Hanganschnitt im
Teufelsbachtal
Erdmittelalter/Trias- und Kreidezeit
Im unteren Teil
des Aufschlusses sind graue plattige Kalksteine im Wechsel mit
Mergel- und Tonlagen der Triaszeit (Oberer Muschelkalk,
Ceratiten-Schichten) sichtbar. Die steil aufgerichteten
Muschelkalk-Schichten werden diskordant von kreidezeitlichen
Sedimenten überlagert. Die flach eingemuldeten Schichten der
Kreidezeit( Oberkreide, Campan, Blankenburg-Schichten) bestehend
aus gelbbraunen sandigen-kalkigen Schluffsteinen mit einer
Konglomeratischen Kalksteinlage.
Geologisches Naturdenkmal
Die Aufrichtung
der Triasschichten ist zurückzuführen auf die Heraushebung und
Aufschiebung der Harzscholle auf die
Vorlandsedimente(Harzrand-Aufrichtungszone). Für die zeitliche
Feststellung dieser in der jüngeren Kreidezeit vor 80 Millionen
Jahren wirksamen „Subherzynen Gebirgsbewegungen“
(Wernigeröder-Phase) hat der Aufschluss der Typuslokalität
besondere Bedeutung. Als berühmte Stätte erdgeschichtlicher
Forschung und bedeutendes Geotop ist dieser repräsentative
Aufschluss ein geschütztes Naturdenkmal.

Heilschlammbergwerk
„Teufelsbad“
Erdneuzeit/Tertiärzeit
Der Teufelsbad-
Heilschlamm ist ein schwarzgrüner Feinsand (Grünsand). Als mineralische Bestandteile sind Glaukonit und
Schwefelkies angereichter. Der Grünsand ist während eines
Meeresvorstoßes in der Tertiärzeit(Alttertiär, vermutliche
Obereozän-Transgression) abgelagert worden. Durch Einsenkung in
Auslaugungshohlformen über steilstehendem leichtlöslichem
Zechsteingips sind die Grünsande vor weiterer Abtragung bewahrt
worden.
An der Wiege des
modernen Blankenburger Kurwesens
Schon die Sage berichtet von den
Wunderkräften des Teufelsbad- Schlammes, in dem der Teufel sein Bad
nahm, um die ewige Jugend zu erlangen. Um 1930 erkannte man in den
Grünsanden ein einzigartiges Kur- und Heilmittel (Schwefeleisen-
oder Vitriolschlamm) und begann mit deren Nutzung. Bis 1980 wurde
der Heilschlamm bergmännisch im Untertagebau gewonnen und fand in
der Kureinrichtung „Teufelsbad“ Blankenburg, einer
Kurklinik für Orthopädie und Rheumatologie, medizinisch-
therapeutische Anwendung.
Erdfallgebiet
am Großen Probsberg
Erdaltertum/Permzeit
Die Gesteinsfolge
des Oberperm, der zechstein-Formation ist in einem schmalen
Streifen steil aufgerichtet unmittelbar dem Gebirgsrand des Harzes
vorlagert. Die Zechstein-Sedimente werden am Harzrand aus Dolomit
Kalkstein(Stinkkalk), Gips und rotbraunen wenig verfestigten
Schiefertonen gebildet. Im Harzvorland sind im tieferen Untergrund
auch Anhydrit, Stein- und Kalisalz verbreitet. Es sind Ablagerungen
eines flachen Binnenmeeres. Der zechstein-Ausstrich gibt sich meist
durch eine Reihe einzelner Erdfälle zu erkennen.
Karst-Steter Tropfen höhlt den
Stein
Durch Einwirkung
natürlich eindringender Wässer ( Sicker- und Grundwasser)
unterliegen leichtlösliche Gesteine wie Gips, Anhydrit und Salz der
allmählichen chemischen Auflösung
(Auslaugung, Suberosion, Verkarstung). Die Auslaugung führt zu
ausgedehnten unterirdischen Hohlräumen. Der Durchbruch solcher
Auslaugungshohlräume hat Senkungen an der Erdoberfläche zur Folge.
Es entstehen örtlich begrenzte Einsturztrichter als Erdfälle.
Klosterbachgarben
–Unterlauf
Erdmittelalter/Triazeit
Der Graben
erschließt graue mergelige, kalkige und teilweise dolomitische
Gesteine der Triaszeit (unterer Muschelkalk) in stark überkippter
Lagerung. Dünnplattige Mergelkalksteine (wellenkalk) wechseln mit
festeren Kalksteinbänken, die in der Oolith-, Terebratel- und
Schaumkalkzone auftreten. In Schillkalk- und Petrefaktenbänken sind
versteinerte Reste einer marinen Fauna zu finden. Der Bildungsraum
des Unteren Muschelkalks war ein Flachmeer mit
gezeitenbeeinflussten schlickwattähnlichen
Ablagerungsverhältnissen.
