Rundgang historischer Gebäude
Bei diesem Multicache begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise durch die noch recht junge Geschichte der Gemeinde Bomlitz.
Wir beginnen an der „weißen Villa“, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Wolff. Die Villa Wolff, wie sie heute im Volksmund genannt wird, wurde Anfang der 40er Jahre von Dr. Gerd Wolff, einem Sohn von Oskar Wolff, als Wohnsitz für seine Familie gebaut.

Der Wohnsitz der Familie entstand in direkter Nachbarschaft zur alten Verwaltung der Fa. Wolff, dem bis heute beeindruckendstem Gebäude in der Gemeinde. Erbaut auf einer kleinen Erhöhung im Stil eines Schlosses waren, in diesem von 1916 – 1920 errichteten Gebäude, die Verwaltung und Labore der Fa. Wolff & Co. beherbergt.
Erbaut wurde die alte Verwaltung in Blickrichtung zum Wolff-Denkmal, dem Entstehungsort des Unternehmens und des Ortes Bomlitz auf dem Gelände des Gutshof´s. Hier, am späteren Gutshof, baute die Familie Pfuhl 1681 eine Papiermühle und setzte den Grundstein für den ursprünglichen Siedlungskern des Ortes Bomlitz direkt am gleichnamigen Fluss. Um 1872 wurde das Gutshaus Bomlitz durch die Familie Wolff gebaut.
Wir begeben uns weiter in Richtung heutigem Ortskern, an die Stelle, an der sich einmal das Gasthaus Sisenop befand. Die Gastwirtschaft war, wie man so schön sagt, das erste Haus am Platz. Eine Besonderheit war der direkte Zugang zum Werk der Fa. Wolff. Heute ist der Platz unbebaut.
Gegenüber lag das Einzelhandelsgeschäft der Familie Wülfrath, das älteste Haus im jetzigen Bomlitzer Ortskern. Hier konnte man alles bekommen, was das Herz begehrte. Heute befindet sich das Gebäude im Gemeindebesitz und wird nach und nach restauriert.

Ein wenig weiter die Straße entlang des Werkes kommen wir zum Wohlfahrtsgebäude. Erbaut wurde es 1918 und bot neben einer Sanitätsstation auch Mietbäder, um den zur damaligen Zeit fehlenden sanitären Anlagen in den Mitarbeiterunterkünften Sorge zu tragen. Nach dem 2. Weltkrieg bis zum Jahr 1959 war hier der Sitz der Gemeinde. Vor dem Wohlfahrtsgebäude, ungefähr an der Stelle der jetzigen Verkehrsinsel, befand sich früher ein Platz mit dem Denkmal des knienden Soldaten, welches heute auf dem Friedhof in Bomlitz zu finden ist. Auf der anderen Straßenseite befindet sich zur Rechten das 1913/14 erbaute Ledigenheim Wolff, in dem zu Zeiten des 1. Weltkriegs vierzig alleinstehende männliche Angestellte der Fa. Wolff untergebracht wurden. Architektonisch zeigt der markante Mansardendachgiebel die Zugehörigkeit zum zentralen Ortskern, Elemente dieses Design erkennen wir auch im links vom Ledigenheim gelegenen Restaurant „Rosmarin & Thymian“. Erbaut im Jahre 1913/14 als zweites Gasthaus in Bomlitz, dem „Pulverkrug“. Er wurde in den ersten Jahrzehnten als Kantine für die Werksmitarbeiter genutzt.
Später wurde der Hindenburgsaal als Kantine für das Werk genutzt. Der Hindenburgsaal beherbergte nicht nur eine Großküche, auch war hier damals ein Kino vorzufinden. Heute sieht man von dem Gebäude am Hindenburgplatz nichts mehr, selbst die alten Hindenburgkastanien mussten 2010 gefällt werden. Im Jahr 1961 nahm der damalige Berliner Bürgermeister Willy Brandt seine Mahlzeit mit den Mitarbeitern des Chemieunternehmens ein.

