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Kirrberg wünscht "herzlich" Willkommen Traditional Cache

This cache has been archived.

Red_family: Leider ist der Cache jetzt nach so langer Zeit doch noch gemuggelt worden.

Sehr Schade.

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Hidden : 2/22/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Es ist NICHTS vergraben! Man muss Nichts abschrauben !
Ihr sucht einen Nano.
Parken im Ort oder am Ortsausgang. Kein Gehweg vorhanden.
Ihr müßt am Strassenrand entlang

Kirrberg wünscht "herzlich" Willkommen



Wissenswertes über mein Heimatdorf :*


Frühgeschichtliches:


Auf den um Kirrberg liegenden Höhenzügen (Roßberg, Colling, Zimmermannsberg und vor allem Ebersberg) gab es nachweislich schon befestigte frühkeltische (1000 - 800 v. Chr) Siedlungen. Der Stamm der Mediomatriker war schon in der Lage, Wallaufschüttungen und Terrassen zubauen, deren Steintrümmer über große Flächen verbreitet heute noch festzustellen sind.


Merburg und Kirrberg werden erstmals erwähnt:


Die Merburg soll in der salischen Zeit zwischen 1024 und 1080 auf dem Malafelsen in Kirrberg erbaut worden sein und soll der Straßensicherung gedient haben. Um 1172 werden Ritter von der Merburg als Ministerialien genannt. Die Merburg wurde aufgegeben und der Sitz auf die Huneburg verlegt, aus dem später Homburg wurde. In der Stiftungsurkunde von Wörschweiler werden 1180 Hermann, Reiner und Walter von der Merburg genannt, die wohl Vasallen des Grafen von Huneburg waren. Ein Lodevic von Kirperg wird 1203 als Zeuge bei der Übertragung von Gütern an den Abt von Werneswildre genannt. Um 1300 werden verschiedene Verträge geschlossen, so unter Walram 1. von Zweibrücken mit dem Konrad, der hinter der Kirch in Kirrberg wohnt, ferner unter Graf Ludwig von Homburg mit den Eheleuten Albert und Giselburg von Kirperich IhrerGüter wegen im Bann Onesheim. Die Homburger Grafen sind oft in finanziellen Nöten und leihen für aufgenommene Darlehen herrschaftliche Güteroderverkaufen sie. So werden der Hof der Merburg, die Mühlen im Kirrberger Tal und der Nachlaß des Geistlichen in Kyrpurg als Pfand eingesetzt. 1423 erfahren wir den Namen des Kirrberger Pfarrers:Johann, der Pfarrherr zu Kirperg siegelt den Vertrag zwischen Peter von Willer und Niklaus von Kirperg. 1434 übergibt Graf Johann zu Homburg dem Kloster Werschweiler alles, was wir han in dem Gericht und Bann zu Kirperg und den Hof zu Merburg.


weiteres Geschichtliches:


