„Ich muss unbedingt noch den Vorderreifen
aufpumpen,“ dachte Herr Meier, als er sich an einem sonnigen
Donnerstagnachmittag auf sein Fahrrad schwang. Zum Glück hatte der
Arzt heute länger auf und könnte sich meinen Daumen noch anschauen.
Ein tiefer Schnitt zierte die Spitze seines Daumens. Da hatte
dieses stumpfe Schälmesser, welches er immer im Garten benutzte,
ganze Arbeit geleistet.
Herr Meier steuerte gekonnt sein Fahrrad in
den Fahrradständer der Arztpraxis.
Er betrat den Anmeldungsbereich und sofort
hatte er diesen Geruch aus Desinfektionsmitteln in der Nase, der
Arztpraxen so unverwechselbar macht.
Mit einem freundlichen „Hallo“
begrüßte ihn die Sprechstundenhilfe seines Hausarztes. „Was
kann ich für Sie tun?“ fragte sie.
„Ach,“ seufzte er etwas verlegen,
„ich habe mir bei der Gartenarbeit in den Daumen geschnitten,
und jetzt pocht es ganz ordentlich
darin.“
„Das hört sich aber gar nicht gut an,“
entgegnete sie ihm. „Nehmen Sie doch bitte noch einen Moment
im Wartezimmer Platz,man wird Sie gleich
aufrufen.“
Er hatte gehofft, sofort hereingebeten zu
werden. Jetzt saß er im Wartezimmer und und hatte das Gefühl, alle
Krankheiten, die er bisher noch nicht hatte, unmittelbar von den
anderen wartenden Patienten frei Haus zu
bekommen.
„Herr Meier, bitte,“ schallte es aus dem
Lautsprecher, welcher seine besten Zeiten bereits hinter sich
hatte.
Er betrat das Sprechzimmer, und Dr. Müller
reichte ihm zuvorkommend die Hand.
„Was ist mit ihrem Daumen passiert?“
fragte er interessiert.
„Ich bin beim Zurückschneiden der Zweige
abgerutscht und habe mir dabei in den Daumen
geschnitten.“
Dr. Müller machte das Pflaster ab und warf
einen Blick auf die Wunde. „Hmh,“ seufzte er.
„Das sieht ja gar nicht gut aus,da ist ja auch noch Erde mit
in die Wunde geraten. Das ist eine Nokardiose der Haut, und wenn
wir jetzt nicht handeln, könnte sich die Entzündung auf Muskeln,
Sehnen und Knochen ausweiten. Die Inkubationszeit bei solch einer
Verletzung kann von einer Woche bis zu mehreren Monaten
liegen.“
„Ich schreibe ihnen eine entzündungshemmende
Salbe auf und lege einen Verband an,“ schlug Dr. Müller ihm
vor und warf noch einen letzten Blick auf die
Wunde.
„Wie geht es denn ihrer Frau,“ fragte er
Herrn Meier neugierig.
„Meiner Frau geht es eigentlich ganz gut, wenn
sie nicht ständig diese starken Kopfschmerzen hätte,“
entgegnete er dem Arzt spontan.
„Es fängt mit ganz normalen Kopfschmerzen an,
die dann immer schlimmer werden und sich dann auf eine Hälfte des
Kopfes verlagern. Manchmal muss sie sich auch übergeben und liegt
danach in ihrem Bett und braucht absolute Ruhe, schilderte
er.“
„Oh, das hört sich nach Migräne an,“
diagnostizierte der Mediziner, „sogar nach der Migraine
accompagnée. Sie wird auch komplizierte Migräne genannt,“
ergänzte er.
„Herr Meier, Ihnen stelle ich eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus und ihrer Frau rate ich
dringend, einen Schmerztherapeuten
aufzusuchen.“
Mit diesen Worten verabschiedete sich Dr.
Müller und begleitete ihn noch zur Tür.
Mit dem Gefühl, ihm sei geholfen worden, stieg
Herr Meier auf sein Fahrrad und fuhr nach
Hause.
Die Lösung: Nord = A und Ost =
G
Peile von dort, 89° und
41m.
Es muss weder was abmontiert, noch muss das
Rolltor bewegt werden.
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Rätsels kannst du auf geochecker.com überprüfen.
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