Schneller DriveIn an der B27 zwischen Balingen und
Hechingen
bei Bisingen mit Blick auf die Burg Hohenzollern.
Infos zur Burg Hohenzollern

Die Gipfelburg liegt auf dem 855 Meter hohen, isolierten,
prominenten Bergkegel des Hohenzollern, im Volksmund heute noch der
Zollerberg oder in der Kurzform Zoller(n)
genannt. Er ist ein Zeugenberg, dem Trauf der Schwäbischen Alb
vorgelagert und ist auch namensgebend für die geographische Region:
die Zollernalb.
Die erste Burg
Die erste mittelalterliche Burg der Grafschaft Zollern wurde
1267 zum ersten Mal erwähnt und geht vermutlich auf das 11.
Jahrhundert zurück. Sie wurde am 15. Mai 1423 nach fast einjähriger
Belagerung durch den Bund der schwäbischen Reichsstädte erobert und
vollständig zerstört.
Die zweite Burg
Nach einem Neubau ab 1454 wurde die Burg im Dreißigjährigen
Krieg, obwohl zur starken Festung ausgebaut, 1634 von den
Württembergern erobert und vorübergehend besetzt. Nach dem Krieg
war sie überwiegend in habsburgischem Besitz, bevor sie während des
Österreichischen Erbfolgekriegs im Winter 1744/45 von französischen
Truppen besetzt wurde. Nach dem Abzug der letzten österreichischen
Besatzung 1798 verfiel die Burg und war Anfang des 19. Jahrhunderts
eine Ruine. Als einziger nennenswerter Teil war die St.
Michaelskapelle erhalten geblieben.
Die dritte Burg

Der Gedanke an einen Wiederaufbau der Burg kam dem damaligen
Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. möglicherweise
1819, als er auf einer Italienreise auch die Wurzeln seiner
Herkunft kennenlernen wollte und den Berg bestieg. 1844 schrieb er
bereits als König:
„Die Erinnerung vom J. 19 ist mir ungemein lieblich und
wie ein schöner Traum, zumal der Sonnenuntergang, den wir von einer
der Schlossbastionenen aus sahen. … Nun ist ein
Jugendtraum-Wunsch, den Hohenzollern wieder bewohnbar gemachet zu
sehen.“
– Friedrich Wilhelm IV.
Die Burg in ihrer heutigen Form ist ein Bauwerk des renommierten
Berliner Architekten Friedrich August Stüler, der 1842 als Schüler
und Nachfolger Karl Friedrich Schinkels zum Architekten des
Königs ernannt worden war. Sie gilt als typischer Vertreter
der Neugotik im deutschen Sprachraum. Die eindrucksvollen
Auffahrtsanlagen entwarf der Ingenieur-Offizier Moritz Karl Ernst
von Prittwitz, der damals als der führende preußische
Festungsbaumeister galt. Die bildhauerischen Arbeiten stammen von
Gustav Willgohs.
Zum einen ist die Burg Hohenzollern Ausdruck des romantischen
Geistes jener Zeit und verkörpert die damalige Idealvorstellung
einer mittelalterlichen Ritterburg. Insofern ist der historistische
Baugedanke mit dem von Schloss Neuschwanstein in Bayern
vergleichbar, jedoch ohne dessen phantastisch-theatralische
Übersteigerung. Zum anderen ist die Burg das Ergebnis politischen
Repräsentationswillens der Herrscher von Preußen, die die Stammburg
ihrer Ahnen in prunkvoller Form wiederaufgebaut sehen wollten.
1850 fand die Grundsteinlegung statt. Finanziert wurde der Bau
gemeinsam von der brandenburgisch-preußischen und den
fürstlich-schwäbischen Linien der Hohenzollern. Am 3. Oktober 1867
wurde der Bau unter König Wilhelm I. von Preußen vollendet und
eingeweiht. Am 3. September 1978 wurde die Burg bei einem Erdbeben
schwer beschädigt, die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis in die
1990er Jahre hin.
Gemeinde Bisingen
Bisingen zählt zu den ältesten Siedlungen der Region. Das
belegen zahlreiche Funde aus der jüngeren Steinzeit, der
Bronzezeit, der früheren Eisenzeit und La-Tène-Zeit. Die
Gründung
von Bisingen und Wessingen wird den Alemannen um 300 n. Chr.,
die
Gründung von Steinhofen, Thanheim und Zimmern den Franken um 500
n.
Chr. zugeschrieben. Die erste urkundliche Erwähnung von
Bisingen
und Wessingen stammt aus dem Jahre 786: der fränkische Graf
Gerold
schenkt Güter aus Pisingun (Bisingen) und
Uassingun (Wessingen) an das Kloster St. Gallen. In
dem
Rittergeschlecht der Walger, Lehensleute der Grafen von
Hohenzollern, hatte Bisingen einen eigenen Ortsadel mit dem
Burgsitz Ror auf einem Vorberg des Hundsrücken. Noch heute
erinnert
die Ruine Schlößle an das Geschlecht der Walger und seine
Bedeutung
für die Geschichte des Dorfes.
Von 1944 bis gegen Kriegsende befanden sich im
Konzentrationslager Bisingen insgesamt 4163 Häftlingen, von
denen
in diesem Zeitraum mindestens 1187 ihr Leben ließen.
Bei einem Luftangriff der US-Airforce (USAAF) starben 24
Menschen, Ziel waren die im Ortskern gelegenen Bahnanlagen, die
wie
weitere über 150 Gebäude zerstört wurden.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden
am
1. März 1972 die beiden Gemeinden Wessingen und Zimmern
eingemeindet. Die Eingemeindung von Thanheim erfolgte am 1.
Januar
1974.
(Quelle: Wikipedia.de)