Wie alt die Kroneneiche ist, wird erst ermittelt werden können,
wenn Sturm oder Blitz sie werfen sollte. Der Volksmund weiß sich da
zu helfen und rundet die Jahre von überalterten Bäumen gerne auf
1000 ab. So alt ist die Kroneneiche nicht, wie Kienitz zu berichten
weiß, denn sie war zwar die schönste und vitalste, aber nicht die
einzige alte Eiche im umgebenen Eichen- Buchen-Mischbestand. Bei
Fällungen einiger dieser Überhälter wurde damals das Alter
geschätzt, so dass man inzwischen ein Alter von ca. 500–550
Jahren annehmen kann. So zeigt sie durch ihren Aufwuchs in einem
geschlossenen Waldbestand diese besondere Wuchsform mit einer Höhe
von rund 33 m, einen astreinen Schaft von 19,5 m bei einem
Durchmesser von 1,20 m, womit ihr Holzvolumen bei geschätzten 18
Festmetern liegt. An einem schönen Wintertage im Jahre 1806 beginnt
die Aufmerksamkeit auf die Kroneneiche.
Die Geschichte der
Kroneneiche
Als Sohn des
damaligen Revierförsters hatte es Johann F. Weber mit sechs seiner
Kriegskameraden auf der Flucht aus französischer
Kriegsgefangenschaft zurück in seine Heimat verschlagen, denn dort
im einsam gelegenen Forsthaus schien ihr Unterschlupf zunächst
sicher zu sein. Gemeinsam mit den Kameraden wurde unter der
„Schwureiche“ der Eid geschworen, solange
zusammenzuhalten, bis die Franzosen besiegt seien. So geschah es
dann auch, dass sie, durch jugendlichen Tatendrang getrieben,
erneut den Weg zu ihrer Truppe suchten. Nur Weber überlebte mit
schweren Kopfverletzungen als einziger aus dieser
Schwurgemeinschaft, erhielt nach seiner Genesung das silberne
Ehrenzeichen, machte später die Freiheitskriege mit und wurde mit
Versorgung im Forstdienst als Oberjäger aus dem
Garde-Jägerbataillon entlassen. Als Nachfolger seines Vaters war er
im Belauf Britz ebenfalls mit über 60 Dienstjahren tätig. Ihm und
seinem Vater wurde im Jahre 1879 unter der Kroneneiche ein Denkmal
gesetzt, welches aus den verzinsten Spenden des Dienstjubiläums von
1861 bezahlt wurde. Man war so sparsam, dass sogar noch Geld für
die spätere Unterhaltung übrig blieb. Zu einem weiteren großen Fest
lud dann im Jahre 1907 bereits der Enkel des „Alten
Weber“, „Lebt denn die alte Kroneneiche noch?“
– Beste Stimmung mit Musik und Gesang im Forstrevier
Senftenthal Ein kleines Jubiläum: Revierleiter Jan Lorenz eröffnet
das 15. Kroneneichenfest der königliche Wildmeister Rudolf Weber
aus Potsdam, ebenfalls zur Feier seines 60-jährigen Dienstjubiläum
ein. Zu den Gästen des inzwischen 78-jährigen Jubilars zählten alte
Familienangehörige, Regimentskameraden und ein Zimmermann aus
Senftenhütte, dem letzten Überlebenden aus Webers Schulzeit. Als
sich die Herbstsonne neigte, kam die Zeit zum Aufbruch. Und unter
dem Klang munterer Jägerweisen schritt die Gesellschaft zum Bahnhof
Chorin, wo der Jubilar noch unter den Klängen der Regimentskapelle
den Parademarsch abnahm. Mit seinem Tod im Jahre 1912 wurde die
Forsttradition der Familie Weber beendet, doch unter der
Kroneneiche legt das schlichte Denkmal aus märkischem Feldstein ein
Zeugnis über deren fast 100-jährige Geschichte ab. Denn dem Mut des
alten Weber ist es zu verdanken, dass die Kroneneiche das erste Mal
gerettet wurde. Im vorletzten Jahrhundert, als zur Konsolidierung
bereits damals leerer Staatskassen zahlreiche Eichen, darunter auch
die Kroneneiche aus dem Britzer Belauf, nach England verkauft
werden sollten, stellte sich Weber mit ganzer Macht vor die
Obrigkeit und seine Holzhauer, um diese Tat zu verhindern, was ihm
dann auch gelang. Lediglich das längst überwallte Fällungszeichen
gibt als Rindenarbe noch darüber Auskunft.
Der Weg
zur Kroneneiche
Mit dem Ziel
Kroneneiche gibt es zwei schöne Wanderwege über die Choriner
Endmoräne. Der kürzere Weg führt direkt vom Forsthaus Senftenthal
vorbei an einer Streuobstwiese mit Benjeshecke auf einem schmalen
Pfad hinauf zur Kroneneiche und hat eine Länge von ca. 1 km. Ein
anderer Weg beginnt am Bahnhof Chorin und führt in einer Länge von
3 km durch ein langgestrecktes Wiesental hinauf in den Wald. Unter
dem Schirm prächtiger Mischbestände aus Buche und Eiche geht ein
ziemlich steiler Anstieg über die Stabhüttenbrücher an die Stelle,
wo sich auf einer kleinen Blöße inmitten des Buchenbestandes dem
Betrachter dieser herrliche Baumveteran vorstellt.
Der
Cache ist ein paar Meter von der Kroneneiche
entfernt! Es muss also kein Zaun überstiegen werden
um an die Dose zu kommen!