Wenn ein einheimischer Heimkehrer aus dem zweiten Weltkrieg auf den Dampfboden stieg und von dieser Höhe aus mit Dankbarkeit und Liebe seine Heimat beschaute, wo jetzt Friede war und Hoffnung für die Zukunft keimte, dann sah er seinen Geburtsort Bergen zwischen Schellenberg, Bahnberg und Ramberg hingebreitet und konnte sich Gedanken machen über die Strukturen der Besiedlung vor langer Zeit.

Ein halbes Jahrhundert später, wo im Bergener Tal die grünen Inseln immer kleiner werden und durch die Bautätigkeit die Siedlungen immer mehr mit dem Ortskern zusammenwachsen, hilft auch nicht die Phantasie zu erahnen, wie es vor 500 Jahren bei uns ausgeschaut hat.
Die verstreuten Häusergruppen um den Ortskern herum hoben sich vor 50 Jahren noch sehr deutlich voneinander ab. Große Bauernhäuser mit einigen Nebengebäuden, Wiesen und Obstanger um die Siedlungen herum prägten dieses schöne Bild.
Im Norden beginnend, konnte man Enthal und Schlipfing, den Bahnhof und Bernhaupten sehen, auch die große Autobahnbrücke mit Reichhausen, davor Sonnleiten, Hasling, Öd, Eßbaum und Adelholzen. In der Ebene erkannte man Steinbrücken, Stocka und markant das Dorf mit der Kirche und dem Schulhaus. Dann Hausen, beim Scheuerl, Mitterfeld und Mühlwinkel, westlich beim Aubauern, Grieß, Anger, Weißachen, beim Denken, beim Petermoar, die Schellenberger Häuser und darüber glänzend den Spiegel des Chiemsees.
Die Freude an der Heimat nimmt zu, wenn wir uns bewußt und mit Herz um die Pflege dieser Anwesen kümmern. Es kann für Familien wertvoll sein, den Spuren der Groß- und Urgroßeltern zu folgen und so etwas über die eigene Abstammung erfahren. Doch es kommt auch Dankbarkeit und Freude über unsere Altvorderen für das auf, was sie geleistet, riskiert und geschaffen haben: Häuser, Straßen und Wege, Kirchen und Kapellen. Unschätzbar ist, wie unsere Bauern durch die Pflege der Wiesen und Wälder laufend dieses wertvolle Kulturgut erhalten und sichern.
Bergener Hofgeschichten: Auf dem Schellenberg

In der Frühzeit des Chiemsees reichte der Schellenberg bis an die Abhänge des Alzinger Berges, so dass der 70 m hohe Schellenberg am Westrand von Bergen eine Chiemseeinsel war. Gewiß wurde der Schellenberg deshalb schon früh von unseren Vorfahren als Bauland bevorzugt.
Urkundlich ist 1240 ein Siedlungsplatz afm Schellmperch erwähnt. Der erste Besitzername 1538: Steffan am Schhölnperg und 1554 dann gleich drei, nämlich Connz afm Scholoenperg, Jörg Gair afm Scholenperg und Hans am Scholenperg.
Ursprünglich wurde auf dem Schellenberg Obst angebaut, und anstelle des heutigen Gasthofes stand damals ein Moststadel, in dem die der "Peter Moar" (Josef Buchner) seit 1904 eine Mostschenke betrieb. Nachdem vor etwa 100 Jahren ein Sturm diesen Stadl umgeblasen hatte, wurde nach und nach ein festes, unterkellertes Gebäude errichtet, der heutige Gasthof.
Von 1908 stammt eine Konzession für den Ausschank von Most und alkoholfreien Getränken. Als Wirt folgte dem Josef Buchner der Sohn Georg (1904-1939). Dieser kam im 2. Weltkrieg als Angehöriger der Flugwacht auf dem Hochfelln im Winter 1939 in einer Lawine ums Leben.
1949 wurde nach dem Krieg die Schellenberg-Wirtschaft wieder eröffnet. Die Ehefrau Hedwig Buchner führte mit dem Sohn Georg (geb. 1925) und dessen Frau Maria den Betrieb bis 1985, danach folgte deren Sohn Toni Buchner als Wirt.
Genau 100 Jahre nach dem Entstehen dieser weitum bekannten und beliebten Bergwirtschaft starb das Buchner Maral, sangesfreudig und hochmusikalisch als Wirtin der letzten 50 Jahre. Heute betreibt Markus Buchner den Familienbetrieb.
In einer Zeit, in der in Bayern jedes Jahr 4000 Bauern aufgeben und das Höfesterben in der bayerischen Landwirtschaft ungebremst weitergeht, liegt es klar auf der Hand, dass die Bearbeitung einer lebendigen Hofgeschichte auch in Bergen immer schwieriger wird. Dies ist der Grund, warum wir Euch den Weg zum Cache über die verschiedenen Bauernhöfe und Häuser weisen und so das wertvolle Gut unserer Vorfahren erhalten wollen.

Genieße das herrliche Bergpanorama oder einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick über das Bergener Moos!

Das Gasthaus kann zu jeder Jahreszeit besucht werden. Parken kann man direkt vorm Gasthaus.
Viel Spaß!