Münchner Trinkwasser
Hinter diesem großen Tor beginnt die Trinkwasserversorgung von München. Fast 20 % des Münchner Trinkwassers kommen aus dem Loisachtal und werden von hier aus nach München gepumpt.

Als Anfang der 50er-Jahre durch die zunehmende Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben der Wasserbedarf in München unaufhaltsam anstieg, wurde der Vorschlag des Ingenieurs Thiem aus dem Jahre 1876 aufgegriffen, Trinkwasser aus dem oberen Loisachtal zu fördern.
Nach eingehenden Voruntersuchungen gab der Stadtrat 1953 die Ausarbeitung des „Projekts Oberau“ in Auftrag. Weitere umfangreiche hydrogeologische Erkundungen folgten und bestätigten, dass das ausgewählte Quellgebiet besonders günstige Voraussetzungen zur Trinkwasserförderung bietet: Das beiderseits von steil abfallenden Felswänden begrenzte und mit eiszeitlichen Schottern aufgefüllte Tal bildet einen mächtigen, von Süden nach Norden durchströmten Grundwasserspeicher.
In den kiesigen Untergrund eingelagerte wasserundurchlässige Seetonschichten teilen den Grundwasserstrom in zwei Stockwerke. Die nach Eschenlohe zu ansteigende Talsohle und die dort vorhandene Verengung des Talbeckens stauen das Grundwasser im unteren Stockwerk.
Aufgrund des Staudrucks ist es möglich, aus drei Brunnen bis zu 1.000 Liter Grundwasser pro Sekunde zu fördern, und zwar im Saughebeverfahren, das heißt ohne Einsatz von Pumpen und damit ohne Energieaufwand.
Das „gespannte“ Grundwasser tritt im Talboden in zahlreichen artesischen Quellaufstößen zutage. In das untere Grundwasserstockwerk wurden 1964/65 zwischen Farchant und Oberau sechs Brunnen gebohrt, fünf Vertikal- und ein Horizontalfilterbrunnen. Sie weisen bei Ausbautiefen zwischen 44 und 73 Metern eine Förderleistung von insgesamt 2.500 Litern pro Sekunde auf.
Den Bau des Förderwerkes Oberau begleitete ein ausführliches wasserrechtliches Verfahren, das 1959 mit der Antragstellung seinen Anfang nahm. Es gab damals ökologische Bedenken. Heute steht jedoch fest, dass keine signifikanten Veränderungen im Naturhaushalt eingetreten sind.
Unter strengen Umweltauflagen dürfen maximal 2.500 Liter Grundwasser in der Sekunde gefördert werden. Nach einem einjährigen Großpumpversuch konnte 1983 das Förderwerk Oberau den Betrieb aufnehmen. Noch im selben Jahr wurde auch das Wasserschutzgebiet rechtsgültig ausgewiesen.
Die Überbauten der Brunnen wurden zur harmonischen Anpassung an die Landschaft den üblichen rustikalen Heustadeln nachempfunden.
Viel Spaß beim Suchen des Caches!
Trillian & Wowbagger!


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