Sauerländer Schiefer

Das Sauerland ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Das
meiste Gestein entstand während des Devons, als das ganze Gebiet
ein seichtes Meer war. Aus diesem Grund sind Schiefer, Sandstein,
Grauwacken und Kalkstein die häufigsten Gesteine.
Im östlichen Sauerland kommen auch vulkanische Gesteine des Devons
vor, und an manchen Stellen bildeten sich am Meeresgrund
Erze.
Obwohl die Bezeichnung Schiefergebirge zur Annahme verleitet, dass
im Rheinischen Schiefergebirge besonders viel und fast überall
Schiefer vorkommt, trifft dies nur eingeschränkt zu. Geschieferte
sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken, Quarzite, Kalkstein und
Schiefer sind die am häufigsten vorkommenden Gesteine. Der als
Baumaterial beliebte Dachschiefer ist nur in begrenzten Bereichen
aufgeschlossen. Im Gebiet um Schmallenberg ist Schiefer neben
Sandstein jedoch das vorherrschende Gestein. Der Geologe Johannes
Wolburg, der in den 1930er Jahren das obere Lennetal untersuchte,
unterteilte die mächtigen Schieferzüge in Schmallenberger und
Fredeburger Schiefer, in Robbeke- und Wilzenberger Schichten und
eine fünfte nördliche Schicht, die sich jenseits der Linie
Berghausen – Heiminghausen – Fredeburg –
Rehsiepen erstreckt.
Die gebirgsbildenden Kräfte der variszischen Orogenese im Karbon
haben die ehemals waagrechten Gesteinsschichten in Falten gelegt,
die an vielen Stellen durch Überschiebungen und Verwerfungen
gestört sind. Als geologischer Begriff bezeichnet die variszische
Orogenese eine Nordost-Südwest-Ausrichtung eines beliebigen
Gebirgszuges oder einer Gesteinsschicht und wurde als Gegenteil der
hercynischen Ausrichtung verstanden.
|
System |
mya |
Orogenese |
|
Trias |
251,0 |
variszische Orogenese |
| Perm |
299,0 |
|
Karbon |
359,2 |
|
Devon |
416,0 |
Das damals entstandene Gebirge wurde rasch wieder abgetragen, so
dass das Gebiet des späteren Sauerlandes lange nahezu eine Ebene
war. Die Hügel des Sauerlandes entstanden durch die Hebung des
Rheinischen Schiefergebirges seit dem Ende des Miozäns und vor
allem im Quartär. Seitdem schneiden sich die Flüsse vor allem von
seinen Rändern her in das Schiefergebirge ein. Das Schiefergebirge
und mit ihm das Sauerland steigt auch heute noch langsam auf.
Schiefer ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche metamorphe
Gesteine und tektonisch deformierte Sedimentgesteine, deren
gemeinsames Merkmal die ausgezeichnete Spaltbarkeit entlang
paralleler Flächen ist. In der wissenschaftlichen Literatur wird
der Begriff Schiefer ohne weitere Zusätze nicht mehr als
Gesteinsname verwendet.
Tektonisch nicht beanspruchte, sehr feinkörnige Sedimentgesteine
(englisch shale) mit hohen Anteilen an Tonmineralen
erhielten bis weit ins 20. Jahrhundert die Bezeichnung Schiefer,
wenn sie in dünne Platten aufspalten. Der korrekte Name ist heute
Tonstein, nur für den an organischem Material reichen Ölschiefer
wird der alte Name noch verwendet. Daneben gibt es noch
gebietsbezogene Bezeichnungen, die den Begriff -schiefer
enthalten und eine regional verbreitete Gesteinsablagerung eines
bestimmten Alters bezeichnen. Hierzu gehören beispielsweise der
Fischschiefer Nordwestdeutschlands und der
Posidonienschiefer aus der Schwäbischen Alb.
Wie bei den bekannten Weinbergslagen wurde damit die
Herkunftsbezeichnung zugleich zu einer Eigenschafts- und
Qualitätsangabe. Die endgültige Festlegung der Bezeichnungen und
die Zuordnung der Gruben erfolgte nach langen Verhandlungen
zwischen dem Reichsdachdeckerhandwerk und der deutschen
Schieferindustrie Anfang der 1920er Jahre. Das Ergebnis wurde im
amtlichen Teil der Zeitschrift „Das Deutsche
Dachdeckerhandwerk“ vom 7. August 1932 veröffentlicht. Die
Festlegungen wurden 1953 und 1967 erneut bestätigt und werden von
den Schieferbetrieben bis heute verwendet: Moselschiefer,
Thüringer Schiefer, Hunsrücker Schiefer und
Sauerländer Schiefer.

