Technisches Denkmal
"Vitriolöl-Hütte"

Über kaum einen Erwerbszweig
unserer Vorfahren ist so wenig bekannt, wie über die Gewinnung des
Vitriols und des Vitriolöls. Es sind so gut wie keine Gerätschaften
erhalten geblieben, die zur Herstellung benutzt wurden. Auch gibt
es nur wenige schriftliche Zeugnisse, die die technischen Abläufe
belegen oder vom Leben und Wirken der Vitriolbrenner berichten.
Dabei gehörte Bockau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu
den wichtigsten Orten der sächsischen Vitriolölherstellung. Über
einen Zeitraum von etwa 80 Jahren wurde dieses Gewerbe in Bockau
mit
Erfolg betrieben.
Aus den in umliegenden
Bergwerken abgebauten kiesigen Erzen wie Pyrit, die Schwefelsalz
(Vitriol) enthielten, wurde durch wochenlanges Erhitzen und
"Kochen" in Steingutgefäßen konzentrierte Schwefelsäure, auch
Vitriolöl genannt, gewonnen. Diese wurde zu medizinischen Zwecken
eingesetzt und war wichtiger Ausgangsstoff für anorganische und
organische Chemikalien.
In Bockau begann zwischen 1748
und 1750 die Produktion des Vitriolöls. Schnell breitete sich
dieses Gewerbe aus und erfasste bald den gesamten Ort. 1762 wurden
7 Öfen genannt. 1778 waren es schon 35 und 1788 schwankt die Zahl
der Brennöfen zwischen 40 und 46. 1775 gab es 15 Vitriolhütten und
1814 noch 13 Hütten.
Die Vitriolherstellung wurde
nur von wenigen Bockauern im Hauptgewerbe betrieben. Aus heutiger
Sicht ist es unvorstellbar, dass Bäcker, Müller, Fleischer oder
Branntweinhersteller nebenbei noch in einer "Gifthütte" die
Herstellung von Vitriolöl betrieben.
In den ersten 20 Jahren
entwickelte sich die Herstellung des Vitriolöls sprunghaft. Ende
des achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts war dann der Höhepunkt des
Vitriolölgewerbes in Sachsen erreicht. Starke Konkurrenz und
günstigere Bedingungen in Böhmen und Preußen bewirkten in den
Folgejahren einen Rückgang in Sachsen. Nach und nach ging die
Herstellung der rauchenden Schwefelsäure zurück und kam schließlich
um 1830 zu Erliegen.
Einziger Zeuge des längst
vergangenen Gewerkes der Vitriolgewinnung ist die Vitriolhütte am
Auer Weg. Der Sachverständige Prof. Dr. Wagenbreth von der
Bergakademie in Freiberg befürwortete 1991 den Erhalt der
verfallenen Hütte, obwohl in ihr keinerlei technische Einrichtung
mehr vorhanden war. Die Hütte wurde unter Denkmalschutz gestellt.
Mit Landesmitteln und mit Hilfe der Gemeinde Bockau, Handwerkern,
ABM-Kräften und Heimatfreunden gelang es, die Vitriolhütte zu
rekonstruieren. Nach Agricolas Skizzen wurden ein Brennofen und
einige größere Keramikgefäße nachgebaut. Zum Tag des Denkmals 1996
konnte die Vitriolhütte mit einer feierlichen Weihe der
Öffentlichkeit übergeben werden. Bockau besitzt damit den einzigen
in Deutschland erhaltenen Sachzeugen dieser Art, wodurch der einst
für den Ort so bedeutungsvolle Erwerbszweig der Vitriolherstellung
vor dem Vergessen bewahrt wird.
(Quelle: Schriftenreihe der Magister Georg Körner Gesellschaft
- Band 6 - 2003 und Wikipedia)
Und nun zum Cache:
Es müssen keine Steine bewegt werden, bitte lasst die
Mauern in Ruhe. Achtet auf Muggels und beachtet das
Spoilerbild.