Römisches Steinkammergrab St. Aldegund
Ungefähr 600 m südlich des alten Ortskernes wurde 1953 in der
Weinlage „Klosterkammer“ das spätrömische
Steinkammergrab von St. Aldegund entdeckt. Die Fundstelle befand
sich etwa 200 m nord-westlich des heutigen Standortes der wieder
aufgestellten Steinkammer. Die rechteckige Grabkammer mit den
Außenmaßen 3,40 m x 1,45 m war aus mehreren großen Sandsteinplatten
errichtet. Innerhalb der Steinkammer hatte man die Verstorbene -
die Grabbeigaben deuten auf eine Frau hin - in einem Eichenholzsarg
bestattet, von dem sich nur wenige verkohlte Rückstände erhalten
hatten. Die Tote war in ein Brokatgewand gehüllt, worauf Spuren von
Gold- und Silberdrahtgeflecht hinweisen. Am Gewand war wohl auch
ein kleiner viereckiger Goldanhänger mit eingelegtem grünem Glas
befestigt. Vom beträchtlichen Reichtum der Verstorbenen zeugen auch
die qualitätvollen Beigaben in der Grabkammer. Die Glas- und
Keramik-Funde erlauben eine Datierung des Grabes um die Mitte des
4. Jahrhunderts n. Chr. Falls es sich bei dem eingemeißelten
Zeichen auf dem Deckstein über dem Kopfende des Grabes um ein
Christus-Monogramm in Form eines sechsstrahligen Sternes handelt,
wäre in der Verstorbenen eine frühe Christin zu sehen. Ihre reiche
Beigabenausstattung ist jedoch mit den veränderten christlichen
Glaubensvorstellungen und Bestattungssitten nur schwer zu
vereinbaren. Die Tote gehörte wahrscheinlich zu der wohlhabenden
Großgutbesitzerfamilie, deren Gutshof (villa rustica) im südlichen
Ortsbereich von St. Aldegund lag.
Textquelle: Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz,
Archäologische Denkmalpflege Koblenz
Weitere Informationen auf der Informationstafel vor
Ort.
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Der geneigte Cacher möge diese Dose als einen Punkt sehen und
sich eingeladen fühlen 10 Minuten vom Caching Stress :-) auf der
Bank auszuruhen.