Eines Abends erschien der Landbriefträger
Wüstenhagen durch einen Schrotschuss leicht verletzt beim
Hohenbuckoer Gendarm Kaiser, der sich daraufhin einige Notizen
machte. Da es schon spät am Abend war, hatte Kaiser kaum Hoffnung
in der großen Finsternis noch Spuren oder gar den Täter selbst zu
finden. So machte sich der Gendarm erst am nächsten Morgen auf den
Weg in die Heide und hielt sich an die Angaben des Opfers. Als wir
ihn an den angegeben Koordinaten treffen, ist er gerade in
östlicher Richtung unterwegs. Da der Gendarm durch die vielen
Jagdschutzeinsätze gemeinsam mit Oberförster Dannenberg die
Rochauer Heide Mittlerweile wie seine Westentasche kannte, brauchte
er anfangs weder Karte noch Notizen.
Wüstenhagen hatte seinen Weg von dem Moment, in dem er beschossen
wurde, bis hin zum Meilenstein am Gehrener Weg, wo er vom Waldweg
her gekommen war, beschrieben. Am Meilenstein angekommen, gabelte
sich der Weg. Der linke Weg ging in Richtung Ost zu Nord und der
Rechte in Richtung Ostsüdost.
Der Landbriefträger gab an, seine schwere Posttasche erst an der
Wegkreuzung 845 m vor dem Meilenstein liegen gelassen zu haben.
Wüstenhagen hatte die Tasche hinter einer Kiefer in eine Kuhle
gleich rechts hinter der Kreuzung gelegt und mit ein paar Ästen und
Zweigen abgedeckt. Auch wenn der Weg nicht auf der üblichen Stecke
des Briefträgers lag und die Schonung am Meilenstein den Weg beinah
komplett versperrt, hatte dieser das Versteck so gut beschrieben,
dass der Gendarm die Posttasche auch ohne Mühe finden konnte.