Teil der Serie: Wiesentaler Gotteshäuser
Wiesentaler Gotteshäuser I: Erlöserkirche (Mikro) - du bist hier
Wiesentaler Gotteshäuser II: St. Jodokus (Nano) - hier klicken
Wiesentaler Gotteshäuserj III: Marienkapelle (Micro) - hier klicken
Wiesentaler Gotteshäuser: Bonus (Regular) - hier klicken
Geschichtliches
Pfarrer Hermann Höckh kaufte zusammen mit Mitgliedern des Kirchengemeinderates am 11.06.1934 das Grundstück mit 1342 qm zum Preis von 2.700 RM. Was heute knapp ist, dass war auch damals knapp. Auf Wirken des damaligen Waghäuseler Bürgermeisters kam am 11.04.1935 jedoch ein Darlehensvertrag zwischen der Kirchengemeinde und der Zuckerfrabrik Waghäusel zustande. Die Darlehenshöhe war 20.000 RM. Es wurde eine jährliche Tilgung von 3.000 RM einschließlich Zinsen, zahlbar vom 01.10.1937 an, vereinbart. Am 16.01.1936 konnte man sich dann für den Architekturvorschlag des Architekturbüros Rösinger & Scheuerpflug aus Karlsruhe entscheiden. Der Vorschlag sah eine Kirche mit 125 Sitzplätzen vor. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf 32.000 RM. Diese wuchsen durch einen eigens eingebauten Luftschutzkeller auf 35.300 RM an. Am 10.09.1936 wurde dann die Baugenehmigung erteilt. Die Firma Heinrich Wagenhan aus Wiesental wurde mit dem Rohbau beauftragt. Als Arbeitsbeginn wurde der 26.09.1936 festgelegt. Der Grundstein konnte dann letztendlich am 25.10.1936 gelegt werden. Meinungsverschiedenheiten entstanden jedoch wegen der Deckenausführung. Nach einer Besichtigung des im Rohbau erstellten Kirchenneubaus in Limburgerhof einigte man sich auf die dort ausgeführte Lösung. Auf Vorschlag des evangelischen Oberkirchenrates sollte der Holzbildhauer Karl Josef Fortwängler, Freiburg, mit der künstlerischen Gestaltung des Altars, der Kanzel und des Taufsteins sowie mit der Ausführung weiterer Holzschnitzerien beauftragt werden. Für die Mehrkosten sollte die Kirchengemeinde aufkommen. Leider explodierten für damalige Verhältnisse die Baukosten auf 41.400 RM, was eine hochwertige künstlerische Ausstattung nicht zuließ. Um dem etwas entgegenzuwirken erhöhte die Zuckerfabrik das gewährte Darlehen um weitere 5.000 RM. Dennoch beschränkte man die künstlerischen Ausführungen deshalb auf das allernotwendigste. Die Lutherrose im großen Rundbogenfenster über dem Haupteingang und die nach besonderem Entwurf angefertigten Wandleuchter blieben neben den einfachen Handwerksarbeiten am Altar mit Kreuz, Kanzel und Taufstein die einzigen markanten Teile des Innenausbaus. Der Bau selbst ging die ganze Zeit über jedoch termingerecht voran. Im Dezember 1936 konnte bereits die Rohbauabnahme beim Bezirksamt Bruchsal beantragt werden und dann auch Richtfest gefeiert werden. Nach weiterer Bauzeit konnte die Kirche am 12.09.1937 eingeweiht und für die gläubigen Gemeindemitglieder freigegeben werden.
Die Informationen sind ein Auszug aus der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Erlöserkirche. Diese wurde von der Pfarrgemeinde Waghäusel (Frau Friedrich) eigens für diesen Geocache zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
die Kirche heute: