Aber nun, nach diesem kleinen Eingangsscherz, gehts jetzt mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit zur Sache!
Wie bei allen Mysterys ist die gelistete Koordinate (neben den entsprechenden Rätseln solcher Caches) völlig sinnfrei... Jedoch weist sie in diesem Falle auf ein relativ interessantes Areal - aus der Sicht eines Historikers und Geologen. Denn hier im weiten Umkreis findet sich jene Sorte Gestein, aus welchem auch die in den Scheftheimer Wiesen aufgestellten Menhire gefertigt sind. Gut möglich, daß das zur Herstellung dieser schwergewichtigen Solitäre benötigte Material vor einigen tausend Jahren hier abgebaut wurde und es sich somit bei diesem Ort um einen vorgeschichtlichen Lost Place handelt - so richtig etwas zu entdecken gibt es hier heutzutage allerdings nicht mehr, aber wenigstens findest Du hier eine Sitzgelegenheit...
Doch nun zum Cache: Ein auf bewährte Weise getarnter PETling im Wald. Wenn Du so etwas nicht magst, oder lieber bequem vom Autofenster aus Dosen einsammelst statt abseits der Wege zu lustwandeln, wirst Du hier nicht glücklich - und überhaupt: Wer mit den im Wald anzutreffenden Widrigkeiten des Geländes sowie der Flora und Fauna Probleme hat, dem rate ich dazu, vom Sessel aus Virtual-Caches zu "heben"!
Beim Pilzweg handelt es sich wie bei seinen "Kameraden" Eichelweg, Buchenweg, Feierabendweg, Dannebbelweg und Tannenweg um einen ehemaligen Spazierweg im Darmstädter Waldgebiet. Diese waren in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts recht populär. Mittlerweile gibt es diese Wegeführung offiziell nicht mehr und auch einige der realen Wege und der dadurch frequentierten Lokationen existieren teilweise nicht mehr, was bedeutet, daß dadurch so mancher Lost Place entstanden ist, welcher über einen Lost Way zu erreichen ist. Mitunter kann man im Wald noch stellenweise an markanten Bäumen die entsprechenden Kennzeichnungen dieser vergessenen Wanderwege entdecken und auch in der einen oder anderen relativ aktuellen, aber "unsauber" fortgeführten Karte sind diese Strecken noch verzeichnet...
Ich dachte mir, es wäre endlich mal an der Zeit einen dieser entstandenen Lost Places zu bedosen und meine Wahl fiel auf den Pilzweg.
Der ursprüngliche Verlauf des Pilzweges war folgendermaßen:...
Nein, so einfach möchte ich es Dir dann doch nicht machen. Nur soviel: Die Wanderung begann am Ostbahnhof (Straßenbahnlinie 9) und endete nach ca. 3 Stunden am Böllenfalltor (Straßenbahnlinie 2). Du könntest Dir jetzt also eine Wanderkarte aus dem Jahre 1972 besorgen, damit dem alten Wegeverlauf folgen und einfach an allen prägnanten Punkten nach dem Micro suchen. Dies wäre ziemlich dreist, frech und keck - und würde Dir im Erfolgsfalle ganz sicher meinen Respekt entgegenbringen! Erstaunlicherweise führt Dich jedoch eine Linie viel schneller zum Ziel (wenn Du richtig tickst), denn statt Wagemut brauchst Du lediglich Skrupel...
Denn begibst Du Dich zu N 277.479 E 226.633 und verläßt von dort aus den befestigten Weg in Richtung 42°, dann wirst Du nach 263 Metern an eine Stelle treffen, an welcher Du die Seite wechseln mußt.
Dieser "Übergang" befindet sich von der endgültigen Zielkordinate aus in 158° und jetzt sind es nur noch 44,26 Faden bis zum Döslein... Ach ja, was die Ermittlung der Wegpunktkoordinate betrifft: die Stellen 4, 5 und 6 nach dem Komma sind natürlich bedeutungslos - respektive alles, was über die dritte Stelle nach dem Komma hinausgeht!
Das an der Zielkoordinate befindliche kleine Bruchsteinbauwerk muß nicht untersucht oder auseinandergenommen und es muß auch nicht in dessen Ritzen herumgepult werden!
Dort befindet sich der Micro nämlich nicht!!!
Bleibe und suche auf dem baumbewachsenen Niveau!
Zum Schluß noch ein wichtiger Hinweis:
Geh den Cache nicht Nachts an und wähle wirklich den vorgegebenen Weg zum Ziel, andernfalls läufst Du Gefahr in das Schußfeld eines Jägers zu geraten, resp. eine Äsungszone zu durchqueren!
Wie bei der beidseitigen Benutzung von Toilettenpapier, so liegen auch bei Beachtung dieses Hinweises die Vorteile klar auf der Hand:
Keine Störung des Wildes innerhalb des ihm reservierten Bereiches, kein cholerisch herumbrüllender Grünrock, keine Schrotkugeln im Cacher/innenhintern!
Bitte in den Logs (dazu gehören auch eventuell hochgeladene Bilder) keine der im Finalumfeld vorzufindenden Namen erwähnen bzw. abbilden!
Hmmm... Wie lange wird es wohl dauern, bis dem Ersten einfällt, daß er "...selbst hier morgen eine Dose verstecken wollte..."?
Bitte eigenen Stift mitbringen!
Fröhliches Käschen! 