Ein
mittelalterlicher Kunstgraben
Der klammerartige
Einschnitt des Klosterbachgrabens mit dem Trias Aufschluss ist Teil
eines 1800 Meter langen künstlichen Bachbettes. Oberhalb der
Teichanlagen und Gebäude des Kloster Michaelstein wird das Wasser
des Klostergrundes angezapft und über einen Hanggraben
(Umfluchtbach) dem Teufelsbach zugeführt. Der Wasserlauf diente
neben der Teichwasserhaltung vorrangig der Bereitstellung von
Brauchwasser für die nahegelegene mittelalterliche
Klosterziegelei.

Klosterbachgarben
–Oberlauf
Erdmittelalter/Triaszeit
Der Graben
erschließt bunte tonige schlüffige und tonige mergelige Gesteine
der Triaszeit(Buntsandstein). Der Untere Buntsandstein wird von
rotbraunem wenig verfestigten Schluff bis Tonsteinen gebildet. Der
obere Buntsandstein besteht aus grün- gelb-,rotgrauen Tonen und
mergeltonen. Die Buntsandsteinlandschaft war ein ausgedehntes
flaches von Flüssen und Binnenseen belebtes Becken. Zeitweilig
wechselten Wüsten und Dünenbildung mit wiederholten
Meeresvorstößen. Der Buntsandstein ist fossilarm.
Nonne, Mönch und
Klosterstein
Vermutlich seit
Ende des 12.Jahrhunderts unterhielt das Kloster Michaelstein hier
eine Ziegelhütte. Die Tonvorkommendes Buntsandsteins wurden zur
Gewinnung von Ziegelrohstoffen in nahegelegenen Erdgruben abgebaut.
Es wurden Mauerziegel im Klosterformat sowie Dachziegel
hergestellt. Auffällige Ziegelschuttablagerungen aus Fehlbrand und
Bruchscherben sind hier beobachtbar.
Hangböschung
an der ehemaligen Försterei
Erdaltertum/Devonzeit
Im Bereich der
Hangböschung deutet der plötzliche Anstieg der Geländeoberfläche
unweit der Harzrandstörung den Übergang
vom Harzvorland zum Harzgebirge an. Die im Aufschluss anstehenden
Tonschiefer gehören als sogenannter Michaelsteiner Buntschieferzug
bereits zum Schiefergebirge des Harzes. Es sind gebänderte
grauschwarze Bandschiefer sowie Grünschiefer und Rotschiefer. Die
Tonschiefer sind aus dem verfestigten Bodensedimente des über 1000m
tiefen variszischen Urmeeres im Erdaltertum entstanden.
Rätselhafte
Fossilien
In den Band- und
Buntschiefern sind erst vor wenigen Jahrzehnten rätselhafte
Fossilien bekannt geworden. Sie bestehen aus außerordentlich
vielgestaltigen knochen- und zahnartigen Gebilden von
mikroskopischer Größe (meist nur 0,6mm). Es sind fossile Überreste
eines unbekannten ausgestorbenen Meerestieres, vielleicht Zähne
eines fischähnlichen niederen Wirbeltieres.
Gipsklippe
an der Kurklinik
Erdaltertum/Permzeit
In den Baugruben
für die Kurklinik wurde in den Jahren 1994 bis 1996 ein Querprofil
durch die Harznordrandstörung mit den angrenzenden Bereichen aus
devonischen Tonschiefern, Zechstein und Unterem Buntsandstein aufgeschlossen. Dabei wurde ein
bisher unbekanntes Gipsvorkommen innerhalb der aus Schieferton und
Kalkstein bestehenden permzeitlichen Zechstein- Formation
angetroffen. Der aus der Baugrube geborgene repräsentative
Gipsblock ist von kristallinem Gipsspat(Marienglas) durchsetzt und
von Anlösungsflächen mit Laugspuren (Karst) begrenzt.
Die
Harznordrandstörung
An der
Harznordrandstörung haben sich das altpaläozoischen Grundgebirge
des Harzes und das jüngere Deckgebirge des Harzvorlandes vertikal
um etwa 4000 Meter gegeneinander verschoben. Im Aufschlussbereich
bildet die Hauptstörung eine flach bis steil nach Südwest
einfallende Bewegungsbahn (Aufschiebung) und besteht aus einer
Gesteinsbrekzie mit Störungsletten. Auch der Gipsblock ist von den
Gebirgsbewegungen geprägt und tektonisch beansprucht
worden(Scherkörper).

