keine Modernisierungen vorgenommen
werden.
Grund: Auflagen des Denkmalschutzes und die komplette Vermietung
der Wohnungen. Viele Mieter im Haus sind über 80 Jahre alt, sind
zufrieden und wollen ihre Ruhe haben.
(Quelle: Hauspost.de, WGS)
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