Der Westwall
Der Westwall, entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches(bei den Alliierten auch unter dem Namen Siegfried-Linie bekannt), war ein über ca. 630 km verteiltes militärisches Verteidigungssystem, das aus über 18.000 , Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren bestand. Er verlief von Kleve an der niederländischen Grenze in Richtung Süden bis nach Grenzach-Wylen an der Schweizer Grenze. Reichskanzler Hitler ließ die Anlage, die eher von propagandistischem als strategischem Wert war, ab 1936 planen und zwischen 1938 und 1940 errichten. Zuvor hatte er 1936 entgegen den Auflagen aus dem Friedensvertrag von Versailles die durch die Folgen des Ersten Weltkriegs vom Reich demilitariesierten Gebiete beiderseits des Rheins wieder von Wehrmachtstruppen besetzen lassen.

Entwicklung 1936 bis 1940
Die Entwicklung des Westwalls war keinesfalls homogen und wurde durch die politische Führung stark beeinflusst. Die heutige Sicht wird stark geprägt durch die Standardwerke von Groß (1982) und Bettinger & Büren (1990). Während Groß als einer der ersten dieses Thema wissenschaftlich aufarbeitete und die Entwicklung für Nordrhein-Westfalen beschrieb, waren Bettinger & Büren zehn Jahre später in der Lage, Erkenntnisse über den gesamten Bereich des Westwalls zu veröffentlichen.
Groß unterscheidet folgende Entwicklungsschritte:
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Grenzwacht-Programm (Pionier-Programm) für die vordersten Stellungen aus dem Jahre 1938,
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Limes-Programm ebenfalls aus dem Jahre 1938,
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Aachen-Saar-Programm aus dem darauf folgenden Jahr 1939,
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Die Geldern-Stellung Brüggen-Kleve von 1939 und 1940,
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Luftverteidigungszone West 1938
Bettinger & Büren stellten diese Entwicklungen in einen breiteren Kontext:
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1937: Die Planungen für die Befestigungssysteme Befestigungen zwischen Mosel und Rhein und die Befestigungen am Oberrhein, darunter der Isteiner Klotz sehen die Implementierung von drei Befestigungskonzepten vor. Befestigungslinien im Festungsausbau soll unter anderem die historischen Einfallspforten durch das Rheintal westlich Karlsruhe (die sogenannte Weißenburger Senke) und durch das Moseltal bei Trier schließen, aber um diese zu bauen, würden noch Jahre gebraucht werden. Dazwischen werden Befestigungslinien in Stellungsausbau angefangen. Vorgelagerte Befestigungslinien im Sperrausbau entlang der Saar und grenznah in der Pfalz waren nur zum vorübergehenden Schutz der dahinter zu bauenden Stellungen gedacht, die mit Absicht etwas weiter abgesetzt von der Grenze geplant werden.

Ab Mai 1938 fanden die ursprünglichen Planungen eine drastische Veränderung, die nur noch den Bau von Befestigungslinien im Stellungsausbau unter dem Namen Limesprogramm vorsahen. Zudem wurden die verwendeten Bunkertypen – Regelbauten genannt – vereinfacht, damit sie von der jetzt einzuschaltenden Organisation Todt schneller gebaut werden konnten. Grund für die Veränderung und Beschleunigung war die Teilmobilmachung der Tschechoslowakei als Reaktion auf die aggressive deutsche Außenpolitik und das Risiko, dass Frankreich in einem militärischen Konflikt mit der Tschechoslowakei eingreifen würde.
Parallel dazu baute die Luftwaffe die LVZ-West hinter dem Westwall zwischen Mosel und Rhein eine Kette von Flugabwehrstellungen mit eigenen Bunkern zur Bodenabwehr.

Ab Oktober 1938 kündigte Hitler an, die Städte Aachen und Sarbrücken besser zu schützen und forderte den Ausbau der diesen Städten vorgelagerten Befestigungslinien im Sperrausbau zu einer richtigen Stellung. Dieser Schritt wurde unter dem Namen Aachen-Saar-Programm bekannt und wird oft mit der Einführung neuer Regelbauten im Februar 1939 vertauscht, die besonders in diesen auszubauenden Stellungen Verwendung fanden.
Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Westwall