Dies ist der zehnte Cache einer ganzen Serie zur ehemaligen Schmalspurbahn im Müglitztal. Die ausführlichere Geschichte der ganzen Bahn findet sich daher in der Beschreibung der ersten "Station" dieser Serie:
https://coord.info/GC71TZ4
Bahnhof Geising-Altenberg
Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich das geeignete Objekt für den zehnten Cache dieser Serie gefunden hatte. Das lag aber nicht daran, daß in Geising, wie leider auf der ganzen Strecke seit Bf. Bärenstein, nichts mehr von der alten Schmalspurbahn übrig geblieben wäre. Eher im Gegenteil! Nur war es nicht so einfach, etwas auszusuchen, was wirklich nur mit der Schmalspurbahn zu tun hat. Am Ende bin ich doch fündig geworden, und war doch überrascht, das hier noch zu finden.
Geising war seit der Eröffnung der Strecke im Jahre 1890 für lange Zeit der Endpunkt der Müglitztalbahn. Zwar liegt Altenberg nur 2,5 Kilometer entfernt, aber die 164 Höhenmeter, die bis dorthin zu überwinden sind, machten die eigentlich vorgesehene Verlängerung zu aufwendig und kostspielig. Ende 1923 erst verlor der Bahnhof den Doppelnamen "Geising-Altenberg" und seinen Status als Endbahnhof der Müglitztalbahn, den er über 30 Jahre innehatte.
Entsprechend dieser Bedeutung wurde hier auch nicht gekleckert, sondern geklotzt. Zahlreiche, der auch heute noch erhaltenen Gebäude des Bahnhofes Geising haben ihren Ursprung in der Schmalspurzeit. So ist bspw. das Empfangsgebäude, in dem sich heute ein Bäckereigeschäft befindet, von kleinen Umbauten abgesehen, noch original erhalten. Ebenso der große Güterschuppen gegenüber der Gleise. Beide Gebäude wurden von der Normalspurbahn weitergenutzt. Ebenso dürften auch die kleineren Nebengebäude teilweise beiden Bahnen zuzuordnen sein. Erst in unseren Tagen wurden sie "überflüssig". Das verlassene Stellwerk am unteren Ausgang des Bahnhofes jedoch ist eindeutig ein Bau der Normalspurbahn. An dessen Stelle war zu Schmalspurzeiten noch der Kohlebansen. Also das Lager für den Brennstoff der Lokomotiven.
Eine Besonderheit der Streckenführung ist von der Straßenbrücke an N50°45.674 E13°.47.060 aus zu sehen. Hier wird die Bahn in einem engen Rechtsbogen (140m Radius!) durch einen tiefen Taleinschnitt geführt. Auch für die Schmalspurbahn war dieser Aufwand nötig, um die Strecke nach Altenberg fortsetzen zu können. Den Taleinschnitt gibt es noch! Er ist allerdings gerade bei üppiger Vegetation sehr schwer zu erkennen und leider größtenteils mit Müll verfüllt. Rechts vom Einschnitt der heutigen Bahn, in etwa dort, wo der Kilometerstein steht, bog einst die Schmalspurbahn nach rechts ab. Bei weniger Blattwerk in der "dunklen Jahreszeit" erkennt man noch gut die Felszunge, die zwischen den beiden Taleinschnitten stehengeblieben ist.
Das Ziel dieses Caches ist am entgegengesetzten Ende des Bahnhofes zu finden. Nachdem die Schmalspurbahn von Bärenstein aus in etwa denselben Weg wie die heutige Normalspurbahn nahm, überquerte sie kurz vor der Einfahrt in den ursprünglichen Endbahnhof Geising-Altenberg in einem sehr viel engeren Bogen als die heutige Bahn (weshalb im Gegensatz zur Normalspurbahn dort kein Tunnel nötig wurde), das Tal des Geisingbaches (?) direkt im Ort. Die Brücke war eine bis zu 6 Meter hohe und 65 Meter lange Stahlkonstruktion. Deren südwestliches Widerlager direkt am Bahnhof ist noch sehr gut erhalten, und damit praktisch das einzige "Gebäude" in Geising, das allein der Schmalspurbahn zugerechnet werden kann. Deshalb fand der Cache hier angemessenes Versteck.
Für Eisenbahn-Enthusisaten gibts noch den Tip, daß auch das gegenüberliegende Widerlager dieser Brücke noch existiert. Es versteckt sich unscheinbar in einem Vorgarten bei N50°45.645 E13°47.324. Man läuft ziemlich schnell daran vorbei, ohne es zu erkennen. Allein die Form der Steine (im Vergleich zum Gegenstück) und der Damm hinter dem Mauerwerk verraten seine frühere Funktion.