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Der Leilenkof liegt NE von Niederlützingen. Er ist gekennzeichnet durch zwei, von einer Ruhepause getrennten, Ausbruchsphasen.
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 Lapillituff
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Bei der ersten Eruptionsphase, vor ca. 405.000 +/- 20.000 Jahren wurden Lapilli-Tuffe, wahrscheinlich aus mehreren Ausbruchsstellen, gefördert. Die ersten Aktivitäten förderten graubraune Lapillituffe, die durch Aragonit. Calcit und Natrolith (ein weißes Natrium-Aluminium-Silikat, das zur Mineralgruppe der Zeolithe gehört) so stark verfestigt wurden, dass sie in Niederlützingen und Brohl als Baustein verwendet wurden. Diese verfestigten Tuffe sind an der südöstlichen Zufahrt zur Grube noch zu sehen.
Nach der ersten vulkanischen Tätigkeit folgte eine Ruhepause von ca. 150.000 Jahren. In der flachen Kratermulde trat ein lebhaftes Ausströmen von Gasen und Dämpfen, eine sogenannte Fumarolentätigkeit, ein. Dadurch wurden die oberen Vulkanschlacken gebleicht bzw. rot und gelb gefärbt. Im weiteren wurde in die Kratermulde vulkanischer Staub, Sand und Löß eingetragen. Diese Ablagerungen wurden durch Gefrieren und Wiederauftauen durchmischt Diesen Vorgang nennt man auch Kryoturbation.
Nach dieser Ruhepause von ca. 150.000 Jahren geschah eine zweite vulkanische Tätigkeit. Der Vulkan förderte Aschen und Lapilli-Tuffe. Auch jetzt bildete sich wieder eine Kratermulde die mit Löß, in dem Wehrer Bims und basaltische Aschen enthalten waren, abgedeckt wurde. Diese Ablagerungen wurden wieder durch Gefrieren und Wiederauftauen durchmischt.
Unter den Förderprodukten fallen Kugelbomben auf, entstanden als Schmelztropfen, die im Schlot durch den Gasstrom bewegt und zugerundet wurden.
Die Leilenkopf-Aschen liegen teilweise auf einer 245 m hoch gelegenen Terrasse des Rheins, der sog. Älteren Hauptterrasse. Einstmals erhob sich der Vulkankegel 30 - 35 m über die Hochfläche hinaus. Durch den Tuffabbau der letzten Jahrzehnte ist nur noch eine ausgehöhlte Vulkanruine übrig geblieben.
Beim Leilenkopf-Vulkanbau wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg vulkanisches Material abgebaut. Die Steinbruchanlagen lagen im nördlichen Bereich des Vulkankomplexes und sind heute vollständig von abgelagertem Lavasand überdeckt. Dieses Material ist der ersten Aktivitätsphase des Leilenkopfvulkans zuzuordnen. Die Steine wurden in Niederlützingen und Brohl zum Hauserbau verwandt. Der intensive Abbau begann in den fünfziger Jahren des 20. Jh., um den enormen Baustoffbedarf der Nachkriegszeit zu decken.
Beim großräumigen Abbau der im südlichen Vulkanbereich anstehenden Lavamassen aus der zweiten Aktivitatsphase des Vulkans kamen Raupenfahrzeuge zum Einsatz. Scheibenweise wurde das anstehende Material von oben herab zu so genannten Verladetaschen geschoben. Schieber regulierten das Abfließen auf die Förderbänder. Über eine fest installierte Bandstraße gelangte das Gestein zur Verarbeitungsanlage und zum Silo an der K 69. Dort erfolgte die Verladung auf Lkw und der Transport nach Brohl zum Rheinhafen. Die Trasse des Hauptforderbandes existiert noch heute und ist in den Wanderweg durch den Vulkanbau mit eingebunden.
Seit 1980 hat kein Abbau mehr stattgefunden. Gegenüber dem Landschaftszustand vor 1940 mit einer Höhe 272,2 m ü.NN ist durch den Abbau eine Einsenkung von 74,8 m auf 197,4 m ü. NN erfolgt.
Da auch weiterhin eine stete Nachfrage nach den vulkanischen Förderprodukten besteht, ist nicht auszuschließen, dass irgendwann auch hier der Abbau wieder aufgenommen werden könnte. Man muss wissen, bei diesem Vulkanbau handelt es sich weiterhin um ein potentielles und genehmigtes Abbaugebiet für die Rheinische Provinzial-Basalt- und Lavawerke (RPBL).
(Text: GeoMontanus und Infotafeln Leilenkopf)
Aufgaben:
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Gehe zu N50° 28.720, E007°18.557, am Eingang rechts, und du siehst eine offene Stelle mit Lavasand. Untersuche diesen und entnehme eine kleine trockene Probe davon. Bestimme die Dichte (Masse/Volumen in g/cm³) dieses Lavasandes.
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Gehe zu den Koordinaten des Earthcaches. Hier findest du auch eine Infotafel.
Wo kann man heute noch die Abbauprodukte des Leilenkopfes, den soganannten "Lützinger Stein" finden?
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Dieser Earthcache wurde von der Ortsgemeinde Brohl-Lützing genehmigt.
Senden Sie mir die Lösungen zu den oben gestellten Fragen mit diesem Formular oder per Mail zu. Bitte nicht das Messagecenter benutzen. Sollten Gruppen diesen Cache angegangen sein, so sind alle Cachernamen anzugeben oder jeder Logger hat einzeln die Lösungen zu übermitteln.
Ihr könnt sofort loggen. Ich melde mich, wenn etwas nicht stimmt.
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