Skip to content

Dießener Kalktuffrinne EarthCache

Hidden : 1/29/2012
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Dießener Kalktuffrinne


Das Diessener Tal und seine Seitentäler ist ein seit 1998 ausgewiesenes Naturschutzgebiet im Landkreis Freudenstadt. Südwestlich von Horb, liegt es in einem Nebental des Neckars und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 500 ha, die durch eine waldreiche Hügellandschaft sowie durch Glatthafer-Wiesen charakterisiert wird. Oberer, Mittlerer und Unterer Muschelkalk bilden den geologischen Untergrund. Stellenweise tritt der darunter liegende Obere Buntsandstein zutage.
Der Name der Ortschaft Dießen begründet sich auf dem Wasserreichtum des Umlandes (mittelhdt: diezen = rauschen)



Es ist nicht nötig direkt an die Rinne heranzutreten. Wenn doch, bitte ich ausdrücklich darum, die Rinne unangetastet zu lassen, damit auch noch Generationen nach uns dieses Werk der Natur bestaunen können.



Kurzbeschreibung


Von den Hängen der Galgenhalde im Süden des Talwegs, fließt das schmale Talwegbächle, als Zulauf des Dießenbachs. An der Geländekante, am Übergang zu den ortsnahen Magerwiesen ist aus dem einst breitflächig über die Wiese laufenden Talwegbächle ein beeindruckendes Naturdenkmal entstanden: die Dießener-Kalktuffrinne. Vor ca. 300 Jahren wurde dieser Bach in eine Rinne gefasst, um den Boden vor weiterer Versumpfung zu schützen. Während sich in aller Regel Bach- und Flussläufe im Laufe der Jahrhunderte in den Boden eingraben, wuchsen hier die Ränder der Rinne auf eine Höhe von 40 cm bis 110 cm beständig an. Ungewöhnlich ist der rechtwinkelige Verlauf der Rinne


Entstehung


Die Ablagerung von Kalk (CaCO3) als Kalktuff entsteht vornehmlich hinter kalten Schichtquellen im Karst seit der letzten Warmzeit zwischen Riß- und Würmeiszeit, bis hin in die Gegenwart. Bei der Verkarstung laufen neben physikalischen Verwitterungsprozessen vorallem chemische Prozesse der Kohlensäureverwitterung ab. Der im Wasser vorhandene Kalk ist als Kalziumhydrogenkarbonat, also Ca(HCO3)2, gelöst, welches durch den Entzug des CO2 wieder als unlöslicher Kalk (Kalziumkarbonat, CaCO3) ausfällt. Ob es zu Ausfällung von Kalk aus Karstwasser kommen kann und in welchen Mengen, hängt allgemein von den klimatischen und geologischen Bedingungen ab, vor allem aber von weiteren physikalischen und chemischen Bedingungskonstellationen, die regional oder lokal vorliegen müssen. Dazu gehören neben der relativ großen Verdunstungsoberfläche, günstige Wassertemperaturen sowie geeignete Ionenkonzentrationen des Quellwassers.
In den kohlensäurehaltigen Quellwassern der quartären Muschelkalkschichten des Dießener Tals ist Kalziumkarbonat (kohlensaurer Kalk) bis zur Sättigung gelöst. Wird diesem Karstwasser Kohlendioxid entzogen, wie es hier z.B. von Moospflanzen (Quellmoos, Starknervmoos) erfolgt, die dieses Gas zur Photosynthese benötigen - so fällt Kalk aus. Zunächst bildet er eine feinkristalline Kruste um Zweige, Blätter, Steinchen und Sandkörner. Es entstehen durch Übergussschichtung nach oben und nach vorne wachsende Gebilde oder Polster wie auch Stufen an Bachterrassen. Moose wachsen über den sich verkrustenden Teil frisch hinaus und sie wirken wie ein tragendes Gerüst. Mit der Zeit bilden sich poröse und bröselige Ablagerungen, die schließlich zu Stein aushärten und Kalktuff, Kalksinter oder auch Quellkalk genannt werden. Die Kalksedimente wachsen 0,01mm/Jahr. An anorganischen Haftstellen sogar bis zu 20 mm/Jahr.

Im Dießener Tal befinden sich neben der Kalktuffrinne noch drei weitere Kalktufflager (Einmündung des Dießener Bachs in den Neckar sowie an der unteren und oberen Sägemühle), die in der letzten Zwischeneiszeit (Interglazial) vor 120.000 Jahren gebildet wurden. Als Beleg dafür gilt die hier nachgewiesene Molluskenart Belgrandia germanica, die nur im Pleistozän lebte.
Organische Substanzen sind im Kalktuff nicht eingeschlossen, jedoch werden Abdrücke von Stängel, Früchten, Blättern bzw. Schneckenhäuser, Muschelschalen und Knochen gefunden. Von den im Dießener Kalktuff nachgewiesenen Molluskenarten sind 30% im Neckartal bereits ausgestorben.
Dennoch leben, begünstigt durch den kalkhaltigen Boden im Dießener Tal auch heute noch reichlich Gehäuseschnecken, darunter auch seltene Arten wie die Zwergschnecke (Carychium tridentatum) und die Federkiemenschnecke (Valvata piscinalis alpestris)


Nutzung von Kalktuff:


Feste Sedimente werden oft auch bei ähnlicher Morphologie unterschiedlich. als Kalksinter, Travertin, Quellkalk oder Kalktuff bezeichnet. Differenziert werden sie nach ihrem Anteil an freiem und gebundenen Wasser sowie nach ihrer Dichte bzw. Porosität sowie der Festigkeit. Travertin wurde als versteinerter Kalktuff bis hinein ins 20. Jahrundert als hochwertiges Baumaterial genutzt. Es ist leicht, witterungsbeständig, abriebsfest, gut isolierend und feuerbeständig. In Steinbrüchen konnte es leicht gewonnen und verarbeitet werden. Das frisch gewonnene poröse Travertin kann leicht zu Quadern zersägt werden. Travertin wurde unter anderem im Ulmer Münster, dem Straßburger Münster sowie in der Fassade der Stuttgarter Staatsgalerie verbaut. Unweit der Kalktuffrinne findet sich die Ruine Hohen-Diessen. Deren ältesten Mauerreste bezeugen beispielhaft die Nutzung hiesiger Gesteinsarten wie Mauschelkalk, Buntsandstein und Tuff.


Aufgaben:
1. Am Ende des steil abfallenden Geländes knickt die Tuffrinne in einen deutlich erkennbaren Winkel ab. Schätze den Grad der Winkelung
2. einer Legende nach handelt es sich bei der Diessener Tuffrinne um ein Körperteil. Welches und wessen Körperteil (Da Schild entfernt, hier die Lösung: "Ellbogen Gottes")
3. Welche Molluskenart belegt das Alter der Dießener Kalktufflager (Genus genügt)
4. Die Rinne besitzt eine einheitliche Breite. Schätze diese

Sende eine Mail mit den Antworten an martin@docfuchs.de. Gebe dabei die Antworten in der Betreffzeile nacheinander und ohne Leerzeichen an. Z.B.: "80StirnMüllerHelix30"

Fotos dürfen lt. Geocaching-Regelwerk nicht mehr als Logbedingung gefordert werden. Dennoch würde ich mich über das Einstellen von Bildern der Tuffrinne oder von Impressionen der nahen Umgebung freuen. Dabei gilt es aber nachfolgenden Absatz unbedingt zu berücksichtigen




Viel Spaß beim Besuchen!

Additional Hints (No hints available.)