Zuvor hatte Brandt am Zugang zum Werk, dem Hauptpförtnergebäude eine Rede vor einigen hundert Zuhörern hielt. Das Gebäude wurde 1916 errichtet und enthält die, für den historischen Ortskern von Bomlitz, typischen Mansardendachelemente. Zur Linken passieren wir den Bahnhof Bomlitz, ebenfalls während des Weltkriegs 1914/15 erbaut. Jahrzehnte lang brachte die Werkbahn täglich einige hundert Mitarbeiter ins Werk, bis Ende der 80er Jahre zudem auch Schüler aus Bomlitz nach Walsrode. Heute sieht man, mal abgesehen von der historischen Lok neben dem Gleisbett, nur noch Güterzüge auf den Schienen der Werkbahn.
Ein Stück weiter die Bahnhofstrasse herunter erscheint auf der rechten Seite das markante Gebäude der Feuerwehr. Heute beherbergt das Fachwerkgebäude die Werkfeuerwehr des Industrieparks Walsrode, im Innenhof wurde eine neue Fahrzeughalle für die Freiwillige Feuerwehr errichtet.
Das historische Gebäude ist baugleich mit der Werkfeuerwehr der „EIBIA GmbH“, zu welcher uns nun unsere Reise führt. Das Ensemble des ehemaligen Gebäudes der Werkfeuerwehr und des auf der anderen Straßenseite gelegenen Pförtnergebäudes der “EIBIA GmbH“ lässt noch heute den Zugang zur Sprengstofffabrik erahnen. Die 1939/40 erbauten Häuser werden heute als Wohngebäude genutzt.


Zu guter Letzt führt unsere Reise zum Gebäude der Hauptverwaltung der „EIBIA GmbH für chemische Produkte“, der größten Pulverfabrik im Dritten Reich. In der Nachkriegszeit war das Gebäude Sitz der britischen Militärverwaltung, bis im Jahr 1947 die Entnazifierung durch das hier ansässige Spruchgericht Bomlitz-Benefeld durchgeführt wurde. Seit 1948 nutzt die Freie Waldorfschule Benefeld den Komplex.
Wir kommen nun zum Ende unseres Streifzuges durch die Industriegemeinde Bomlitz. Wie wir sehen konnten, wurde die Entwicklung dieser noch jungen Gemeinde stark geprägt durch die Fa. Wolff, dem heutigen Industriepark Walsrode.
Wichtiger Hinweis zur Zwischen-Station 8 (Freiw. Ortsfeuerwehr Bomlitz)!
Auf Grund der stattfindenen Baumaßnahme ist der Hinweis hier nicht mehr vor Ort! Hier kommt ihr vorübergehend mit folgender Vorgehensweise weiter:
Ihr nehmt die Angaben der letzten Zwischenstation (Bahnhof Bomlitz) und berechnet mit diesen die nächste Zwischenstation
Nordwert: Die letzten 3 Ziffern der Koordinate -285
Ostwert: Die letzten 4 Ziffern der Ostkoordinate -1002
Hinweisbuchstabe: I
Hinweisziffer: letzte Hinweisziffer -2
Nun noch einige Hinweise zum Cache:
Ihr bewegt euch in, zum Teil, stark vermuggeltem Gebiet. Es ist wichtig folgende (selbstverständliche) Hinweise & Vorgehensweisen zu beachten, damit noch viele Cacher nach euch Freude an diesem Cache haben können:
Das Listing solltet ihr ausdrucken, um die Informationen zu den Gebäuden vor Ort nachvollziehen zu können.
· Vom Start bis zum Final sind es ca. 4km (One-Way)
· Begebt euch in den Stealthmodus
· Alle Zwischenstationen nur unbeobachtet heben, dies kann zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen
· Alle Zwischenstationen wieder sorgfältig zurücklegen & in den Ursprungszustand zurückversetzen
Viel Spaß wünschen euch die Teams
JÖMABE & Poilettentapier