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Die Muschelkalkgrube an der Kalkhütte Waldhaus EarthCache

Hidden : 6/14/2011
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Eine Parkmöglichkeit liegt unübersehbar genau an der Straße! Begib dich dann den Waldweg entlang zur Kalkhütte. Unterhalb der Kalkhütte befindet sich die Muschelkalkgrube. Die Kalkhütte ist bewohnt, bitte störe die Anwohner nicht bei deinen Untersuchungen!

Quelle:
Greizer Heimatbote Nr. 2/2001 47. Jg.
Das nördliche Vogtland um Greiz

teilweise etwas abgeänderter Originaltext:

 

Die Muschelkalkgrube

 an der Kalkhütte

 

Wenige Kilometer nördlich von Greiz lädt das waldreiche Gelände um Waldhaus immer wieder zum Wandern ein. Eine reiche Flora und Fauna, das Tiergehege und geruhsame Wanderwege locken jahrein jahraus viele ins Gelände um das ehemalige Naherholungsgebiet. Doch auch anderes gibt es hier zu entdecken, so beispielsweise die leicht hinter Bäumen sich versteckende Kalkhütte. Etwas abseits gelegen ist sie schon von ihrem Standort her bemerkenswert. Sie ruht auf einer Scholle aus Muschelkalk und Buntsandstein, der im Schiefer des Paläozoikums (Erdaltertum) eingesunken und dadurch von der Abtragung bewahrt geblieben ist. Bohrungen ergaben 1964, dass eine Brekzie aus Muschelkalkbröckchen, Milchquarzen, Schieferstückchen und einzelnen Sandsteingeröllen in einer aus grauem Mergel gebildeten Grundmasse mehrfach mit 0,2 bis 20m mächtigen Muschelkalkblöcken wechselt und den Kalkstein teilweise verkittet. Bis zu 80m Tiefe sind schluffig-mergelige Tone mit Mikrofossilien der Oberkreide in den Kalkstein eingeschlämmt. Statt ihrer normalen Abfolge folgen die Gesteine ungeordnet aufeinander. Die Gesteine des unteren (Wellenkalk), mittleren (massiger Mergelkalk) und oberen Muschelkalks gleichen denen des Thüringer Beckens, wie auch insgesamt 40 verschiedene Fossilien zeigen. Die Scholle belegt, dass Thüringen bis über Greiz hinaus vom Muschelkalk-Meer bedeckt war, obwohl die nächsten Vorkommen bei Eisenberg und Kahla heute etwa 50 km Luftlinie entfernt sind. Die Auflockerung der Scholle kann durch eine vermutlich Kreidezeitliche bis tertiäre Verkarstung des Kalksteins oder durch explosive magmatische Tätigkeit entstanden sein. Bedingt durch die Seltenheit des Vorkommens in hiesigen Gefilden hat es für die Geologie der Region große Bedeutung und ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

 

Bergbaugeschichte

 der Kalkhütte

Mit der denkmalgeschützten Kalkhütte verbindet sich auch ein Stück regionaler Bergbaugeschichte. Seit Ende des 16. Jahrhunderts wurde hier für die Bauvorhaben der Stadt Greiz wichtiger Kalksandstein gebrochen. Hierzu mussten die Bewohner der Untergreizer Orte und Stadtteile harte Frondienste leisten, sowohl mit Hacke und Schaufel als auch mit Fuhrwerken wurden sie für mindestens 3 bis 4 Tage im Jahr zu diesen Arbeiten von der Herrschaft herangezogen. Oftmals mussten auch Frauen diese schwere Fron ableisten. Der Kalk wurde in Gruben abgebaut und vor Ort gebrannt. Trotz der nachweisbar guten Qualität des gewonnen und gebrannten Kalkes erwies sich die Nutzung im Laufe der Jahrzehnte als nicht gewinnbringend, sodass die Kalkgrube immer wieder verpachtet wurde oder den Betrieb einstellte. Die häufig in der Stadt ausbrechenden Großbrände wie beispielsweise 1610, als 78 Häuser ein Raub der Flammen wurde, verhalfen der Kalkgewinnung zu neuem Auftrieb, zumal sich die nähere Umgebung durch Kalkarmut auszeichnete. Doch schon bald - in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts - konnte bei Ronneburg und Wünschendorf der billigere Graukalk gewonnen werden, was sich als übermächtige Konkurrenz für die Greizer Kalkgrube erwies. Mit dem Eisenbahnbau Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Bruch seine wirtschaftliche Bedeutung. Schließlich erfolgte am 20. August 1903 die Einstellung des Wirtschaftsbetriebes an der Kalkhütte Waldhaus. Fünf Jahre später wurde der Kalkofen und das ihn umgebende Gebäude abgerissen, lediglich die sog. Kalkhütte blieb stehen. In ihr lebte mehr schlecht als recht der Brennmeister - der letzte seiner Zunft in der Greizer Kalkgrube, Chr. Heinrich Ruppelt, verstarb im Jahre 1911. Endgültig eingestellt wurde der Abbau jedoch erst im Jahre 1911, nachdem für die Aufrechterhaltung der Gasversorgung noch einmal vom Greizer Gaswerk Kalkstein benötigt worden war.

