Der geologische Lehrpfad am Silbersee
(geologisches Flächennaturdenkmal)
Der geologische Lehrpfad befindet sich auf dem Gelände des Campingparks Silbersee im Ortsteil Friedersdorf der Gemeinde Lohsa / Lausitz. Er zeigt auf einer Länge von 650 m ca. 90 Findlinge der Elster-Kaltzeit (vor etwa 500.000 – 350.000 Jahren) die aus benachbarten Tagebauen geborgen wurden. Das Eis der Elster-Kaltzeit hatte in diesem Gebiet noch eine Mächtigkeit von etwa 1000 m.
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Schematische Darstellung der jeweils maximalen Gletschervorstöße
der drei letzten Kaltzeiten im norddeutschen Tiefland:
rote Linie = Eisrandlage der Weichsel-Kaltzeit gelbe Linie = Eisrandlage der Saale-Kaltzeit blaue Linie = Eisrandlage der Elster-Kaltzeit
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Der Lehrpfad wurde in den Jahren 1982-1983 in Zusammenarbeit zwischen dem BKW “Glückauf“ Knappenrode und Hobbygeologen geschaffen. Die größte Anzahl der Steine wurde im Tagebau Lohsa (Baufeld V) geborgen. Die Findlinge waren in der Pleistozän-Basis abgelagert und mit ca. 25-30 m Sanden und Kiesen überdeckt. Einige Exemplare stammen aus den Tagebauen Nochten und Welzow-Süd. Es handelt sich um den ersten Lehrpfad dieser Art, der Findlinge der Elster-Kaltzeit darstellt.
Woher kommen die Findlinge ursprünglich?
Das mächtige Inlandeis, welches im Quartär mehrfach auch große Gebiete Europas überdeckte, zerstörte mit seinen südwärts vorstoßenden Vereisungen das anstehende Gestein der Gebirge Norwegens, Schwedens, Finnlands, Dänemarks sowie des heutigen Ostseegrundes und nahm große und kleine Felsstücken mit auf die Reise. Das bis zu 3000 m starke Gletschereis war in der Lage, jeglichen Untergrund bis zu 200 m Tiefe zu verschieben, zu falten und zu stauchen. Felsbrocken, Schlamm und anderes Material wurden am Grund des Gletschers südwärts geschoben (Grundmoräne), andere Steine froren im Eis ein, wurden transportiert, um dann beim Rückgang der Gletscher nach dem Abschmelzen des Eises liegen zu bleiben, oder wurden vor dem Gletscher vorangeschoben. Mehrere Eisvorstöße brachten immer neues Material aus dem Norden, welches über die tertiären Schichten, in denen sich auch die Braunkohle der Lausitz befindet, abgelagert wurde.

An einigen Steinen des Lehrpfades kann man die Wirkungen des Eises an Gletscherschrammen und Sichelrissen erkennen. Später – im Vorfeld der Gletscher – wurden die an der Oberfläche liegenden Steine von Wind und Sand weiter verformt und gestaltet. Im Lehrpfad befinden sich verschiedenartige Windschliffe. Einige zeigen deutlich, dass die Windrichtung über sehr lange Zeit immer konstant blieb. Der Wind kam vom Gletscher und wehte immer in gleicher Richtung über das eisfreie Land. Die im Bereich des Tagebaues Lohsa durch die Elster-Kaltzeit abgelagerten Findlinge wurden später durch Massen der Saale-Kaltzeit, durch Schwemmsande und Binnendünen wiederum überdeckt.
Die geologische Bedeutung des Lehrpfades wird durch die jeweilige Beschriftung der einzelnen Findlinge mit Gesteinsart und Ursprungsort verdeutlicht. Als eine Besonderheit des Lehrpfades wurden die meisten Findlinge an einer Stelle angeschliffen und poliert, um die Struktur und Farbe des Gesteins sichtbar zu machen. Hervorzuheben sind außerdem einige Exemplare, wie ein Feuerstein von ca. 70 cm Durchmesser mit verschiedenen Fossilien, Brevik-Geröll-Diabase, ein Biotit-Flaser-Gneis-Granit sowie Paläoporellenkalke. Ein spezielles geologisches Merkmal zeigt der Findling Nr. 78, ein gefritteter Sandstein, der ursprünglich aus Südschweden stammt:
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Unter Frittung (frz. frire „backen“) versteht man die kontaktmetamorphe Beeinflussung von Sandsteinen und Tongesteinen durch Hitze bei Berührung mit aufsteigendem Magma. Frittung führt zu einer Härtung und teilweise zu einer Schmelzung von kalkig-tonigen Gesteinen. Sandsteine bekommen durch Frittung ein glasartiges Erscheinungsbild, Tone ähneln gebrannter Keramik und Kalksteine werden zu Marmor.
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Aufgaben/Fragen zur Erteilung der Logfreigabe:
1. Berechne das Volumen des größten Findlings, der auf dem Lehrpfad zu sehen ist!
2. Gehe zu Findling Nr. 57 des Lehrpfades, der ein Beispiel für eine Oberflächenformung durch Windschliff zeigt. Welche vorherrschende Windrichtung führte zur Formung des Findlings? (Annahme: unveränderte Ausrichtung des Steines gegenüber dem ursprünglichen Lageort)
3. Aus welchem Herkunftsgebiet stammt Findling Nr. 75?
4. Welche Gemeinsamkeit weisen die Findlinge Nr. 69 und 73 auf?
5. Ermittle die Strecke (auf 50 km gerundet), die Findling Nr. 11 durch das Gletschereis transportiert wurde!
Bitte sendet die Antworten per Email an mein Profil! Ihr erhaltet anschließend so schnell wie möglich die Logfreigabe!
Zusatzaufgabe für alle, die den Earthcache Icon Geocoin discovern möchten: Baut Euch anhand der Schilder an den einzelnen Findlingen die sechsstellige Track-ID (I-VI) selbst zusammen:
I.: Stein Nr. 48 – Anzahl der Großbuchstaben
II.: Stein Nr. 44 - Erster Buchstabe
III.: Stein Nr. 21 – Achter Buchstabe des zweiten Wortes
IV.: Stein Nr. 84 - Anzahl der Buchstaben des ersten Wortes
V.: Stein Nr. 13 – Fünfter Buchstabe des zweiten Wortes
VI.: Stein Nr. 18 – Erster Buchstabe
Natürlich freuen wir uns über Bilder, die Euch am Lehrpfad, z.B. neben Sachsens größtem bekannten Findling, zeigen (optional, keine Logbedingung!)
Viel Spaß!