
An einem schönen Sommerabend haben wir an dieser
Quelle eine kleine Pause gemacht und dabei etwas Sonderbares
erlebt:
Wir lagen im Gras und blickten in den
Sonnenuntergang, als wir ein leises Gemurmel hörten. Vorsichtig
blickten wir uns um und entdeckten ein feenhaftes Wesen, das über
dem Wasser zu tanzen schien. Sie sang ein trauriges Lied von der
Najade Binsa (der Namensgeberin und Beschützerin dieses Ortes), die
sich in einen Jüngling aus Hofstetten verliebt hatte, der viele
Abende träumend am Rande der Quelle zubrachte. Um ihm keine Angst
einzujagen, war sie durch kleine Briefchen mit ihm in Kontakt
getreten. So schrieben sie lange Zeit Botschaften von Liebe und
Leidenschaft hin und her, sie versteckten eigens dafür eine kleine
Dose. Doch eines Tages verschwand der Jüngling und kam nie wieder
zurück. Die Najade wartet bis heute voller Liebeskummer und
Eifersucht auf einen Brief ihres Geliebten oder eine Nachricht über
dessen Verbleib.
Auch heute noch besuchen Jünglinge gerne diesen
Ort, Binsa jedoch hält sich vor ihnen versteckt, weshalb einige
wohl ihre Enttäuschung im Alkohol ertränken. Wir mussten der Najade
versprechen, dass wir ihr Geheimnis vor ihnen verbergen.