Skip to content

Versteinerungsbach Westerhof EarthCache

Hidden : 11/30/2011
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Versteinerungsbach Westerhof




Die Wälder um Westerhof bieten neben einer großen Anzahl an Bäumen auch so manches geologisches Kleinod.
Ein solches ist in zweierlei Hinsicht der Versteinerungsbach in der Aschau.
Wen man einen Ast in das Wasser dieses Baches gelegt hatte dauerte es nicht lange und der Ast war von einer dünnen Schicht porösen Kalks überzogen.
Warum das so ist hat uns Kinder damals nicht interessiert. Es war halt so.

Doch oft erfährt man die wirklich interessanten Dinge warum es so ist erst später.

Dieses Warum möchte ich euch mit diesem Earthcache näher bringen.

Bemerkenswert in diesem Bach ist der hohe Gehalt an Calcium und Magnesium, die ausfallenden Mineralsalze führen zur Bildung von Kalktuffgestein.

Kalktuff, Süßwasserkalk oder Quellkalk ist ein poröses, noch junges „sekundäres" Sediment. In Europa kommt es in einigen der Karstgebiete der humiden, gemäßigten Warmklimazone vor, sofern eine Reihe von Bedingungsfaktoren regional vorliegen. Besonders bekannt und untersucht sind Vorkommen der Schwäbischen Alb, der Fränkischen Alb und der Alpenränder.

Die Ablagerung von Kalk (CaCO3) als Kalktuff entsteht vornehmlich hinter kalten Schichtquellen im Karst. Solche Ablagerungen gibt es in einigen Karstgebieten der humiden, gemäßigten Warmklimazone seit der letzten Warmzeit und auch gegenwärtig noch. Ob es zu Ausfällung von Kalk aus Karstwasser kommen kann und in welchen Mengen, hängt allgemein von den klimatischen und geologischen Bedingungen ab, vor allem aber von weiteren physikalischen und chemischen Bedingungskonstellationen, die regional oder lokal vorliegen müssen. Die günstigsten klimatischen Bedingungen bestanden während der rund zweitausend Jahre des postglaziären Atlantikums. In dieser Zeit (ca. 8000-6000) lagen die durchschnittlichen Temperaturen in Mitteleuropa ca. 2 °C höher als heute, und es war niederschlagsreicher. Liegen die allgemeinen Voraussetzungen vor, gehören zu den notwendigen Bedingungen für das Ausfällen noch die folgenden Faktoren:



  • eine relativ geringe Schüttung der jeweiligen Quelle,
  • eine relativ große Verdunstungsoberfläche,
  • ein günstiger Korridor der Wassertemperaturen,
  • eine Veränderung der Druckverhältnisse und
  • bestimmte Ionenkonzentrationen.

Wenn Karstwasser über Moosteppiche, Algenteppiche oder Kolonien von Cyanobakterien fließt, kann eine größere Kalkmenge ausfällen, indem die Biosubstanzen für ihre Assimilation (Photosynthese) den Kohlendioxid-Bedarf aus dem Karstwasser beziehen. Die Kalksedimente können mit Raten von 0,01 mm/Jahr bei anorganischer und bis zu 20 mm/Jahr bei organisch mitinduzierter Ausfällung wachsen.
Der ausgefällte Kalk legt sich als feinkristalline Kruste um alles relativ ruhende Kleinmaterial (Sand, Steinchen, Zweige, Blätter, Farne, Moose, Algenschleim, etc.). Es entstehen durch Übergussschichtung nach oben und vorne wachsende Gebilde oder Polster an kleinen Wasserfällen oder Stufen in Bachterrassen. Moose wachsen über ihren sich verkrustenden Teil frisch hinaus; sie wirken wie kleine Reusen und bilden ein tragendes Gerüst. So können auch größere, fragile Gehänge („Nasen") entstehen. Biotische Verunreinigungen aus Algen und Bakterien bilden relativ feine Strukturen. Sie sind poröser und leichter, wenn Moose der Fließenergie widerstehen konnten. Dieser Kalktuff ist oft noch feucht und von bröseliger Konsistenz.

Doch nicht nur in Hinblick auf den Kalktuff ist dieser Bach interessant. Entdeckten doch vor einigen Jahren Forscher der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) in Braunschweig in diesem Bach neue Bakterienarten. Die sieben Neuisolate gehören den Gattungen Flavobacterium und Pedobacter an. Doch das sei hier nur am Rande erwähnt.

Und all dies in einem unscheinbarem, kleinen Waldbach.



Oberer Bachlauf
Meßstelle


Doch nun zu euren Aufgaben an der Meßstelle (siehe Bild) vor Ort:

  • meßt die Wassertemperatur und gebt diese in eurem Log an. Über die Zeit werde ich daraus eine Graphik mit dem Temperaturverlauf über das Jahr gesehen erstellen.
  • meßt die Höhe des kleinen Wasserfalls. Ein 5m-Maßband sollte ausreichen. Dieses sendet ihr mir bitte zu.
  • zuletzt schaut in die kleine Aushöhlung neben den Wasserfall hinein. Dort könnt ihr die Bildung des Kalktuffs hervorragend sehen. Beschreibt in eurer eMail an mich die Form, Farbe etc. der Ausfällung.

Sendet mir die Antworten zu Aufgabe Zwei und Drei zu. Loggen könnt ihr sofort. Sofern etwas nicht stimmen sollte melde ich mich bei euch.

Natürlich freue ich mich über Fotos von euch oder eurem GPSr vor Ort. Das ist aber eine freiwillige Zusatzaufgabe.



Es grüßt euch

Helgules

Quellenangabe & Bildnachweiß:
Der Abschnitt über den Kalktuff wurde frei nach Wikipedia zitiert und mit eigenem Erlebtem vermischt.
Sämtliche Bilder wurden von Mir vor Ort aufgenommen.

Additional Hints (No hints available.)

Advertising with Us