 

Flora und Fauna in

 der heutigen Zeit
 

Schnell füllte sich die ehemalige Kalkgrube mit grün schimmerndem Wasser und hat sich wieder mühelos in die Natur eingefügt. Kaum deutet noch etwas auf die jahrhundertlange Nutzung, die vielen Mühen und schweren Frondienste vergangener Jahrhunderte hin. Heute findet der Natur- und Wanderfreund hier eine bemerkenswerte und üppige Kalkflora und -fauna vor. Ein Orchideen-Buchenwald hat sich hier entwickelt. Typische Kalkpflanzen sind Weißes Walvögelein, Rotes Waldvögelein und Vogelnestwurz und das bereits 1900 ausgestorbene Große Windröschen. Die romantisch gelegene Kalkhütte verrät auf den ersten Blick nichts von der wechselvollen Geschichte und dem harten Leben, das sich in ihrer nächsten Umgebung abspielte.


 


 

Zum Loggen des Earthcaches löst bitte folgende Aufgaben und schickt mir die Antworten über die "Send Message" Funktion auf meiner Profilseite

 

1. Welchen Kalken glichen die in der Muschelkalkgrube vorgefundenen Kalke?
2. Welches Ausmaß hat in etwa die Muschelkalkgrube die du heute vor Ort noch findest?
3. (optional)Bitte mache ein Foto von Dir/Deinem GPS vor der Muschelkalkgrube und lade es nach der Logerlaubnis mit hoch.



________________________________________________________________________________________________________________ English description


A place to park is near the forest trail which leads you to the Kalkhütte. Find your way to the Kalkhütte, the floe of coquina is located behind it. Remember the Kalkhütte is occupied, so do not disturb the inhabitants with your studies!


Source:
Greizer Heimatbote Nr. 2/2001 47. Jg.
Das nördliche Vogtland um Greiz


partially changed source text:

 

The floe of coquina

 at the Kalkhütte



       
 

A few kilometers north of Greiz the forest around Waldhaus invites you again and again to hike. A rich flora and fauna, the vivarium and peaceful hiking trails attract many people year after year into the area around the former recreation area. But otherwise there is to discover, for instance, hiding behind trees, the so called Kalkhütte. Because of its remote location the position is remarkable for itself at all. It rests on a floe of coquina and variegated sandstone, which has sunken in the slate of the Paleozoic and was preserved from the demolition thereby. In 1964 holes revealed, that a breccia from boulders of coquina, milk quartz, slate and sandstone formed in a gray marl matrix change multiple with 0.2 to 20 m thick limestone blocks and partially cements the limestone . Up to 80m depth silty-marly clay with microfossils of the Upper Cretaceous was slurred in the limestone. Instead of their normal sequence the rocks follow each other without order. The rocks of the lower (wavy limestone), medium (moderate argillaceous limestone) and upper coquina are similar to those of the Thuringian basin, which is also shown by a total of 40 different fossils. The floe evidences that Thuringia was covered by the coquina sea far beyond Greiz, although the next occurrence was at Eisenberg and Kahla, approximately 50 kilometers beeline away. The loosening of the floe may be the result of a presumably Cretaceous to Tertiary karstification of the limestone or of an explosive magmatic activity. Because of the rarity of occurrence in local climes it has a great importance for the geology of the region and is designated as natural monument.

Mining history

 of the Kalkhütte

The listed Kalkhütte is also a piece of regional mining history. Since the end of the 16th Century important limestone was mined for the construction projects of the city Greiz. For this purpose, the dwellers in the towns and neighborhoods of Greiz had to do the hard labour services, both with pick and shovel and with carts they have been used by the landlord for at least 3 to 4 days per year to do this work. Often women had to serve heavy drudgery, too. The limestone was mined in pits and burned on site. Despite the proven good quality of the recovered and burnt lime was found to use over the decades as a loss and so the limestone quarry was leased again or stop working. Large fires such as 1610, when 78 houses were robbed by the flames, helped to lift up the lime usage, especially as the surrounding areas were characterized by a deficient in lime. But soon - in the 20s of the 19th Century - cheaper grey lime could be won in Ronneburg and Wünschendorf, which proved to be overwhelming competition for the Greizer lime pit.
With the railway construction in the end of the 19th Century the lime pit lost its economic importance.
At last, on 20th of August 1903, the business at the Kalkhütte was stopped. Five years later, the limeklin and the surrounding buildings were demolished, only the so-called Kalkhütte remained. Lived here after a fashion, the lime distiller, the last of his guild in the lime pit, Greizer Chr. Heinrich Ruppelt, died in 1911. The mining finally was stopped in 1911 after the gas works Greiz needed limestone again for maintenance of the gas supply

 

Todays flora

 and Fauna

 

The former lime pit was filled with green shimmering water very quick and was re-inserted in the nature very easily. Hardly any suggests on the century-long service, the many troubles and heavy drudgery of past centuries. Today, nature and hiking enthusiasts find a remarkable and generous flora and fauna build by lime here. An orchid beech forest has developed here. Typical lime plants are white helleborine, red helleborine, Vogelnestwurz and the Great anemones, which were extincted in 1900. The romantic destination of the Kalkhütte does not tell you anything eventful of the history and the hard life that went on in their immediate environment at first glance.
 



 

To log the Earthcache answer the questions and send your solution to me via "Send Message" on my profile


1. Which lime is similar to the lime found in the floe of coquina?
2. Which size hast the floe of coquina you can find on site still today?
3. (optional)Please take a photo of you/your GPS in front of the floe of coquina and upload it after log permission.

Additional Hints (No hints available.)