Meilensteine
Schön, dass du dich für diesen Cache interessierst.
Wie Du vielleicht schon bemerkt hast,
ist er der 35. Cache einer Serie
anlässlich des 800.Geburtstages von Anhalt.
Weitere wichtige Informationen findest du beim Bonus dieser Serie:
GC3EDNP 800 Jahre Anhalt.
Doch nun ein bisschen Geschichte:
anhalt-geschichte.de
Eine genaue Angabe über den Beginn der Straßenvermessung und
der damit einhergehenden Errichtung der Meilensteine gibt es leider nicht.
Den ersten Hinweis aus alten Unterlagen liefert eine Meldung der Polizei:
"... das am Sonntag, dem 13. November 1853,
der Meilenstein zwischen Bobbau und Heidekrug,
der erst vor einigen Wochen neu gesetzt wurde, umgefahren ist“
Zu Beginn des Jahres 1871 wurde mit der Neuvermessung
der in anhaltischer Staatsverwaltung verbliebenen Straßen,
gemäß des Bundesgesetzes Nr. 28 aus dem Jahre 1868, begonnen.
Am 18. Mai 1871 berichtete die Herzogliche Bauverwaltung
an den Geheimen Baurat von Vieth:
"Die Vermessung und Eintheilung der Straße
von Dessau nach Cöthen nach dem Metermaße
und die dementsprechende Einsetzung
der Stationssteine ist im Dessauer Kreis nunmehr ausgeführt worden."
Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor,
dass als Ausgangspunkt für die Vermessung
das Standbild des Fürsten Leopold auf dem großen Markt in Dessau diente.
Dies wurde in den
"Bemerkungen zum Erlaß des Preußischen Handelsministes
über die Numerierung der Staatsstraßen vom 07. September 1870"
mit den Worten:
"Für das Herzogtum Anhalt befindet sich der Nullpunkt für die Abmessungen
und für das Numerieren der Hauptstraßen
in der Stadt Dessau als dem Sitze der Regierung ..."
nochmals eindeutig festgelegt.
Bei der Vermessung wurden als unterteilende Einheiten alle 20 Ruthen,
was 75 Meter entspricht, sogenannte Stationen gesetzt.
Die Stationssteine wurden gemäß ihrem Standort nummeriert,
wobei die Zahl vor dem Komma die Meile von Dessau her angab
und die Zahl nach dem Komma zeigte,
die wievielte Station der jeweiligen Meile sie war.
Technisch wurde die Vermessung mit Hilfe
von Meßketten (auch Feldketten genannt) vorgenommen.
Aus dem Oranienbaumer Archiv
ist ein Kostenvoranschlag der Firma Schmidt,
Werkstatt für mathematische und optische Instrumente,
aus Halle bekannt,
in dem Ketten,
die 20 Meter lang, auseianderzunehmen in 5- und 10-Meter-Stücke,
die einzelnen Glieder mit ½ Meter Länge und 10-Zentimeter-Teilung,
angeboten wurden.
Die herzogliche Bauverwaltung kaufte solche Ketten
zum Stückpreis von 5 Taler 15 Silbergroschen.
Die Gesamtkosten der Vermessung
wurden mit 1.529 Talern und 27 Silbergroschen veranschlagt.
Die Vermessung wurde im Baukreis Dessau begonnen
und im April 1872 abgeschlossen.
Einzigste Ausnahme bildete die Selketalstraße,
welche laut Anordnung vom 26. Oktober 1872 nicht vermessen werden sollte,
da sich nach dem Ende des Norddeutschen Bundes abzeichnete,
so dass durch neue Reichsgesetze neue Bestimmungen erlassen werden.
Doch nun noch ein paar Infos zum Cache:
N 51° 47.438 E 012° 12.165
Dezimalstellen des Nordwertes mal vier plus fünfundvierzig
ist gleich Jahr des Unfalls am Meilenstein vom dreizehnten November
Dezimalstellen des Ostwertes mal zwölf plus zehn
ist gleich Jahr der aktenkundigen Festlegung des Nullpunktes in Dessau
Viel Spass beim Finden wünscht Rösslix