Kirche ST. LORENZEN
Erwähnt wurde diese Kirche das erste Mal in einer Urkunde,
vermutlich aus dem Jahre 1158. Es gilt aber als ziemlich sicher,
daß diese Kirche schon vor dem Jahre 1100 n. Chr. bestanden hat,
denn ab diesem Zeitpunkt wurde schon von einem „Festen
Haus“ gesprochen, also einem wehrhaften Gebäude, das
zumindest einem sogenannten „freien Bürger“ gehörte.
Ein Teil eines solchen Festen Hauses war eben auch
„geheiligter Boden“, sprich: eine Kirche oder zumindest
eine Kapelle.
Seit ihrem Bestehen kann diese Kirche auf eine durchaus bewegte
Geschichte zurückblicken.
Zu Beginn war es ein Teil des Besitzes des Stiftes zu GURK (1160
– 1613) und danach für kurze Zeit ein Teil vom Stift RHEIN
(-1617). Von 1617 – 1881 gehörte es zum Stift NEUKLOSTER (WR.
NEUSTADT) und seit 1881 gehört die Kirche zum Stift HEILIGENKREUZ.
Außerdem „überlebte“ die Kirche zwei Einfälle der
Osmanen (1529 und 1683; der Hauptstoß zielte jedesmal nach WIEN,
Begleitstöße durch die Tataren kamen aber sogar fast bis zur
steirisch-niederösterreichischen Grenze. 1529 und 1532 wurde die
gesamte Region verwüstet und die Kirche dabei stark zerstört, 1683
passierte das Ganze dann noch einmal). Der hiesigen Bevölkerung
erging es teilweise sogar noch schlechter. Diese suchte ihr Heil
weniger im Schutze der Wehrkirche (denn als solche ist ST. LORENZEN
grundsätzlich aufgebaut, wenn auch die Schutzwirkung aufgrund der
Größe eher bescheiden war) als in STIXENSTEIN (was für die Menschen
gut war, denn dort waren sie relativ sicher) oder in den
umliegenden Höhlen der FLATZER Wand oder der GÖSING Wand (was für
die Menschen weniger gut war, da sie dort meistens entdeckt und als
Folge daraus mit Weib, Kind und Kegel massakriert wurden).
Zwei Weltkriege hinterließen an dem Gemäuer ebenfalls ihre
Spuren, wie auch sonst diverse Reformationen, Gegenreformationen,
Aufstände, Revolutionen, Brände etc. etc. Weiters nagt auch der
Zahn der Zeit an der Kirche. Man muß aber sagen, daß sie im Großen
und Ganzen sehr gut erhalten ist und man kann nur hoffen, daß es
auch noch lange so bleibt.
Das war jetzt ein kurzer historischer Ausflug, jetzt möchte ich
noch ein paar Worte zur Kirche selber verlieren.
Die Kirche ist, wie der Name schon sagt, dem HL. LAURENTIUS
(Festtag: 10. August, röm. Diakon im 3. Jhdt., als Märtyrer am 10.
August 258 in ROM hingerichtet, Schutzpatron der Bibliothekare,
Archivare, Bierbrauer, Hirten, etc.) gewidmet. Der Pfarrhof und die
Kirche bilden eine umfangreiche Baugruppe. Von der ursprünglich
spätgotischen Kirche mit romanischem Turm sind nach der Erweiterung
des Langhauses im 18. Jhdt. nur mehr der kreuzrippengewölbte Chor
und eine südlich gelegene Kapelle erhalten. An den Charakter einer
Wehrkirche erinnern heute noch die Schießscharten in der
Kirchenmauer an der Ostseite. In einer Nische in der Ecke des
Pfarrheimes steht eine frühgotische Madonna aus dem frühen 14.
Jhdt. (d. h.: es sind noch Elemente aus der Romanik erkennbar).
Allerdings handelt es sich bei der Madonna um eine Kopie, das
Original befindet sich im Stift HEILIGENKREUZ und harrt noch einer
genaueren, kunsthistorischen Betrachtung (die sicherlich noch die
eine oder andere Überraschung liefern wird!)
Insgesamt kann man 5 Bauphasen ausmachen, die vom Ende des 11. Jhdt
bis zum späten Barock reichen. Genaueres möchte ich hier jetzt
nicht anführen, da sei an die kleine Fibel verwiesen, die im
Eingangsbereich der Kirche aufliegt („Die Pfarrkirche von ST.
