Die Sage vom
Silberbrunnen
In Endingen wohnte eine arme Witwe, „Kräuterlies“genannt. Sie suchte täglich im Wald rund um den Kaiserstuhl würzige Kräuter und verkaufte diese an die Apotheker im ganzen Land. An einem heißen Tag im Juli war sie gerade im Wald nahe dem Ort Bahlingen unterwegs, als sie von der drückenden Hitze übermannt wurde. Die Kräuterlies wurde immer schwächer und fiel schließlich sogar in Ohnmacht.
Als Sie wieder zu sich kam, sah Sie nicht weit von ihr ein kleines, zierliches Männchen, das sie zu sich winkte. Sie nahm ihre ganze Kraft zusammen und folgte ihm. Es führte sie zu einer Stelle zwischen zwei Bäumen, wo ein Stein auf der Erde lag. Der Zwerg wälzte den großen Stein zur Seite und sogleich quellte klares Wasser aus dem Boden.
Das Männlein verschwand und die Kräuterlies trank von dem Wasser. Augenblicklich war sie wieder bei Kräften und voller Tatendrang.
Damit die Quelle von keinem außer ihr gefunden werden konnte, deckte sie sie wieder sorgsam zu.
Von nun an kam sie oft hierher um das heilsame Wasser in Krüge zu füllen und es zu verkaufen. Auch der Graf Hesse von Nimburg erwarb ihr Wasser und heilte so seine Tochter von einer schweren Krankheit. Der Sage nach ließ der Graf aus Dankbarkeit die Quelle fassen und direkt daneben ein kleines Wirtshaus bauen, das er der Tochter der Kräuterlies schenkte. Diese heiratete den jungen Oberjäger des Grafen und war somit erste Besitzerin des Anwesens Bad Silberbrunnen, das noch heute am Waldrand steht.
In Wirklichkeit hatte die Kräuterlies dem Grafen Hesse natürlich nicht den Ort ihrer Heilquelle verraten, sondern lediglich eine "normale" Quelle für den Bau des Wirtshauses vorgeschlagen. Bis ins hohe Alter verkaufte sie ihr Heilwasser an Kranke und wahrte ihr Geheimnis gut. Als die Quelle schließlich nach langen Jahren versiegte und auch die Lies ihrem Lebensende entgegenblickte, beschloss sie, den geheimen Ort weiterhin zu nutzen und dort all ihre Reichtümer zu verstecken, die sich im Laufe ihres Lebens durch den Verkauf des heilenden Wassers angehäuft hatten.
Die Kräuterlies hatte immer bescheiden gelebt und daher eine ganze Menge Geld in den Wald zu tragen. Auf dem Heimweg legte sie allerlei Rätsel und Hindernisse aus, auf das niemand Unerwünschtes jemals ihren Schatz finden würde. Sie fertigte eine Anleitung zum Lösen der Rätsel an und vererbte diese, als sie starb, ihrer einzigen Tochter, der Besitzerin des Bad Silberbrunnen. Diese war allerdings nicht besonders schlau und unterschätzte den Reichtum ihrer alten Mutter, sodass sie nie den beschwerlichen Weg in den Wald auf sich nahm, um nach dem versteckten Schatz zu suchen.
Erst kürzlich wurde die verschollen geglaubte Rätselanleitung der alten Kräuterlies im Bad Silberbrunnen gefunden. Weil die Alte aber sehr gerissen war und sich alle Mühe gegeben hatte, ist es bis jetzt noch niemandem gelungen, ihre im Wald versteckten Reichtümer zu finden.
Einen ersten Hinweis auf den Goldschatz der Lies erhälst Du,
wenn Du mit deiner Lampe hier in der Dunkelheit Ausschau hälst:
N48° 06.868 E007° 42.395
P.S.: Ich würde das Logbuch gerne mit Bildern gestalten,
freue mich also über jeden, der eine Kamera zum Cachen mitnimmt
und mir ein (Final-)Foto zukommen lässt!