KIRCHE LOIPERSBACH
Die Kapelle in LOIPERSBACH wurde 1873 erbaut, genau 25 Jahre
nach der Entlassung der Bauern aus der Grundherrschaft. Also stellt
diese Kapelle eine Art „Jubiläum“ dar. Ein Jubiläum
wofür? Moment, wenn wir zurückrechnen, kommen wir da auf das Jahr
1848. Hat sich da in ÖSTERREICH nicht etwas Gröberes getan?
Ach ja, da war so eine kleine „Revolution“,
Ferdinand der Gütige (auch genannt: Gütinant, der Fertige, da er
für einen Herrscher eher bescheidene Führerqualitäten hatte und den
Aufstand der Bauern und Studenten mit den Worten: „Dürfens
denn das?“ kommentierte) dankte zu Gunsten seines Neffen
Franz Josef ab. Dieser übernahm mit gerade einmal 18 Jahren ein
riesiges Reich und musste den Aufständischen gleich zu Beginn
seiner Regierung Zugeständnisse machen, die zwar teilweise wieder
zurückgenommen wurden, aber trotzdem tiefe Einschnitte in dem
bisherigen Gesellschaftssystem verursachten, unter anderem die
„Befreiung“ der Bauern.
Franz Josef sah in weiterer Folge seine Frau sterben, sah seinen
Sohn in MAYERLING Selbstmord begehen, sah seinen Neffen, den
Thronfolger, in SARAJEWO sterben und musste nahezu chancenlos
mitansehen, wie das Habsburgerreich zerfiel. Auch von ihm stammt
ein berühmtes Zitat: „Mir bleibt auch gar nichts
erspart.“ Er starb 1916. Das Ende des Habsburgerreiches
musste er nicht mehr miterleben.
Im Jahre 1848 wurden die Bauern also aus der Grundherrschaft
entlassen. 25 Jahre später wurde in LOIPERSBACH diese Kirche
erbaut. Allerdings geht aus einem Katasterplan aus dem Jahre 1820
hervor, dass es schon davor eine Betkapelle in LOIPERSBACH gab.
Diese stand an der rückwärtigen Seite des Dorfes, am Fahrweg von
SCHWARZAU nach NEUNKIRCHEN, also an einem anderen Platz als die
Kirche jetzt.
Im Jahre 1878 wurde durch die damaligen Geistlichen um eine
Messlizenz für 2 Tage im Jahr sowie um die Vollmacht, die Kirche
einweihen zu dürfen, angesucht. Diese Vollmacht wurde auch erteilt.
Die zwei Tage, die gewährt wurden und auch heute noch begangen
werden, sind:
- der 4. Februar
- der erste Sonntag im Oktober.
Ich möchte jetzt noch ein paar Worte über die Kirche selber
verlieren:
Sie ist im neugotischen Stil errichtet. Interessant an der
Kirche ist, dass die Gemeinde einen Zubau an der rückwärtigen Seite
der Kirche errichten ließ, als 1895 die Handkarrenspritze für die
hiesige Feuerwehr angekauft wurde. Dieser Zubau wurde nämlich, man
höre und staune, als Feuerwehrrequisitenhaus verwendet und war
somit der erste seiner Art in LOIPERSBACH. 1962 wurde an der
Ostseite der Kirche eine Sakristei errichtet und das Feuerwehrdepot
wurde in eine Aufbahrungshalle umfunktioniert. Bis zu diesem
Zeitpunkt wurden die Toten nämlich noch in den Häusern
aufgebahrt!!
Der Innenraum der Kirche ist ein 3-jochiger Saalraum. Die
Glasmalerei an den Fenstern stammt aus dem Ende des 19.
Jahrhunderts. Das Altarbild zeigt eine Abbildung des Gnadenbildes
der „Mutter der immerwährenden Hilfe“ und kam um das
Jahr 1890 aus ROM. Zum Altar selbst gibt es auch noch etwas
Interessantes zu erzählen: Er könnte nämlich einer der 3
Barockaltäre aus der Pfarre SEEBENSTEIN sein. Allerdings weiß man
das nicht genau.
Zum Cache:
Bei dem Doserl handelt es sich eigentlich um ein
„Glaserl“. Die Größe ist irgendwas zwischen einem Micro
und einem Small. Das Glaserl ist ziemlich gut getarnt. Wenn ihr den
Cache sucht, behandelt den Ort bitte entsprechend würdevoll, ihr
befindet euch auf geheiligtem Boden und egal, ob ihr von diesen
Dingen etwas hält oder nicht, es ist ein Teil unserer Kultur und
verdient unseren Respekt! Ihr müsst nirgends herumkraxeln, nirgends
hinaufsteigen oder etwas aus der Mauer brechen. Einfach nur genau
suchen, dann wird das nicht allzu schwer sein. Ach ja: das sollte
einmal ein Parzival-Cache sein, bei dem man danach nicht gleich
wieder duschen muss ;-).
Bitte Schreibzeug selber mitnehmen!
Trading Items, sofern sie nicht zu groß sind, sind herzlich
willkommen.
Ebenso sind Fotos, sofern sie nicht zu viel spoilern, herzlich
willkommen.
Viel Spaß beim Suchen!
Euer
Parzival37