Um den
„kriegswichtigen Rüstungsbetrieb“ Mauser-Werke
vor Luftangriffen zu schützen, kamen neben leichter und schwerer
FlaK um Oberndorf auch Nebelanlagen und Ballonsperren zum Einsatz.
Die Bedienung dieser Sperrballone führte regelmäßig zu großen
Schwierigkeiten, und hatte oft den Verlust von Ballonen zur Folge.
Diese Sperren wurden nach dem Westfeldzug Ende Juni 1940
eingestellt und abtransportiert.
Nach dem
Abzug der Luftsperrabteilung wurde an zwei Stellen eine 1.000 m
lange und 16,5 mm starke Stahltrosse quer über das Neckartal
gespannt. An dieser Trosse wurden im Abstand von 20 m jeweils
senkrechte Stahlseile mit 8 mm Durchmesser angebracht und mit
Gewichten versehen, um den Bereich der Mauser-Werke vor
Luftangriffen aus nördlicher und südlicher Richtung zu
schützen.
Der Erfolg
dieser wohl einzigartigen Anlage ist jedoch eher zweifelhaft. Neben
einem amerikanischen Jagdflugzeug stürzten zwei deutsche Maschinen
beim Versuch ab, die Sperren zu durchfliegen.
Bei der
Bombardierung von Oberndorf am 22. Februar 1945 kreisten 6
zweimotorige Jagdbomber über der Stadt und setzten dann von Osten
nach Nordwesten zum Angriff an, so dass die Sperranlage ohne
Einfluss blieb. Die Zerstörungen waren beträchtlich. Das Kraftwerk
der Mauser-Werke und drei Gebäude wurden total zerstört. Die
Brauerei C. Graf, später „Oberndorfer Bier“ und das
Wirtschaftsamt im Oberamteigebäude wurden ebenso völlig zerstört.
Einige Räume des Klosterbaues sowie das Krankenhaus wurden
getroffen. Außerdem erlitten zahlreiche Häuser leichte bis schwere
Beschädigungen. Der Angriff forderte 26 Todesopfer, darunter auch
Zwangsarbeiter.

Auf der
Aufnahme vom Frühjahr 1945 ist ein Lager für die Trosse markiert.
Dieses wurde durch einen Zaun vor unbefugtem Zutritt geschützt.
Neben dem Widerlager findet man heute noch die Betonpfosten für die
Zaunbefestigung, sowie Reste von Stacheldraht und Zaunpfosten aus
Holz. Einige Meter der Original-Stahltrosse werden heute zur
Absturzsicherung am Wanderweg verwendet.
Finde
diesen Platz und erhalte dort den Hinweis für
„Drahtseilakt die 4.“