Von den Anfängen bis 1945
Am 1. Oktober 1892 eröffneten die Preußischen Staatseisenbahnen
eine normalspurige Nebenbahn von Biederitz nach Loburg. Die
Kleinbahnen des Kreises Jerichow I (KJ I) schlossen am 18. Juli
1896 Groß Lübars (später nur Lübars genannt) einerseits mit einer
Schmalspurbahn in Richtung Burg an, andererseits folgte am 8.
Oktober des gleichen Jahres eine Querverbindung von Groß Lübars
über Altengrabow und Magdeburgerforth nach Ziesar. Anfang des 20.
Jahrhunderts plante die KJ I eine Verbindung von Groß Lübars nach
Gommern, die in Loburg Anschluss an die Regelspurstrecke nach
Biederitz bekommen sollte. Der Abschnitt von Groß Lübars nach
Loburg wurde am 21. Juli 1902 eröffnet. Bei Altengrabow war ein
großer Truppenübungsplatz entstanden. Deswegen war der Abschnitt
zwischen Loburg und Altengrabow mit einem Dreischienengleis
(1435/750 mm) versehen worden. Die Schmalspurloks der KJ I
transportierten dabei für den Militärverkehr regelspurige Wagen
unter Verwendung eines Zwischenwaggons.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen die Strecken der KJ
I zunächst zur Sächsischen Provinzbahnen GmbH und am 1. April 1949
zur Deutschen Reichsbahn. Der Truppenübungsplatz Altengrabow wurde
von der Sowjetarmee betrieben, die weiterhin die Strecke für
Militärtransporte nutzte. 1965 wurde das gesamte Schmalspurbahnnetz
um Burg und Ziesar stillgelegt. Das Regelspurgleis zwischen Loburg
und Altengrabow blieb in Betrieb, auch der Personenverkehr lief
fortan bis Altengrabow durch. 1968 verkehrten sechs Personenzüge am
Tag auf der gesamten Strecke in beiden Richtungen, hinzu kamen zwei
Werktagszugpaare, die nur von Magdeburg nach Loburg fuhren.
Am 15. Januar 1999 wurde der Personenverkehr zwischen Loburg und
Altengrabow eingestellt. Durchschnittlich waren in den Monaten
davor nur sechs Reisende pro Tag auf diesem Abschnitt befördert
worden.
Zeitweise findet nach 1999 noch Militärverkehr für die
Bundeswehr statt, die den Truppenübungsplatz Altengrabow übernommen
hatte.
Quelle: Wikipedia
Nach über 119 Jahren Bahnlinie Magdeburg-Möckern-Loburg heißt
es nun:
Mit Fahrplanwechsel am 11. Dezember nur noch Busse
Magdeburg/Biederitz/Loburg (am). Das Aus für die öffentliche
Bahnstrecke Magdeburg - Biederitz - Loburg (Kreis Jerichower Land)
scheint besiegelt. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wird der
Personennahverkehr von der Schiene auf Busse umgestellt, teilte
gestern die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) mit. Die
Nasa, die im Auftrag des Landes arbeitet, begründet dies damit,
"die Fehlinvestition von Steuermitteln vermeiden helfen" zu wollen,
so Nasa-Pressesprecher Wolfgang Ball gestern.Der Hintergrund dürfte
im enormen Sanierungsaufwand auf der Strecke in Höhe von gut zwölf
Millionen Euro liegen, bei nicht einmal 500 Reisenden pro Tag auf
der Strecke.Die Deutsche Bahn AG hatte Investitionen nur in dem
Fall angekündigt, wenn das Land einen Fortbestand der Strecke
sicherstellt. Die Nasa lehnt dies ab und wirft der Bahn AG vor,
ihrer Pflicht auf Streckensanierung nicht nachzukommen. Bereits
jetzt ist die Fahrtzeit wegen der teils maroden
Streckenverhältnisse um 13 Minuten länger als der Fahrplan
vorsieht. Ab 2012 sollen nochmals fünf Minuten dazukommen.Schon
jetzt verkehren sechs Fahrten montags bis freitags bereits als Bus
im Ersatzverkehr.
Quelle: Volksstimme