s'Heilige Kammerl
Bei Unterirnprechting, am Fuße des Luim-Berges, südwestlich von Mattighofen, liegt eine kleine Wallfahrtskapelle, das „Heilige Kammerl“ genannt, mit einer wundertätig gepriesenen Quelle, dem „Frauenbründl“. Über den Ursprung dieser Wallfahrtskapelle wird Folgendes erzählt:
Vor mehr als 1000 Jahren, als das Enknachtal noch ein großer Arm der Salzach durchströmte, erschien dem Besitzer des „Peternhofes“ in Oberirnprechting im Schlafe mehrmals ein wunderbares Traumbild. Er sah die Heilige Jungfrau Maria, wie sie sich in der ihm gehörigen Quelle beim Luimberg badete. Als ihm dieses Traumgesicht immer wieder erschien, und die Heilige Jungfrau ihn dabei aufforderte, an dieser Stelle ein sichtbares Zeichen zu errichten, stellte er eine Säule mit einer Tafel auf und die Quelle wurde „Frauenbründl“ genannt.
Einer seiner Nachkommen ließ aber dann die Säule mit der Inschrift nach Oberirnprechting bringen, um sie bei seinem Hof aufzustellen und dort auch eine Kapelle zu errichten. Da erschien ihm dreimal die Heilige Jungfrau Maria und forderte ihn auf, die Säule wieder an ihren alten Platz zu bringen – zur Quelle – und dort wieder aufzustellen, denn sie habe diesen Platz auserwählt zum Wohle der leidenden Menschheit. Als dann öfter Wallfahrer, die sich bei dem Bründl ihre kranken Augen mit dem Quellwasser wuschen, von ihren Augenleiden geheilt wurden, da baute man am Quellbrunnen eine Kapelle und nannte den Ort das „Heilige Kammerl“.
Die Kapelle wurde weiter erhalten und vor etwa 130 Jahren wieder neu erbaut. Die Kapelle wurde 1988 von der Kirche übernommen und zur Betreuung und Erhaltung der Bewohner von Irnprechting überlassen. In den Jahren 1988/89 wurde sie renoviert.
Quelle: Wilhelm Kriechbaum, Volkssagen aus dem oberen Innviertel
Die Quelle entspringt unter dem Vorplatz der Kapelle und ist über einige Stufen zu erreichen.
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