Im Sommer 1544 weilte der deutsche Kaiser Karl V. in Zweibrücken und Herzog Wolfgang war dem Kaiser zugetan und ließ den katholischen Glauben in seinem Land weiter gewähren. Der Kaiser aber scheiterte mit seinen Ideen am Bund protestantischer Fürsten mit Frankreich, ein Bündnis, das durch die Preisgabe von Metz, Toul und Verdun erkauft wurde. Da Kirrberg zur Diözese Metz gehörte, war unsere Heimat davon betroffen. Der Augsburger Religionsfriede 1555 führte zu einer Art Neutralität zwischen den religiösen Gruppierungen. In den Urkunden Über Kirrberg wird dieser Religionsfriede mehrmals erwähnt. Herzog Wolfgang hatte 1570 zur geographischen, statistischen Vermessung seines Herzogtums den Geometer Tilemann Stella verpflichtet. In 2jähriger Arbeit hat dieser mit großer Genauigkeit Berge, Wälder, Täler, Bäche und Brunnen vermessen, so auch unsere gesamte Kirrberger Gemarkung. Wir staunen noch heute, wie Stella die Kirrberger Bäche mit ihrem Krebs- und Fischreichtum erfaßte, die Heimbach, den Roßborn, den Namborn u. a. beschreibt. Fünf Jahre war Ludwig alt, als er den französischen Königsthron besteigen sollte. 18 Jahre regierte Mazarin an Stelle des Königs. Und der weitete Frankreichs Interessen rücksichtslos aus. Ludwig übernimmt 1661 die Staatsgeschäfte und führt 1674 den Reichskrieg gegen Deutschland. Unsere Heimat wurde immer wieder von fremden Truppen heimgesucht, die plünderten und raubten, wohin sie kamen. So wurde auch das Zweibrücker Schloß ausgeraubt, das Inventar nach Frankreich verschleppt. Nach dem Frieden von Nymwegen setzte Ludwig Reunionskammern ein, die feststellen mußten, welche deutsche Reichslande an Frankreich abzutreten seien. Die Reichsstände links des Rheins hatten in Metz zu erscheinen und den Eid der Treue auf den Franzosenkönig zu leisten. Der Zweibrücker Herzog wurde dabei seines Landes verlustig erklärt und starb 1681, ein Fürst ohne Land. Die Franzosen besetzten Zweibrücken und die Umgebung. Die Expansionspolitik Ludwigs XIV erfaßte auch Homburg und Kirrberg. Nach den Plänen von de Choisy und Vauban wurde Homburg als Festung ausgebaut. Ab 1681 wurden zahlreiche Truppen herangezogen, und eine große Zahl von Facharbeitern, Maurern, Steinmetzen und Zimmerleuten aus Frankreich hierher beordert und angesiedelt. So wurde auch Kirrberg von Franzosen wieder bewohnt. 168l gibt Pfarrer Pierre Franconett eine Umschreibung seiner Homburger Pfarrei St. Michael: Cure de Homburg la forteresse, und ist weiter zuständig für Kerbric und weitere 8 Dörfer. Aus den Aufzeichnungen der Seelenbücher (Taufen, Eheschließungen, Verstorbenen) sind die Namen der französischen Ansiedler zu ersehen. In den Jahren ab 1681 kommen folgende Familiennamen in Kirrberg vor: Bernardin, Carnage, Cartier, Cassan, Chabanne, Cornet, Coure, Darden, Desjonks, Dimanche, Fel, Galet, Homo, Jandin, Jasqui, Jourdin, Lambin, Lechmont, Le Clerr, L'Allemand, Le Magni, Le Reune, Sot. Kerbric wurde der Stadtgemeinde Homburg zugeteilt. 1697 mußte Frankreich im Frieden von Ryswik Bug und Stadt Homburg wieder an Nassau zurückgeben. Im spanischen Erbfolgekrieg 1701 - 1713 aber nahm Frankreich Homburg wieder in Besitz, und im Frieden von Rastatt 1714 rückten die Franzosen wieder ab, Homburg fiel wieder Nassau zu. Der Herrschaftsbereich wurde dann unter den Nassauern zu 5/9 und 4/9 aufgeteilt, worauf zwei große Grenzsteine auf der weißen Driesch noch heute hinweisen. Der Ortsname Kirrberg hat gerade in diesen Jahren durch mundartliche Abwandlungen und verschiedene Schreibweisen, gerade in der französischen Zeit, viele Abwandlungen erfahren wie: Kerbrik, Kyrpperg, Kirbrik, Kirbrich, Kelbrik bis zu der schlimmsten Schreibweise: Quelbrique. Insgesamt gibt es 20 verschiede Schreibweisen von Kirrberg in dieser Zeit. Beim Studium der Homburger Seelbücher machte ich folgende interessante Entdeckung: Ab 1681 sind ja alle Aufzeichnungen in französischer Sprach 1700 setzt sich in Homburg die deutsche Sprache wieder durch, bedingt durch den Abzug der Franzosen und die schnelle Fluktuation der Bevölkerung. In Kirrberg blieb die französische Sprache bis etwa um 1740 dominant.
Bedingt war dies durch die abgeschlossene Lage unseres Dorfes. <- "Erinnert mich irgendwie an ein kleines Dorf in Gallien :-)"
Durch den Vertrag zwischen Nassau und Zweibrücken fielen 1755 einige Dörfer so auch Kirrberg ganz an Zweibrücken. Herzog Christian IV. ordnete vieles zum allgemeinen Wohl der Untertanen. Seine Gemahlin Maria Amalia ließ 1783 - 85 unsere Kirrberger Kirche neu aufbauen. Das Turmkreutz, heute in den Freianlagen um die Kirche, trägt noch die Jahreszahl 1785. Im Kirchturm läutete die einzige Glocke, die von Christoph Klein im Jahre 1767 in Ernstweiler gegossen worden war.


Französische Revolution und Napoleon :


Die Sturmflut der Revolution brannte auch in unserer Gegend. Im Jahre 1793 besetzten französische Revolutionstruppen Zweibrücken und Homburg. Preußische Truppen hatten ihnen gegenüber auf den Höhen, gegenüber Blies und Bruch, Befestigungsstellungen gebaut. So erinnern die "Schanz" und "Gabion" noch daran. Die Preußen drängten die Franzosen bis nach Bitsch zurück. Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm der II. kam nach Homburg und ritt von da mit seinem Stab durch Kirrberg und Zweibrücken. ein historisches Datum, da ein deutscher Kaiser in Kirrberg war.