LORENZEN“ von Wolfgang HAIDER-BERKY). Hier kann man sehr viel
Wissenswertes und Interessantes nachlesen.
Die sehr schöne Innenausstattung stammt ebenfalls aus den
verschiedensten Jahrhunderten. Besonders hervorheben möchte ich
dabei den Hochaltar (vermutl. 18. Jhdt.), die etwas eigenwillige
Kanzel (Ende 18. Jhdt.), zwei Konsolfiguren (HL. BARBARA und HL.
JOHANNES NEPOMUK; beide 18. Jhdt). Zu erwähnen wäre auch noch das
etwas eigenwillige Taufbecken, eine Grabplatte aus Rotmarmor, das
große Holzkruzifix und die barocken Kirchenbänke.
Mehr möchte ich dazu jetzt nicht mehr erwähnen, ich kann eine
Besichtigung der Kirche und des Friedhofes jedem Interessierten
(und jeden, der den Cache lösen möchte) nur ans Herz legen.
So, jetzt aber zum Cache selber:
Der Multi beginnt bei den Anfangskoordinaten. Wenn ihr
hinaufschaut, seht ihr die ST. LORENZER Madonna.
In der Nähe der Madonna findet ihr einen Karner (wird jetzt als
Gebeinhaus verwendet, ursprünglich hatte ein Karner eine andere
Bedeutung. Kinder sollten vielleicht, wenn die Eltern eine ruhige
Nacht haben möchten, nicht reinschauen).
Über dem Karner steht eine Jahreszahl. Welche Jahreszahl ist es?
Bildet die Ziffernsumme – das sei die Variable
„A“.
Weiters findet ihr in der Nähe der Madonna einige Grabplatten bzw.
Gräber von mehreren Priestern.
Wann wurde der Priester Guido FISCHER geboren? Die Ziffernsumme der
Zahl sei „B“.
Wie lange war Herr FISCHER Priester in ST. LORENZEN? Das sei die
Zahl „C.
Jetzt suchen wir noch einen Priester. Wann starb Hochwürden Eduard
CZÖRFUX? Die Ziffernsumme der Jahreszahl sei „D“.
Denn Cache findet ihr bei:
NC = N – AxB – D
EC = E + 2xC
Bei dem Cache handelt es sich um eine recht gut getarnte Dose
der Größe „Regular“. Wenn ihr die Informationen für den
Cache sucht, behandelt den Ort bitte entsprechend würdevoll, ihr
befindet euch auf geheiligtem Boden und egal, ob ihr von diesen
Dingen etwas hält oder nicht, es ist ein Teil unserer Kultur und
verdient unseren Respekt! Ihr müsst nirgends herumkraxeln, nirgends
hinaufsteigen, etwas aus der Mauer brechen oder irgendwas
ausgraben. Einfach nur genau suchen, dann wird das nicht allzu
schwer sein. Der Cache selber befindet sich NICHT bei der Kirche,
sondern ein paar hundert Meter abseits in der Nähe einer Kapelle,
bei der während des 2. Weltkrieges die Artilleriegeschütze der
Sowjet-Armee gestanden sind. Ihr müßt da über den ehemaligen Damm
drüberfahren (ist eh eine öffentliche Straße), bei dem früher ein
Teich aufgestaut wurde, der zum „Festen Haus“ gehört
hat. Dort wurden Fische gezüchtet und im Winter Eis für die
umliegenden Gasthäuser gestochen. Danach einen Waldweg hinauf und
schon könnt ihr mit der Suche beginnen. Der Waldweg ist eher nur zu
Fuß zu packen.
Paßt auf jeden Fall auf, jeder Cacher ist, wie immer, für sich
selber verantwortlich!
Fotos, sofern sie nicht zu viel spoilern, sind natürlich herzlich
willkommen.
Viel Spaß beim Suchen!
Euer
Parzival37
Deine Lösung für die Koordinaten dieses Rätsels kannst du auf
geochecker.com überprüfen.
Geochecker.com.
Aufgrund der Tatsache, daß ich schon Anfragen bezüglich eines
Hinweises erhalten habe, mache ich folgenden Vorschlag: Ich erhöhe
die Schwierigkeit auf 3,5 (weil: ich gebe es ja zu, er ist wirklich
gemein). Sollten sich aber die DNF's mehren, gebe ich einen Hinweis
dazu!!