Der Gimritzer Park entstand im Jahr 1821 auf dem Gelände des
Klostervorwerkes Gimritz durch den Amtmann Barthels. Er kaufte
weltweit seltene Gehölze und schuf ein System von großen und
kleinen Spazierwegen zwischen den Einzelbäumen und Baumgruppen. Der
Park hat eine Größe von 3,5 ha und liegt auf der Südspitze der
Peißnitzinsel. Er ist der wertvollste Gutspark in Halle und steht
seit 1961 unter Schutz. Er weist mehrere dendrologische
Besonderheiten auf: Gurkenmagnolie, stachelloser Lederhülsenbaum,
Ginkgo und Tulpenbaum sowie einheimische Gehölze, 200 Jahre alte
Stileichen und die größte Eibengruppe im Stadtgebiet. Im
Eingangsbereich befindet sich eine zweiarmige Freitreppe. Unterhalb
dieser liegt der im architektonischen Stil gehaltene Parkteil, der
in einen Landschaftspark übergeht.
Der Name Gimritz kann gedeutet werden als "Platz, wo die Rinder
Getreide treten" vom slawischen "Guministi". Das Gut Gimritz liegt
auf dem Gelände einer mittelalterlichen Siedlung aus dem 7./8. Jh.
Im 13. Jh. bewirtschafteten die Mönche des Klosters Neuwerk das
Gimritzer Gut als Vorwerk. Sie bauten hier eine Wassermühle und
eine Wehranlage an der Saale. Die Ritter des Deutschordens, die auf
der benachbarten Hafeninsel das erste Armenhospital Halles
betrieben, befürchteten Hochwasserschäden durch die Anstauung der
Saale, was zu Konflikten führte. Das Kloster setzte sich im Streit
durch und erweiterte seine Besitztümer. Diese gingen 1530 nach
Auflösung des Klosters an das Neue Stift über. Der Wirtschaftshof
auf der Peißnitzinsel wurde nach den Zerstörungen im 30-jährigen
Krieg 1730/40 neu errichtet. Die Stadt Halle war von 1540 bis 1821
Pächter der Anlagen und Ländereien, die danach in den Besitz des
Großgrundbesitzers Barthels wechselten. 1880 tätigte die Stadt den
Rückkauf. Heute ist von der Bebauung noch die seit dem 13. Jh.
existierende Mühle erhalten; ein imposanter, dreige schossiger,
massiver Bau, der zuletzt als Speicher diente. Am Gebäude befinden
sich ein 1596 datiertes Wappen und Hochwassermarken. Das
zweieinhalbgeschossige Gutshaus aus der Mitte des 19. Jh. erinnert
mit seinem Turm an italienische Landhäuser. Nördlich findet man die
ehemaligen Wohnhäuser mit steilem Dach. Das große spitzbogige
Portal aus Bruchstein stammt aus dem 18. Jh.