Die Zersplitterung der deutschen Kleinstaaten im 18. und 19. Jahrhundert
führte zu unzähligen Enklaven in den angrenzenden Staaten.
Ursache waren meist komplizierte Erbauseinandersetzungen, Mitgiften oder Verkäufe.
Askania Nova - Das Paradies in der Steppe
Mitte des 18. Jahrhunderts beschloß die russische Kaiserin Katharina II,
die dünnbesiedelten Gebiete Südrusslands
durch ausländische Kolonisten besiedeln zu lassen.
Insbesondere sollten Bauern und Handwerker ins Land geholt werden.
Im Herbst 1827 machte sich eine kleine Delegation auf die Reise,
um die angebotenen Landstriche im Süden Rußlands zu besichtigen.
Sie bekamen die sog. Steppe 71 gezeigt,
ein riesiges Gebiet mit einer Fläche von 50000 Desjantinen.
Man wurde sich schnell handelseinig
und wegen des kargen Bodens bekamen die Köthener
rund 48000 Desjantinen geschenkt.
Dazu kam noch ein "kleines Stück Steppe" am Schwarzen Meer hinzu
von etwa 6000 Desjantinen.
Ende August 1829 war der Abreisetag von 25 Auswanderern,
15 Männer, 4 Frauen und 6 Kindern.
Mit auf den Weg machten sich 2886 Schafe, 2 Stiere, 6 Kühe und 8 Pferde.
Askania Nova wurde keine blühende Landschaft,
sondern bescherte dem Herzoghaus schwere finanzielle Verluste.
Das Herzoghaus entschloß sich daher zum Verkauf der Kolonie.
Für 550000 Thaler Preußisch Courant und 200 Pferde nach eigener Wahl
wurde am 16. August 1856 die gesamte Kolonie
an den Sohn eines der ersten Kolonisten in diesem Gebiet verkauft.
Damit hörte Askania Nova auf, eine deutsche Kolonie zu sein