Die Aller hat eine Länge von 265 km, die Luftlinie von den Quellen bis zur Mündung beträgt aber nur 165 km.
Sie entspringt bei 170 m über NN und mündet bei 10 m NN in die Weser, hat somit ein Gefälle von 160 m.
Die 160 m Gefälle machen die Aller empfindlich gegen jeden noch so fernen Wolkenbruch – ein Erbteil ihrer langen Nebenflüsse ( Leine und Oker). So kann ihr Wasserstand (bei Rethem) innerhalb kurzer Zeit zwischen 0,55 und 4,40 Meter schwanken.
Die Hochwasserwellen entstehen meist durch starke Regenfälle oder die Schneeschmelze im Harz und den Höhenzügen des Harzvorlandes.
Das Allertal zwischen Leinemündung und Mündung der Aller in die Weser ist 48 km lang und im Mittel 2 km breit. Die mit 4 km größten Talbreiten liegen auf halber Strecke im Raum Rethem. Die Aller selbst ist in diesem Talabschnitt 65 km lang. Sie ufert längs dieses Laufes besonders häufig aus.
Die fruchtbaren Auelehmböden sollen in der Vegetationszeit weitgehend gegen Hochwasser geschützt werden, daher wurden diese wertvollen Talflächen so bedeicht, dass die Überlaufdeiche (Sommerdeiche) möglichst dicht und parallel zu der hier stark mäandrierenden Aller zu liegen kamen.
Die Rethemer Talaue wurde im Laufe der Besiedlung in von Hecken durchzogenes Grünland umgewandelt. Der Anteil der Ackernutzung im Auenbereich wird aber ständig größer.
Früher haben sich die Bauern an die natürlichen Gegebenheiten angepasst und die Wiesen im Überschwemmungsgebiet als Viehweiden, die außerhalb bzw. höher gelegenen Flächen als Ackerbaugebiet angesehen.
Weite Marschwiesen und fast ebene Talauen mit Deichen für den Hochwasserschutz bestimmen ebenso das Bild wie ausgedehnte Wälder und einsame unter Naturschutz stehende Moor - und Heidelandschaften. Die ruhige Landschaft ist Heimat von seltenen Pflanzen und Störchen.
Durch den Bau des Mittellandkanals in den 1930er Jahren konnte überschüssiges Wasser der Aller abgeführt werden. Trotz dieser Maßnahmen kam es auch im 20. Jahrhundert zu Überschwemmungen im Tal der Aller.
Ganze Ortsteile, wie zum Beispiel Kirchwahlingen waren häufig und für längere Zeit praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.
1961 beschloss der Niedersächsische Landtag eine Hochwasserregulierung durch den Ausbau der Aller. Sie diente dem Schutz der Siedlungen, aber auch der Landwirtschaft .
Zum Ausbau der Aller gehörte auf langen Strecken eine Neugestaltung des Ufers. Die Ufer wurden abgeflacht und mit einer Steinschüttung versehen. Auch fanden zum Uferschutz Anpflanzungen von Weiden, Erlen oder Röhricht statt .
An der Unteraller bei Rethem, Westen und Häuslingen entstanden Hochwasserdeiche.
Zum Cache:
Bei diesem Multi sucht ihr nach Start, 6 ZS und Final. Es ist ein Rundweg von ca. 4,5 km.
Am schönsten ist dieser Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu bewältigen, um gerade im Frühjahr/Sommer den Duft frisch gemähter Wiesen oder die Rapsblüte voll genießen zu können. Alle Wege sind auch mit dem Auto machbar, aber zur Erntezeit könnte es im Begegnungsverkehr etwas eng werden.
Alle Stationen sind hochwassersicher angebracht.