Hanganschnitt am Mönchmühlenteich
Erdmittelalter/Triaszeit
Es sind
dunkelgraue bis rotgraue Tone, Mergeltone und Tonsteine mit
Dolomitkalklagen der Triaszeit (Unterer Keuper, Lettenkeuper)
aufgeschlossen. Der überwiegend festländische Ablagerungsraum der
Keupertone war eine weitere ebene Sumpflandschaft mit
Süßwasserseen, Küstenlagunen und deltaartigen Flussmündungen im
Wechsel mit kurzdauernden Meereseinbrüchen.. In dieser
Keuperlandschaft des Harzvorlandes lebten große Dinosaurierherden
und andere Reptilien. Bei Halberstadt sind fossile Reste von fast
50 Individuen geborgen worden.
Erdneuzeit/Eiszeitalter
Während der
älteren Eiszeiten war das Harzvorland vergletschert(nordisches
Inlandeis). In der jüngsten oder Weichsel-Kaltzeit lagen der Harz
und sein Vorland im eisfreien, aber kaltklimatisch geprägten Gebiet
mit ständiger Bodengefrornis, ähnlich einer waldfreien
Frostschutt-Tundra. Frostschuttbeladene Gebirgsflüsse breiteten
beim Austritt aus dem Harzrand über weite Bereiche der
Aufrichtungszone Schotterflächen aus. Harzschotter bedecken auch im Aufschluss die Keupertone.
Sandsteinfelsen „Hans Mönch“
Erdmittelalter/Kreidezeit
In der
auftragenden Felsenklippe treten sandige Sedimente der
Kreidezeit(Santon, Heidelberg-Sandstein) zutage. Es sind Bildungen
der laugenartigen Küstenlandschaft des Oberkreidemeeres. Durch
Verkieselung ist das Sediment zu quarzistischen Quadersandstein
verfestigt. Die steil aufgerichteten Sandsteinbänke sind durch
Verwitterungsvorgänge als bizarre Gesteinshärtlinge heraus
modelliert. Der Heidelberg-Sandstein ist wegen seiner
Pflanzenfossilien weltberühmt. Die Blätter gehören als Vorläufer
heutiger Platanen zu den ältesten Laubbäumen und
Blütenpflanzen.
Sagenumwoben- Klippen von
Mönchsgestallt
Die Sage
berichtet, dass es den im Bauernkrieg vor einem Überfall fliehender
Mönche vom ihrem Abt verboten war, sich nach dem verlassenem
Kloster Michaelstein umzusehen. Zwei derselben, Hans und Henning
genannt, machten sich des Ungehorsams schuldig. Zur Strafe wurden
sie in Steinsäulen verwandelt und bilden seitdem die Felsen
„Hans Mönch“ und „Henning Mönch“.
Bei dieser kleinen Wanderung über etwa 4,5
km könnt ihr einiges über die Entstehung das Harzes
lernen .
Ein Wanderweg führt euch
entlang der 9 Stationen , zu jeder Station gibt es eine
Frage.
Bitte Verlasst nicht die Wege
Ihr befindet euch in einem Naturschutzgebiet
Um den Earthcache
zu loggen Beantworte uns bitte folgende Fragen:
1. In welche
Himmelsrichtung erstreckt sich die Konglomeratbank?
2. In welcher Form
tritt der Feinsand am Teufelsbad auf?
3. Woraus besteht
der tiefste Punkt des Erdfalls?
4. Nenne ein
Beispiel der Marinen Fauna am Unterlauf!
5. Welche Form
haben die Dachziegel die aus dem, am Oberlauf abgebauten, Ton
gebrannt wurden?
6. Nenne den Namen
der Mikrofossilien an der Hangböschung!
7.Welche zwei
Gesteine findet ihr an der Gipsklippe?
8.Welche
Dinosaurierart wurde am Hanganschnitt gefunden?
9.Wie heißen die
Blätter die als Vorläufer der heutigen Platanen zählen?
Die Antworten sendet ihr an unser Profil und dann
dürft ihr sofort loggen, sollten die Antworten nicht richtig sein,
melden wir uns.
Über einige Bilder
eurer Wanderung würden wir uns sehr freuen.
Wir wünschen euch
viel Spaß auf eurer Wanderung.
