Sagen aus dem Lavanttal #5 - Schloss Thürn Traditional Cache
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Sagen aus dem Lavanttal #5 - Schloss Thürn
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Die Schlossfrau von Thürn
Westlich von St. Marein steht auf einer niederen Bergkuppe am Fuß der Saualpe das Schloss Thürn. Die Bauern im weiten Umkreis waren einst dem Schlossherrn untertan. Jener Graf besaß aber auch im fernen Ungarn große Güter, die er von Zeit zu Zeit besuchte.
Wieder einmal reiste der Graf von Thürn nach Ungarn und ließ seine junge, schöne Frau auf dem Schloss zurück. Die Verwaltung seines Lavanttaler Schlosses übertrug er während der Abwesenheit einem seiner Lieblingsdiener. Dieser Mann aber missbrauchte das Vertrauen seines Herrn in schamloser Weise. Immer wieder schlich er der schönen Schlossfrau nach und wollte sie zur Untreue verleiten. Sie aber wies den fremden Mann barsch zurück und ging ihm aus dem Weg, wo sie nur konnte.
Der abgewiesene Verwalter begann nun seine Herrin zu hassen und beschloss, sich an ihr zu rächen. Er schrieb dem Ritter nach Ungarn, dass ihm seine Gattin untreu geworden sei und teilte seinem Herrn alle möglichen Verleumdungen über seine vollkommen schuldlose Frau mit.
Dies Nachricht hat den Herrn von Thürn so bitter getroffen, dass er sich sofort auf den Heimweg machte. Ohne weiter nachzufragen, hielt er auf Schloss Thürn über seine Frau ein strenges Strafgericht. Der Ritter war so wütend, dass er seiner Gemahlin gar keine Gelegenheit mehr zur Rechtfertigung gab, sondern sie aus dem Schloss verstieß.
Die unschuldige Schlossfrau von Thürn ging in die Bergdörfer am Abhang der Saualpe, und die frühere Herrin lebte jetzt von der Mildtätigkeit der Bauern. So vergingen sieben Jahre, bis einmal der Verleumder unter Freunden ausplauderte, dass die Schlossfrau unschuldig sei und sie ihr bitteres Schicksal eigentlich nur ihm zu verdanken habe.
Diese Rede wurde dem Grafen zugetragen. Bald nun wollte der Graf seine Frau auf das Schloss zurückholen. die Arme war aber inzwischen bei einem Bauer in Lading gestorben.
Der Schlossherr war über den verleumderischen Verwalter so ergrimmt, dass er diesen lebendig im Schlosskerker einmauern ließ. Er selbst zog ein Pilgerkleid an und ging zu Fuß nach Rom, um Buße für das schwere Unrecht zu tun, das er seiner Frau angetan hatte.
Als ihn der Papst von seiner Sünde losgesprochen hatte, kehrte er wieder in das Lavanttal zurück.
Er vermachte der Pfarrkirche von St. Marein eine große Summe Geld, damit dort für das Seelenheil seiner Gemahlin und für sein eigenes Seelenheil alljährlich Messen gelesen würden.
Stift nicht vergessen ;)
Additional Hints
(No hints available.)
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