Dieser Steinbruch hat sich seit der Einstellung des Abbaubetriebes zu einem Biotop entwickelt, in dem seltene Tiere und Pflanzen ihre Heimat gefunden haben z.B. Gelbbauchunken. An den oben angegebenen Koordinaten findest du eine Hinweistafel, auf der du auch Antworten auf die nachstehenden Fragen findest:
1. Wo stand das Brecherwerk?
2. Wieso konnte der Steinbruch nicht renaturiert werden?
3. Was geschah 1980?
4. Welche Art von Basalt wurde in diesem Steinbruch abgebaut? Decken- oder Säulenbasalt?
Wenn du diese Fragen beantwortet hast, dann gehe zu den Koordinaten N50° 43.180 E007 58.485 und mache dort bitte (optional) ein Foto von dir oder von deinem GPS mit dem Weiher im Hintergrund. Sende dieses Bild und die Antworten zu den Fragen an den Owner. Du kannst direkt loggen, ich melde mich, wenn etwas nicht stimmen sollte. Bitte keine Bilder der Hinweistafel einstellen. Und bitte dran denken: Du befindest dich in einem Naturschutzgebiet mit seltenen Tieren und Pflanzen, zudem sind die Basaltwände rund um den Steinbruch sehr steil, brüchig und damit lebensgefährlich. Also bleib bitte auf den ausgewiesenen Wegen und nimm auch deinen Abfall wieder mit.
Vielen Dank
Allgemeines zu diesem Basalt-Steinbruch
Neben den Erzbergwerken und Klebsandgruben konnten die Menschen im Daadener Land in verschiedenen Basaltsteinbrüchen ihr tägliches Brot verdienen. Hierzu gehörte auch der Steinbruch im heutigen Naturschutzgebiet „Schimmerich“, der bereits im Jahre 1898 gewerbsmäßig genutzt wurde. Später ging der Steinbruch in den Besitz der örtlichen Firma Blecker und Eckhardt über, die den Steinbruch ab 1913 sowohl von Derschener als auch Friedewälder Seite aus bearbeiten ließen. Obwohl der Basalt von hervorragender Qualität war, mussten die Abbrucharbeiten im Zuge der Weltwirtschaftskrise eingestellt werden. Fast 30 Jahre ruhte der Basaltabbau auf der Derschener Seite, bis der Unternehmer Robert Weid Mitte der 50er Jahre in einem neuen Bruch die Arbeit wieder aufnahm und hauptsächlich Steine für den Deichbau in den Niederlanden brechen ließ. 1960 war jedoch auch hier wieder Schluß, dafür erwachte auf der Friedewälder Seite der Betrieb wieder durch die Firma Brandt zu neuem Leben. Der Betrieb wurde später von den Eiserfelder Steinwerken übernommen und bis 1974 weitergeführt. Die gewonnene Menge von ca. 500 Tonnen Basalt je Tag fand im wesentlichen Verwendung als Schotter im Straßenbau. 1980 wurden die Brecheranlagen gesprengt. (Quelle: Thorsten Stahl; Das Daadener Land)
Erläuterungen zum Basalt
Entstehung des Basaltgesteins
Während der Karbonzeit (vor ca. 350 Mio. Jahren) wurde durch die Aufwölbung eines mächtigen Gebirges (variskisches Gebirge) und der gleichzeitigen, durch Erosionskräfte eintretende Abtragung, das Grundgebirge (Devon) freigelegt. Aufgrund von Sedimentation (Ablagerung) und vulkanischer Tätigkeit im Miozän und Pliozän (Tertiär vor ca. 12 – 25 Mio. Jahren) bildete sich im Hohen Westerwald ein Basaltplateau. Vulkanische Schmelzen bahnten sich den Weg an die Oberfläche und bevor sie sich auf oder direkt unter der Erdoberfläche ergossen, stießen gewaltige Tuffmassen zutage und bedeckten große Teile des Westerwaldes, in die das glutflüssige Magma dann nachfolgend eindrang. Die Lavamassen drangen also aus dem Erdinnern empor und ergossen sich noch unter der Oberfläche in die bis zu 100m mächtigen Ablagerungen von Basalttuff und Tuffit oder breiteten sich flächenhaft über das Lockermaterial aus. Die überlagernde Schicht nannte man früher Deck- oder Dachbasalt, die unterlagernde Schicht Sohlbasalt, dazwischen befinden sich teilweise Braunkohlelager (im Raum Bad Marienberg) die aus in Einsenkungen der Tuffdecke befindlichen Sümpfen entstanden. Dies ist aber nur eine Theorie zu der Entstehung des Basaltplateaus bzw. den einzelnen Schichten, es gibt noch andere Theorien, die ich aber nicht aufführen möchte. Je nachdem wo die Lava zu Basalt erstarrt ist, spricht man von Säulenbildung (senkrechter Lavakanal) oder Plattenbildung (waagrechter Lavafluß), wobei es sich in diesem Steinbruch, wie überwiegend im Westerwald, um Plattenbildung (Deckenbasalt) handelt. (siehe Grafik "Aufbau des tertiären Westerwaldes über dem Devon", Nach Löber 1971, Quelle: Thomas A. Bartolosch, Westerwälder Beiträge 2, Basalt im Westerwald )
Chemische Zusammensetzung und gesteinsspezifische Eigenschaften von Basalt
Basalt ist ein blau-schwarzes Gestein mit dichtem Gefüge und wechselnder Struktur. Im Westerwald tritt der Basalt durchweg als Feldspatbasalt auf, dessen Hauptbestandteile Feldspat, Augit, Olivin und Magnetit sind. Der Kieselsäuregehalt liegt bei etwa 46,4% und ist damit das Kieselsäureärmste Eruptivgestein. Seine Dichte beträgt ca. 3000 kg/m³ und seine Druckfestigkeit beträgt zwischen 400 und 5400 kg/cm² und somit größer als die von Granit (ca. 1500-2000 kg/cm²). Basalt ist sehr beständig gegen Verwitterung
Verwendung von Basalt
Deckenbasalt besteht größtenteils aus grobbankigem Material (Plattendicken zwischen 300 und 1000mm), das sich wegen seiner inneren Spannungen hervorragend zur Pflastersteinherstellung eignet. Die gute Spaltbarkeit der bankigen Deckenvorkommen ist auf den schnelleren Abkühlungsprozess des Basaltes an der Erdoberfläche zurückzuführen. Bei der Säulenbildung konnte sich der Basalt gleichmäßiger abkühlen und weißt dadurch kaum mehr Spannungen auf. Derartige Säulen sind daher beim Transport widerstandsfähiger und eignen sich in ihrer natürlichen Form als Wasserbausteine. Früher wurden sie auch als Rollensteine in Erzbergwerken eingesetzt. Dort wo heute Schutzblanken an den Straßen eingesetzt werden, wurde früher Säulenbasalt zur Sicherung verwendet. Des weiteren findet Basalt Verwendung im Straßen- und Eisenbahnbau als Schotter, früher als Pflaster- und Randsteine, im Betonbau, im Wasserbau, als Schmelzbasalt dient es dem Verschleißschutz, in der Steinbildhauerei, früher im Hausbau als Mauerstein, da die Steine nahezu jeglicher Verwitterung stand halten (Quelle: Thomas A. Bartolosch, Westerwälder Beiträge 2; Basalt im Westerwald)
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