Kirche Ormalingen, Ormalingen
Die Kirche von
Ormalingen liegt auf einer Anhöhe süd-östlich des Dorfes mit
steilem Aufgang inmitten eines ummauerten Friedhofes. Ursprünglich
war sie dem Hl. Niklaus von Bari und dem Kaiser Heinrich, nach 1500
dem Johannes d. Täufer, geweiht.
Die
Baugeschichte zeigt, dass das Langhaus aus dem 14. Jahrhundert
stammt, jedoch da-mals kleinere Fenster besass und niedriger war.
An den später erweiterten, polygonalen Chor schliesst sich eine
Tresskammer an. Im 17. Jahrhundert sind Langhaus und Chor er-höht
und mit grösseren Fenstern versehen worden. Gleichzeitig wurde der
Westturm erhöht. Seit der Erweiterung des Chores im 18. Jahrhundert
erstreckt sich die Kirche hinter den ho-hen Westturm als länglicher
Baukörper unter durchgezogenem Satteldach. Die Masswerkfenster
entstammen dem Umbau aus dem 17. Jahrhundert.
Das Innere
zeigt sich als ein nach Osten breiter werdender Saalraum, wird aber
durch einen rundbogigen Chorbogen in Schiff und Langhaus getrennt.
Die Westempore füllt die Westhälfte des Schiffes aus. Die aus dem
14. Jahrhundert stammenden Wandmalereien machen den besonderen Wert
der Ausstattung aus. Sie wurden 1909 entdeckt. Gemalte Bordüren und
Ornamente begrenzen die Bildfelder, in denen ein riesiger sog.
Feiertagschristus und weitere Szenen dargestellt sind: Niklaus
rettet ein Schiff in Seenot, Christus gibt Petrus den
Himmelsschlüssel und erscheint in der Vorhalle. Ferner Teilstücke
eines Jüngsten Gerichts, Ausgiessung des Heiligen Geistes,
Leonardus als Patron der Gefangenen mit Kette etc. Die Darstellung
des aus dem Schmerzensmann entwickelten Feiertags-Christus ist eine
der ersten, die bekannt sind. Die Wandmalereien sind stilistisch
der volkstümlichen Richtung innerhalb der Wandmalereien
verpflichtet und deshalb besonders interessant und wertvoll. Sie
und die zum Teil noch gotische Darstellung des Innern machen die
Bedeutung dieser Kirche aus. Quelle: www.baselland.ch