Grenzgänger
Scheidingen
Seit
1233 ist Scheidingen urkundlich erwähnt. Der Ortsname bezieht sich
aus dem adeligen Geschlecht „von
Schedingen“.
Der
Salzbach der an Scheidingen vorbei fließt, ist eine historische
politische Grenze. Während der Soester Fehde wählte die Stadt Soest
und deren Börde den Herzog von Kleve zu den neuen Landesherren.
Während Werl, wozu auch Scheidingen zählte, dem Erzbischof von Köln
treu blieb. Die Brücke die damals wie heute über den Salzbach geht,
wird als „Zollbrücke“ bezeichnet. Durch die Reformation
im 16. Jahrhundert kam noch zu der politischen Grenze, die
konfessionelle Grenze hinzu. Die Soester Börde wurde evangelisch
und das gesamte Werler Amt mit Scheidingen blieb
katholisch.
Inzwischen gehört der Ort zu der
Gemeinde Welver. Durch den Strukturwandel gingen die
landwirtschaftlichen Betriebe in Scheidingen zurück. Arbeitsplätze
sind in Scheidingen Mangelware, so pendeln die Bewohner zu ihren
Arbeitsstätten im Umland. Als erholsamen Wohnort mit ausgeprägten
Vereinsleben schätzen die Scheidinger ihren Ort.
In
nördlicher Richtung des Caches könnt ihr den Bahndamm erkennen. Auf
dem fuhr früher die Eisenbahn von Welver nach Unna-Königsborn. Im
Jahr 1968 wurde der Verkehr eingestellt und seitdem hat sich dort
die Flora und Fauna das Gebiet zurück erobert. Es werden immer
wieder Überlegungen angestellt, den ehemaligen Bahndamm als
Fahrradweg zu nutzen.
Direkt am Cache ist einer von vier
Schnadesteine (Grenzstein), womit die Grenze zu den umliegenden
Orten markiert wird. Beim Schnadegang wird der Grenzstein
kontrolliert und den Neubürgern gezeigt. Auch hier wurden beim
Schnadegang zum Anlass genommen, Neubürger des Ortes zu "poaläsen".
Hierbei wird der Neubürger angehoben und mit seinem Hinterteil
("Ääs") auf den Stein ("Poal") mehrmals aufgetitscht. Danach
konnten sie sich als "Poalbürger" (Alteingesessene)
bezeichnen.