Neulich bei Captain Chaos
Vor
zwei Tagen sass Captain Chaos in
einer Spelunke in der
hintersten Ecke trank eine Buddel
voll Rum leer, als sich ein sehr aufdringlicher Zeitgenosse
zu ihm an den Tisch setzen wollte. Captain Chaos,
der so aufdringliche Zeitgenossen überhaupt
nicht leiden kann, wollte diesen auch sofort
verscheuchen: „Gibt's niemand
anders, dem du auf die Nerven gehen kannst?
Freunde, Familie –
giftige Reptilien?“ Aber sein gegenüber
liess sich nicht entmutigen und sagte
nur zwei Worte: „Das
Bruchschokoladengebirge.“ Und sah Captain Chaos nur mit grossen Augen
an. Was
wollte dieses unrasierte Individuum
bloss von
ihm? Das passte ja!
Der Typ ging C.C. gerade mal bis zur Brust und
redet von Schokolade,
da fiel dem Piraten nur noch eins ein: „Erwachsen
werden
verboten.“ Etwas enttäuscht fing aber der Kerl trotzdem seine Geschichte an zu erzählen. Er habe vor drei Tagen zwei Gauner in
einer dunklen Gassenecke belauscht.
Diese sprachen von einem grossen Schatz, der auf einer weit entfernten
Insel versteckt sei. Und dann holte
er eine Karte
hervor und zeigte
sie C.C. Dieser war nun
natürlich sofort
Feuer und Flamme.
Für einen Schatz konnte man ihn immer begeistern. Er wollte mehr über das Gespräch der beiden Kanaillen wissen.
Aber sein gegenüber
meinte nur, er habe schon seit drei Tagen
keinen richtigen Bissen mehr zu sich genommen, und ohne eine ordentliche
Mahlzeit könne er nicht
mehr reden. Also bestellte C.C. Ihm erst mal ein halbes Schwein und musste sich dann eine ganze Weile in Geduld üben, denn der Fremde ass in aller
Seelenruhe und antwortete nur auf eine der ihm gestellten Fragen – sein Name
sei
Monkey
Eugene Dregg, Freunde
dürften ihn einfach nur Monkey nennen.Als er
dann endlich fertig war, musste
er kräftigst aufstossen: „Gut gerülpst
ist halb verdaut sag
ich immer.“ Das
waren seine ersten
Worte nach seinem
Festmahl. „Hast
du dich schon mal mitten
in der Nacht mit einem Ochsenfrosch unterhalten?" fing er
seine Erzählung an. Genauso
kamen ihn die beiden dunklen Gestalten in der Gasse vor. Der eine quakte nur umher, und der andere hat ein Breitmaul. Und das einzige Wort das Sinn ergab war: Schatzkarte. Als plötzlich wie aus dem Nichts
zwei weitere üble Burschen, jeder mit einer
Pistole ausgerüstet, auftauchten
und sich zum Breitmaul gesellten.
Der Quarker wurde etwas nervös und suchte
anscheinend in der Innentasche seines
Umhangs nach etwas. Doch alles was
er hervorbrachte war
ein klägliches Messer.
„Das kann nur 'n Spaghetti-Fresser sein. Hä!
Kommt mit 'm Messer zu
'ner Schiesserei!“
meinte das Breitmaul
da laut auflachend
zu ihm. Und dann wurde alles plötzlich ganz dunkel um Monkey. Als er
wieder zu sich kam, lag er am Boden und von den
anderen war nichts
mehr zu sehen.
Er spürte etwas seltsames an seinem Hinterkopf und als er mit der Hand vorsichtig danach tastete, bemerkte er eine grosse Beule. „Ein Indianer
kennt keinen Schmerz, uns fehlen die
Enzyme.“ erklärte er C.C. an
dieser Stelle. Beim Aufstehen fiel Monkeys Blick
auf einen Papierfetzen, der vor ihm am Boden lag. Und
er traute seinen Augen kaum, als er diesen aufhob und erkannte um was es sich dabei handelte. Die Schatzkarte! Da er
aber kein eigenes
Schiff besass, gab es
nur eine Lösung.
Er musste einen Piraten mit Schiff finden, dem er aber auch vertrauen
konnte. Und da fiel sein Wahl auf Captain Chaos. „Ich
mache ihm ein Angebot dass er nicht ablehnen kann.“ sagte
er zu sich selbst und machte
sich auf die Suche. „Willkommen
im
Titty Twister.“
begrüsste C.C. ihn, leicht amüsiert darüber,
dass wiedermal die Wahl
eines Leichtmatrosens
auf ihn fiel. Und gab
ihn erst mal noch einen Rum aus. Nachdem beide dann schon sehr angetrunken waren, wollte der Captain dann aber mal die Karte
gern genauer ansehen dürfen. „Quit pro
Quo!“ meinte da Monkey
zu ihm. C. C. verstand
aber nicht sofort. Und fragte
daher: „Ist das ein MuFuTi?“
Mit dieser Frage war aber wiederum Monkey überfordert. Beide
hatten keine Ahnung was der andere gerade gesagt hatte und so schwiegen sie einige Augenblicke in
dieser misslichen Lage. Doch dann brach C. C. das Schweigen: „Nichts ist so
spannend wie ein peinlicher Moment.“ Und so redeten
sie eine ganze
Weile, ohne unverständliche Fremdwörter, über ihren gemeinsamen Plan.
Es dauerte fast die ganze Nacht. Sie diskutierten viel, waren oft uneinig, konnten
sich dann aber doch wieder einigen und zum Schluss waren sie so glücklich, dass besonders C.C. sein Herz Freudenschwünge machte und so
fiel ihm auch nur ein Wort als Abschluss ein: „Schwing!“ Einen
letzten Rum wollten
sie noch zu sich nehmen, bevor sie sich in
ihre Kojen begeben wollten. Doch da sie schon einige zu
viel hatten rutsche Monkey der Krug aus der Hand.
„Schlüpfriges Scheißerchen!" brachte
er nur als Ausrede hervor. Sie verliessen die Kaschemme mit einem fröhlichen Lied
auf den Lippen. Und der Wirt war heilfroh, dass diese beiden Gestalten endlich von
dannen zogen. Jetzt konnte auch er endlich
Feierabend machen.
C.C. bezahlte ihn nie schlecht,
hatte für alle auch immer ein freundliches Wort
auf den Lippen und war ohne Zweifel einer seiner Lieblingsgäste. Aber warum musste er
nur immer solange bleiben? „Oh Captain
mein Captain!“ waren
daher seine letzten
Worte, möge er eine gute und gesegnete Fahrt
haben.
Umsonstlosrennverhinderer