Erster Weltkrieg :


Die meisten Kirchenglocken wurden von den Türmen geholt und zu Kanonen umgeschmolzen. So wurde im Juli 1917 unsere größte Glocke, gegossen 1891 in Frankentahl, 185 kg schwer, runtergeholt, und vom Reich wurden 832 Mark dafür bezahlt. 1917 wurde die Bevölkerung aufgeschreckt durch die zunehmenden Krankheiten und Hungersnot. Die zugeteilte Rationen wurden immer weniger. Oft war es nur noch eine dünne Wassersuppe mit Blättern ("Bamnelsupp"). Die beiden Bäckereien (Duppe, Hinkelmann) konnten den Brotbedarf nicht mehr decken. Einmal in der Woche kam der Homburger Metzger Guggelberg mit dem Eselsfuhrwerk und brachte einige Fleisch und Wurstrationen. Das Jahr 1918 brachte das Ende des großen Krieges. In München brach am 7./8. Nov. die Revolution aus, die sich am 9. Nov. in ganz Deutschland ausweitete. Am 11. Nov. wurde Waffenstillstand geschlossen. Vom 18. - 24. Nov. passierten deutsche Truppen bei ihrem Rückzug unsere Gemeinde. Zuerst kommen würtemb. Sanitäter, dann ein preußisches Artillerieregiment, dann Infanterie und ein Pferdelazarett. Alle Männer waren vom Krieg schwer gezeichnet, hart mitgenommen, ausgemergelt vom Hunger, fahle Gesichter, zerschlissen die Uniformen.Und am Montag, dem 2. Dez. ziehen die ersten französischen Truppen in Kirrberg ein. Es war das Infanteriregiment Nr. 297. Im Pfarrhaus waren der Oberst, ein Hauptmann und ein Feldgeistlicher einquartiert, ferner war die Offiziersküche im Pfarrhaus eingerichtet und 11 weitere Offiziere speisten hier. Am 8. Dez. wurde dieses Regiment abgelöst durch die Kompanie des Genierregiments Nr. 9. Die Fronttruppen hatten sich bisher der Bevölkerung gegenüber tadellos verhalten. Mit den nachfolgenden Besatzungen gab es manche Differenzen, und es war in Kirrberg ein großes Aufatmen, als an Fronleichnam 1919 die letzten Franzosen das Dorf verließen. Nachkriegsjahre und Inflation Frankreich hatte sich zum Import der Saarkohle eine bessere Basis geschaffen dadurch, dass es das Saargebiet für 15 Jahre dem Völkerbund unterstellte. Durch die Grenze wurde Kirrberg von Homburg getrennt. dies wirkte sich aus auf die im Saarland Beschäftigten. Kirrberg wurde an Zweibrücken angeschlossen und deutsche Zollbeamte zogen hier ein. Am Anstaltstor wachten französische Grenzwächter. Aus dieser Zeit stammen unsere Zollhäuser.


Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit :


Im Herbst 1944 schon hatten die Arbeitsfähigen auf den Höhen Feldstellungen ausheben und Panzersperren anlegen müssen. Ab 16. März 1945 schlugen schwere Ari- Geschosse im Dorf ein. Ab 19. März kamen immer wieder kleinere deutsch Kampfverbände auf dem Rückzug durch Kirrberg. Durch ständige Jabo- Angriffe gab es schwere Verluste, so dass Wege und Straßen übersät waren mit zerstörtem Gerät Fahrzeugen und Munition. Am 30. März setzte gegen Mittag starkes Artilleriefeuer ein, und die Amerikaner besetzten Kirrberg. Im Sommer übernahm die französische Militärverwaltung unser Dorf. Ende 1946 wurde die Grenze zum Saarland durch Zollbeamte überwacht. Am 23. Okt. 1955 wurde im Saarland abgestimmt über das europäische saarstatut. Es sollte darüber entschieden werden, ob das Saarland zur Bundesrepublik Deutschland zurückkehrt oder als Saarstaat unter europäischer Überwachung verbleibt. Die Emotionen gingen lange Zeit sehr hoch. In Kirrberg stimmten 70,7% für die Rückkehr nach Deutschland, im Saarland waren es 67,7%. Das Saarland hatte in diesem Jahrhundert 4 mal die Zugehörigkeit gewechselt und in Kirrberg noch etwas mehr.


Berühmtheiten von Kirrberg:


Joseph Maria Ruthig (1874-1958), Minoriten Pater, Feldgeistlicher in der Türkei, 1923-1929 Provinzial (Oberhaupt) des süddeutschen Ordenszweiges der Franziskaner-Minoriten. Joseph Junkes , Mitautor des "Spektrochemischen Atlas" 1938


Weiter Erwähnenswertes über Kirrberg :


ehemaliger Wohnort von o'Helios.


* Textstellen größtenteils aus der 700 Jahre Schrift von Pfarrer Alfons Gebhart.

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