Tonschiefer (engl. slate) sind Gesteine aus dem
Übergangsbereich von der Diagenese zur Metamorphose. Es handelt
sich um dichte klastische Gesteine mit schwarzer, schwärzlich
grauer, bläulich grauer, auch grünlicher, gelblicher, roter und
violetter Farbe, die eine engständige Schieferung im
Millimeterbereich aufweisen.
Tonschiefer entstehen aus Tonstein unter gerichtetem Druck und
erhöhten Temperaturen und können sowohl den Sedimentiten wie auch
den Metamorphiten zugerechnet werden. Dabei zeigt das Gestein aber
noch keine der typischen, bei der Metamorphose neu gebildeten
Minerale. Bei der Gebirgsbildung werden die Tonsteinschichten durch
seitlichen Druck aufgefaltet. Während dieser tektonischen Vorgänge
kommt es zunächst zur Anlage von Lösungsflächen senkrecht zum
vorherrschenden Druck. Neue Tonminerale kristallisieren auf den
Flächen, dadurch erhält der ursprüngliche Tonstein sein schiefriges
Gefüge.
Die Dichte schwankt um 2,8 g/cm³. Die Zusammensetzung kann
erst durch die Röntgenbeugung bestimmt werden, da der Durchmesser
der einzelnen Mineralkörner deutlich unter 20 µm liegt. Das Gestein
besteht aus größeren oder geringeren Mengen von klastischem
Material, das neben den eigentlichen Tonmineralen auch Quarz- und
Feldspatkörner, sowie detritische Glimmer- und Chloritblättchen
enthält. Daneben kann ein Tonschiefer in kleinsten Mengen
Schwerminerale wie dunkle nadelförmige Rutilkriställchen oder
kleine Pyritwürfel enthalten. In den feinkörnigen Gesteinen sind
oft Fossilien zu finden, die aber oft durch die Deformation
verzerrt oder zerstört wurden. Davon nicht betroffen sind
Mikrofossilien, die zur Datierung der Gesteine herangezogen werden
können.
An den durch die Koordinaten bezeichneten Stelle kann man sehr
schön Schiefer betrachten, befühlen und die Schichtung wahrnehmen.
Einige Schichten sind so dünn gespalten, dass sie messerscharf
sind. (in der Abbildung ist die dunkle kleine Schieferplatte so
dünn gespalten)

Nun die Aufgaben:
Stellt Euch mit dem Rücken talwärts vor die
Schieferformation.
- In welche Richtung neigt sich die Spaltrichtung des größten
Teils diser Schieferformation?
- Im rechten Bereich folgt in einem geringeren Anteil die
Spaltrichtung nicht dieser Richtung. Woran liegt das?
- Oben wurden mehrere mögliche Farben von Schiefer erwähnt,
die unterschiedlich häufig vorkommen. Welche Farben sind in dieser
Schieferformation zu erkennen?
Mitgeloggte Photos sind optional, werden aber sehr begrüßt!
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Viel
Spaß!
Als
Quellen für den Text wurden wikipedia, baunetzwissen und bauarchiv
verwendet. Die Fotos sind selbstgemacht.